Tous Actualités
Suivre
Abonner DEZA

DEZA

DEZA-Jahresmedienkonferenz 2005 Ein Schlüsseljahr für die Entwicklungszusammenarbeit

Bern (ots)

2005 ist aus Entwicklungssicht ein wichtiges Jahr.
Geplant sind mehrere internationale Schlüsselkonferenzen, an denen 
Weichen für die künftige globale Entwicklungszusammenarbeit gestellt 
werden sollen. Höhepunkt ist der M+5-Gipfel im September in New 
York. Er zieht erstmals eine Bilanz der Fortschritte bei der 
Erreichung der vor fünf Jahren von der Staatengemeinschaft 
vereinbarten Millenniumsentwicklungsziele. Hohe Priorität hat im 
laufenden Jahr zudem der nachhaltige wirtschaftliche und soziale 
Wiederaufbau nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südasien.
„Entwicklungsfragen stehen heute auf der internationalen politischen 
Agenda immer häufiger ganz oben“, sagte Direktor Walter Fust 
anlässlich der Jahresmedienkonferenz der Direktion für Entwicklung 
und Zusammenarbeit (DEZA) in Bern. Es gebe einen schnell wachsenden 
Konsens in der internationalen Gemeinschaft, dass die nachhaltige 
Verringerung der Armut und die Überwindung der Kluft zwischen armen 
und reichen Ländern die wichtigste Voraussetzung für eine sicherere 
und friedlichere Welt seien. „Die Flutkatatastrophe in Südasien hat 
diese Einsicht weiter verstärkt“, sagte Fust.
Es gibt ermutigende Zeichen, dass den Erklärungen auch Taten folgen 
werden. So haben verschiedene europäische Geberländer – darunter 
Grossbritannien, Frankreich und die Beneluxstaaten – angekündigt, 
ihre Entwicklungsbeiträge signifikant zu erhöhen. Gleichzeitig 
unternimmt die Staatengemeinschaft in diesem Jahr starke 
Anstrengungen, die Wirksamkeit und Koordination der internationalen 
Zusammenarbeit noch zu verbessern. Wichtige Konferenzen finden im 
März in Paris (Harmonisierung), im Juni in New York (Finanzierung) 
und im November in Tunis (Weltgipfel zur Informationsgesellschaft) 
statt.
Ein Meilenstein ist der „M+5-Gipfel“ im September in New York. Er 
zieht eine erste Zwischenbilanz des im Jahr 2000 angestossenen 
Millenniumsprozesses. Damals einigte sich die Staatengemeinschaft, 
unter ihnen die Schweiz, auf acht konkrete Entwicklungsziele 
(Millennium Development Goals, MDG), die bis 2015 erreicht werden 
sollen. An erster Stelle steht die Halbierung der weltweiten Armut. 
Schon heute steht fest, dass ohne Verstärkung der Anstrengungen die 
MDGs wohl nicht erreicht werden können. „Neben der Optimierung der 
bestehenden Zusammenarbeit müssen auch neue und innovative 
Finanzierungsinstrumente ernsthaft geprüft werden“, sagte DEZA- 
Direktor Fust.
UNO Jahresthemen Mikrofinanz und Entwicklung durch Sport Die UNO hat 
„Mikrokredit“ und „Entwicklung durch Sport“ zu zwei Jahresthemen 
erklärt. Beides sind Instrumente, die einen nachhaltigen Beitrag zur 
Erreichung der Millenniumsziele leisten können und werden von der 
DEZA seit längerem eingesetzt.
Die Mikrofinanz hat sich als wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung 
profiliert. Allerdings haben erst 10% der Bevölkerung armer Länder 
Zugang zu Krediten und sicheren Sparmöglichkeiten. Das UNO-Jahr des 
Mikrokredits soll einen Impuls geben, damit diese Zahl substantiell 
erhöht werden kann. Für dieses Ziel engagiert sich die DEZA, indem 
sie in zwanzig Ländern des Südens und Ostens Institutionen fördert, 
