Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit

Interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialbereich: «Es geht nicht mehr ohne.»

Hannes Blatter, Geschäftsführer des Luzerner Forums am Netzwerk-Apéro vom 07.11.2017. Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100061262 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Luzerner Forum für... mehr

Luzern (ots) - An seiner gestrigen Veranstaltung hat das Luzerner Forum seine Studie zur Gesundheitsversorgung im Kanton Luzern präsentiert. Fazit: Es geht nicht mehr ohne interprofessionelle Zusammenarbeit. Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen und Professionen müssen aufeinander abgestimmt und über die Organisationen hinweg eng zusammenarbeiten.

Die Ergebnisse der Studie wurden gestern vor rund 80 Führungspersonen und FachexpertInnen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich am Netzwerk-Apéro des Luzerner Forums präsentiert und anschliessend diskutiert. Erstellt wurde die Studie im Auftrag des Luzerner Forums für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit von der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit und INTERFACE Politikstudien Forschung Beratung GmbH. Untersucht wurde die interprofessionelle Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sozialbereich. Die zentrale Frage: Was kann man von Good-Practice-Beispielen in der Luzerner Gesundheitsversorgung lernen?

Illustrieren lässt sich die Problematik am besten an einem der Fallbeispiele, die anlässlich der Präsentation diskutiert wurden: Bei einem vierjährigen Kind wird Diabetes diagnostiziert. Das Kind lebt bei seiner alleinerziehenden Mutter. Weder das Kind noch die Mutter sprechen Deutsch. Sie müssen lernen mit dieser Krankheit umzugehen, ihre Ernährung umstellen, Fertigkeiten und Kenntnisse erlernen und die Nachbetreuung muss sichergestellt werden. Die Anzahl der involvierten Stellen ist je nach Fall hoch: Spitalnotfall, Dolmetscherdienst, Kinderspitex, Diabetologie, Sozialdienst, etc. Die Situation ist lebensbedrohlich, der Zeitdruck hoch, die verschiedenen Stellen sind teilweise unterschiedlich finanziert und gehören verschiedenen Disziplinen und Professionen an. Wie gelingt es, diese Zusammenarbeit optimal zu gestalten? Die Studie hat nach Beispielen im Kanton Luzern geforscht, die gut funktionieren und von denen man lernen kann.

Drei Faktoren guter interprofessioneller Zusammenarbeit Für Donat Knecht (HSLU) und Manuela Oetterli (Interface) sind folgende Faktoren für den Erfolg guter Zusammenarbeit entscheidend: Erstens müssen sich die Fachpersonen gegenseitig kennen, vertrauen und wertschätzen. Zweitens müssen die Organisationen die interprofessionelle Zusammenarbeit in ihren Strategien, Konzepten und Prozessen verankern und konsequent fördern. Drittens muss auf Ebene der Gesundheitsversorgung diese Form der Zusammenarbeit normativ verankert sein, damit auch die Finanzierung sichergestellt werden kann, gerade über verschiedene Kostenträger hinweg.

Auftraggeber Hannes Blatter vom Luzerner Forum fasst am Netzwerk-Apéro zusammen: «Gemäss Auskunft der ExpertInnen kann eine gute interprofesionelle Zusammenarbeit zu einer besseren Versorgungsqualität bei tieferen Kosten führen und dabei dem Fachkräftemangel entgegenwirken.»

Luzerner Forum

Das Luzerner Forum bringt die führenden Akteure der Sozialversicherungen und der Sozialen Sicherheit am Wirtschaftsstandort Luzern zusammen. Das Luzerner Forum versteht sich als unabhängiger Thinktank, es vernetzt das Wissen seiner Träger- und Partnerorganisationen und entwickelt so die Sozialversicherungen und die Soziale Sicherheit in der Schweiz weiter. Gegründet 2006, wird das Luzerner Forum seit 2009 als Verein geführt und ist vollständig durch seine Mitglieder finanziert. Präsidentin ist Margrit Fischer-Willimann, Geschäftsführer ist Hannes Blatter.

Kontakt:

Hannes Blatter, Geschäftsführer Luzerner Forum / +41 41 367 49 16
hannes.blatter@luzerner-forum.ch

Die Zusammenfassung der Studie:
http://ots.ch/Epvxi

Die Präsentationen anlässlich der Veranstaltung:
http://ots.ch/W3miE



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