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Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Armut halbieren: Caritas fordert für die Schweiz eine Dekade der Armutsbekämpfung

Luzern (ots)

Nach den Schätzungen der Caritas ist in der Schweiz
jede zehnte Person von Armut betroffen. Der politische 
Handlungsbedarf sei hoch. Das Hilfswerk fordert eine Dekade der 
Armutsbekämpfung. Von 2010 bis 2020 müsse die Zahl der 
armutsbetroffenen Personen in der Schweiz halbiert werden. Die 
Caritas legt einen entsprechenden Aktionsplan vor.
Die Erklärung der Caritas, "Armut halbieren" ist nicht nur von 
allen Schweizer Bischöfen, sondern auch von zahlreichen sozialen 
Organisationen unterzeichnet worden. Darunter figurieren etwa der 
Katholische Frauenbund, die Nationalkommission Justitia et Pax und 
Cura viva - der Verband Heime und Institutionen Schweiz.
Armut wieder zu einem zentralen politischen Thema machen
Immer noch sei Armut in der reichen Schweiz ein Tabu. Doch nehme 
die Armut nicht ab, selbst wenn die Wirtschaft wieder wachse. Caritas
zeigt sich beunruhigt über diese Entwicklung: "Wir wissen aus unserer
täglichen Arbeit, was es heisst, arm zu sein. Wir wissen aber auch: 
Armut muss nicht sein. Wir fühlen uns darum verpflichtet, Armut 
wieder zu einem zentralen gesellschaftspolitischen Thema zu machen."
Ziel der geforderten Dekade zur Bekämpfung der Armut sei es 
einerseits, die Zahl der armutsbetroffenen Menschen in den kommenden 
zehn Jahren zu halbieren. Andererseits gehe es darum, das Risiko der 
sozialen Vererbung von Armut markant zu verringern.
Dazu sei es notwendig, dass Politik und Wirtschaft ihre 
Anstrengungen verstärken. So sollte der Bund endlich ein Rahmengesetz
erarbeiten, worin die grundlegenden Aspekte der Existenzsicherung und
der Integration schweizweit geregelt würden. Ebenso müssten die 
Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS als 
allgemeinverbindlich erklärt werden und die Zuständigkeiten für die 
soziale und berufliche Integration klar geregelt werden.
Bund und Kantone müssten aber auch die Schaffung von Sozialfirmen 
fördern. In Abstimmung mit der Arbeitslosen- und der 
Invalidenversicherung sowie der Sozialhilfe sollten hier wenig 
qualifizierte, aber durchaus arbeitsfähige und arbeitswillige 
Arbeitslose eine längerfristige Anstellung finden. "Damit wird 
verhindert, dass Menschen nicht immer wieder nach Ablauf eines 
befristeten Einsatzes auf der Strasse stehen."
Caritas will Sozialfirmen mit 1000 Arbeitsplätzen schaffen
Caritas nimmt aber auch sich selber in die Pflicht und will ihr 
Engagement in folgenden Arbeitsfeldern intensivieren: "Wir beobachten
und überprüfen jedes Jahr die Anstrengungen von Bund und Kantonen in 
der Armutspolitik. Armut muss ein Thema sein!" Sodann will Caritas 
ihre Sozialberatung für Familien, die in Armut geraten sind, massiv 
steigern und die Zahl der Caritas-Märkte für Armutsbetroffene auf 30 
Läden verdoppeln. Schliesslich, so Caritas, "schaffen wir 
Sozialfirmen mit rund 1000 Arbeitsplätzen für Ausgesteuerte und 
Langzeitarbeitslose".
Weitere Informationen und Materialien - insbesondere die 
Caritas-Erklärung zur Halbierung der Armut - sind zu finden unter: 
www.armut-halbieren.ch

Kontakt:

Stefan Gribi, Leiter Abteilung Information
Tel.: +41/41/419'22'37
E-Mail: sgribi@caritas.ch

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