die armen Haushalten und Kleinbetrieben dauerhafte und 
bedarfsgerechte Finanzdienstleistungen offerieren. Der Zugang zu 
sicheren Sparmöglichkeiten und Krediten bindet arme Kunden in den 
wirtschaftlichen Produktionszyklus ein und stärkt deren 
Selbstbewusstsein.
Ein zweites Aktionsfeld der DEZA ist die Verbesserung der 
finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Entwicklungsländern 
– beispielsweise durch Beiträge zur Verbesserung der 
Bankengesetzgebung und Bankenaufsicht. Schweizer Investoren möchten 
für ihr Geld einen "sozialen Return". Viel Wert legt die DEZA im 
2005 auf innovative Partnerschaften mit privaten Investoren, 
Schweizer Banken und Nichtregierungsorganisationen.
Als Instrument zur Erreichung von Entwicklungszielen kann auch Sport 
einen wichtigen Beitrag leisten. Dies haben die Erfahrungen der 
vergangenen Jahre gezeigt. Ob für die soziale Integration von 
Randgruppen, die Überwindung von kulturellen Barrieren, das 
Aufbrechen von Geschlechterstereotypen oder die Traumabewältigung 
nach humanitären Katastrophen, Sport kann in verschiedensten 
Bereichen eingesetzt werden, namentlich auch dort, wo andere Mittel 
versagen. Ein aktuelles Projektbeispiel ist das Angebot von 
angeleiteten Sportaktivitäten für Jugendliche in den Zeltstädten 
rund um Bam im Iran. Die iranische Stadt wurde 2003 von einem 
Erdbeben vollständig zerstört, 26'000 Menschen kamen um. Fussball, 
Volleyball oder Badminton stärken die körperliche und geistige 
Fitness der Jugendlichen und Kinder und sind eine wichtige Ergänzung 
zur psychologischen Betreuung.
Im Rahmen des Internationalen Jahrs des Sports und der 
Sporterziehung 2005 engagiert sich die DEZA insbesondere für einen 
systematischen Einsatz von Sport in Entwicklungs- und 
Friedensprojekten. Ferner unterstützt sie Aktionen der UNO und ihres 
Sonderberaters für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, alt 
Bundesrat Adolf Ogi. Höhepunkt und Abschluss des UNO- Jahrs ist die 
„2. Internationale Konferenz zu Sport und Entwicklung“. Sie findet 
vom 4.-6. Dezember 2005 in Magglingen statt und bringt hochrangige 
Vertreter aus der ganzen Welt und aus allen gesellschaftlichen 
Bereichen – internationale Organisationen, Regierungen, Wirtschaft, 
NGOs, Medien und Wissenschaft – zu einem Informations- und 
Erfahrungsaustausch zusammen. Die Magglinger Konferenz wird 
einerseits Bilanz ziehen. Gleichzeitig soll sie vor allem auch 
innovative Zukunftsstrategien aufzeigen und dazu beitragen, dass die 
ausgelöste Dynamik weit über das Jahr des Sports hinaus aufrecht 
erhalten bleibt.
DIREKTION FÜR ENTWICKLUNG 
UND ZUSAMMENARBEIT  DEZA
Medien und Kommunikation
für weitere Infos: Harry Sivec, Leiter Medien und Kommunikation, 
Tel. 031 322 31 09

Plus de actualités: DEZA
Plus de actualités: DEZA
  • 04.02.2005 – 12:44

    Geld für Gastgeberfamilien: Die Schweiz setzt ein Zeichen

    Bern (ots) - Die Schweiz wird in Sri Lanka und Indonesien fast 19'000 Familien finanziell unterstützen, welche Tsunami-Opfer bei sich aufgenommen haben. Diese Art der Hilfe ist nicht nur kostengünstiger als die Unterbringung in Lagern – sie ist auch sozial wirkungsvoller. Bis zu 100'000 Obdachlose können so dank des familiären Umfeldes rascher und besser wieder in den Alltag eingegliedert werden. Die ...