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Dürre: Degradierte Ackerflächen dringend wiederherstellen – Agrarökologie und Agroforstwirtschaft sind wirksame Lösungen

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17. UNO-Konferenz zur Wüstenbildung (COP17)

Dürre: Degradierte Ackerflächen dringend wiederherstellen – Agrarökologie und Agroforstwirtschaft sind wirksame Lösungen

Bern/Lausanne, 25. August 2026 – An der COP17 in der Mongolei finden derzeit Diskussionen über Wüstenbildung, Ernährungsunsicherheit und mögliche Lösungen statt. In diesem Hitzesommer 2026 hat die Welt, einschliesslich der Schweiz, mit Dürre, Wasserknappheit und Ernteausfällen zu kämpfen. Weltweit führt die Bodendegradation bei der Pflanzenproduktion zu Einbussen von 20'000'000 Tonnen pro Jahr. SWISSAID fördert die Agrarökologie, um fruchtbare Böden zu erhalten, die Gesundheit der Ökosysteme zu stärken und so die Menschen in einer vom Klimawandel betroffenen Welt zu ernähren.

«Land wiederherstellen. Hoffnung wiederherstellen» lautet das Motto der 17. UNO-Konferenz zur Wüstenbildung (COP17), die derzeit in Ulaanbaatar in der Mongolei stattfindet. Zu den zentralen Themen gehören die Degradation von Ackerland und die Ernährungsunsicherheit. Dies sind Probleme, die Länder weltweit, einschliesslich der Schweiz, mehr denn je betreffen, wie die Hitzewelle des Sommers 2026 zeigt: Wir sind mit Dürre und Wasserknappheit konfrontiert, und die Bäuer:innen leiden unter einschneidenden Ernteausfällen.

Menschen trotz Klimawandel ernähren

Eine in «Nature Food» veröffentlichte Studie schätzt, dass die weltweite Bodendegradation zu Verlusten von 20'000'000 Tonnen bei der Pflanzenproduktion führt, was 52'000'000'000'000 kcal entspricht – etwa dem jährlichen Kalorienbedarf von 71'000'000 Menschen – sowie zu jährlichen Ernteeinkommensverlusten von 4'000'000'000 USD.

In den Partnerländern von SWISSAID in Asien, Afrika und Lateinamerika führen die Degradation von Ackerland und die Wüstenbildung zu Ernährungsunsicherheit. In zahlreichen Projekten setzt SWISSAID eine wirksame Methode ein, um Ackerland vor Degradation zu schützen und Ernteausfälle zu verhindern: die Schaffung von Mikroklimata durch die Einbindung von Bäumen, Sträuchern und Bodendeckern. «Durch die Anwendung agrarökologischer Prinzipien – welche die vielschichtige Vielfalt und die lebenden Wurzelnetzwerke natürlicher Ökosysteme nachahmen – leisten Praktiken wie Agroforstwirtschaft, Deckfruchtanbau und Mischkulturen weit mehr, als nur Schatten und Feuchtigkeit zu spenden. Sie regenerieren aktiv das Bodenleben und die Nährstoffkreisläufe und fungieren als biologische Hitzeschilde in landwirtschaftlichen Landschaften», erklärt Francesco Ajena, SWISSAID-Experte für Agrarökologie. Unbedeckter tropischer Boden wird so heiss, dass die Samen austrocknen, bevor sie Wurzeln schlagen können. «Ein mehrschichtiges Kronendach aus Bäumen senkt hingegen die Oberflächentemperatur um mehrere Grad. Dieser Kühleffekt kann den Unterschied ausmachen, zwischen einer gut gedeihenden Kultur und einem Feld, das ein zweites Mal gesät werden muss – und zwar mit Saatgut, über das die Familie vielleicht gar nicht verfügt», erklärt Ajena.

Ebenso kann Regen auf kahlen und verdichteten Böden nicht in die verkrustete Oberfläche eindringen und fliesst rasch ab, wodurch wertvoller Mutterboden abgetragen wird und das Risiko von Sturzfluten und damit verbundenen Naturkatastrophen steigt. Im Gegensatz dazu ist Boden, der durch Bäume, tiefwurzelnde Stauden und vielfältige Kulturen verankert ist, von lebenden Wurzelnetzwerken und einem blühenden Bodenleben durchzogen. Wenn derselbe Regen fällt, versickert das Wasser schnell, anstatt abzufliessen, und bleibt als lebenswichtige Reserve gespeichert, die Sämlinge und Kulturen über Wochen hinweg versorgt.

Die lokale Produktion steigt dank Agroforstwirtschaft

Um diese Prinzipien in die Praxis umzusetzen, arbeitet SWISSAID weltweit eng mit Kleinbauergemeinschaften zusammen und führt durch Agrarökologie integrierte Wasser- und Bodenbewirtschaftungsmassnahmen durch. Ein Beispiel ist ein Projekt in Los Palmitos im Departement Sucre, Kolumbien: 179 Familien (mit über 2'140 direkt Begünstigten) treiben die agrarökologische Umstellung und die Wiederherstellung von Ökosystemen auf 514 Hektaren degradierter Landschaft voran.

Dazu gehören 174 Hektaren in silvopastoralen Systemen, 104 Hektaren in der Agrarforstwirtschaft und 236 Hektaren in der passiven Renaturierung mittels Waldkorridoren und Waldflecken. Im Rahmen dieses Prozesses haben die Gemeinschaften 38'359 Bäume gepflanzt (darunter auch stark gefährdete einheimische Arten) und mehr als 100 Sorten und Arten von Obstbäumen, Gemüse, Hülsenfrüchten, Grundnahrungsmitteln neu gepflanzt und Kleinvieh integriert. Im Rahmen dieses Projekts erhielten die Familien tansanisches Guineagras, eine widerstandsfähige Futtersorte, die unter dem Baumkronendach gedeiht und vom schützenden Schatten sowie der tiefen Bodenfeuchtigkeit profitiert, die von den Baumwurzeln nach oben gezogen wird und sowohl den Boden als auch das Vieh nährt. Bäuer:innen, die diese Art von System praktizieren, steigern ihre Produktion und verbessern damit ihre eigene Ernährungssicherheit, obwohl die Niederschläge aufgrund des Klimawandels zurückgegangen sind. Benachbarte Familien, die sehen, wie gut es ihren Feldern und ihrem Vieh geht, folgen diesem Beispiel.

Diese Beispiele zeigen greifbaren Ergebnisse, welche die Agrarökologie liefern kann. SWISSAID setzt sich für eine stärkere Förderung ein – nicht nur in Ländern des Globalen Südens, sondern auch in der Schweiz, wo sie dazu beitragen kann, die Bodengesundheit zu verbessern und die Perspektiven sowie die Widerstandsfähigkeit der Bäuer:innen angesichts des Klimawandels zu stärken.

Es ist höchste Zeit, dass die Schweiz mehr in die Wiederherstellung von Ackerland investiert; dies gilt sowohl im Inland als auch weltweit. Diese Woche hat die Schweiz die Gelegenheit, an der COP17 in der Mongolei ein starkes Signal in dieser Angelegenheit zu setzen.

Kontaktpersonen:

Francesco Ajena, Verantwortliche für Agrarökologie, SWISSAID.

Tel: +39 353’369’01’19, f.ajena@swissaid.ch

Thaïs In der Smitten, Medienverantwortliche SWISSAID,

Tel: 077 408 27 65, media@swissaid.ch

Freundliche Grüsse

Thaïs In der Smitten
SWISSAID - Medien und Kampagnen
   
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