ICOMOS Suisse

ICOMOS vergibt Auszeichnungen ins Engadin und ins Wallis: Das "Hotel Piz Linard" in Lavin wird historisches Hotel, das "Wirtshaus Godswärgjistubu" in Albinen historisches Restaurant des Jahres 2018

Schweiz. ganz natuerlich. Das Hotel Piz Linard mit seiner einzigartigen Mischung von Altertum, Kunst und Modernitaet. Historisches Hotel des Jahres 2018 / Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100060497 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung... mehr

Basel (ots) - Zum «Historischen Hotel des Jahres 2018» ist das Hotel Piz Linard in Lavin / GR gekürt worden. Mit dem Preis für das «Historische Restaurant des Jahres 2018» wird das Wirtshaus Godswärgjistubu in Albinen / VS geehrt. Zum 22. Mal in Folge sind die Auszeichnungen für den sorgfältigen Erhalt und die Pflege historischer Bausubstanz von gastgewerblichen Betrieben verliehen worden. Die Titel werden alljährlich von ICOMOS Suisse, der Landesgruppe des Internationalen Rats für Denkmalpflege, zusammen mit GastroSuisse, hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus vergeben.

Die vielen historischen Hotels und Gasthäuser in unserem Land illustrieren die lange Tradition und das kostbare historische Erbe der Schweizer Hotellerie und Restauration. Sie sind wertvolle Aushängeschilder und erleben seit Jahren grossen Zuspruch und ein wahrhaftiges Comeback.

Das Geheimnis über die Namen der Preisträger 2018 ist heute, 20. November 2017, auf der grossen Bühne der Hospitality-Fachmesse Igeho in Basel (Messe Schweiz) im Beisein von Spitzenvertretern der Branche ehrenvoll gelüftet worden.

Historisches Hotel des Jahres 2018: Hotel Piz Linard, Lavin / GR

Die Auszeichnung "Historisches Hotel des Jahres 2018" erhielt das Hotel Piz Linard im beschaulichen unterengadiner Dorf Lavin auf 1412 Metern über Meer. Das Haus hat eine lange und bewegte Geschichte, die auf Schritt und Tritt spürbar ist und bewusst inszeniert wird. Es entstand 1870/71 aus der Asche des legendären Grossbrandes von 1869, dem Lavin zum Opfer fiel. Der Wiederaufbau verlieh dem Engadinerdorf Weltoffenheit und Italianità. Davon zeugt auch das Palazzo-ähnliche Hotel Piz Linard.

Nach vielen Veränderungen übernahm 2007 die damals neu gegründete Hotel Piz Linard AG das Objekt. Ziel war es, dem stattlichen Haus wieder eine Seele einzuhauchen und ihm eine Zukunft zu geben. Nach zehnjähriger intensiver Pionierarbeit sind die Verdienste für den Erhalt des Hauses mit dem Titel "Historisches Hotel des Jahres" gekrönt worden.

Auf Basis einer achtsamen Erneuerungsstrategie wurde das heute künstlerisch inspirierte Haus über viele Jahre sorgfältig restauriert. Viele Elemente wurden belassen, ergänzt und mit Neuem veredelt. Die Zimmer im Haupttrakt beispielsweise wurden durch Zusammenlegung vergrössert. Dabei wurden die historischen Böden, Täfer und Deckenmalereien belassen und, wo sie fehlten, durch neue hochwertige Oberflächen ergänzt. Der Arvensaal aus dem Jahr 1926 gilt heute als einer der schönsten im Tal.

Das Hotel Piz Linard ist heute ein Paradebeispiel für den zeitgemässen Umgang mit Historisch-Altem und Künstlerisch-Neuem, die gekonnt in einem herausragenden Gesamtkonzept verschmelzen. Künstlerische Interventionen verleihen dem Haus seinen ganz individuellen Charakter. So ist das Hotel in seiner neuen Definition sowohl Kultur- und Festhotel als auch Klausurhotel und Bergbüro - eine zeitgemässe Interpretation eines historischen Erbes.

Historisches Restaurant des Jahres 2018: Wirtshaus Godswärgjistubu, Albinen / VS

Hoch über Leuk und der Dalaschlucht schmiegt sich Albinen an den steil abfallenden Westhang. In unmittelbarer Nähe von Dorfplatz und Kirche liegt das Wirtshaus Godswärgjistubu, eingebettet in den historischen Dorfkern, der geprägt ist von einem dichten Nebeneinander typischer Walliser Nutz- und Wohnbauten.

Das Wirtshaus Godswärgjistubu in Albinen macht mit der gelungenen Umnutzung ein Stück Walliser Kulturgut erlebbar und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Pflege des Ortsbildes und zur Belebung des Bergdorfes.

Gemäss einer Balkeninschrift geht der Bau auf das Jahr 1636 zurück. Ab 1737 vorübergehend als Pfarrhaus genutzt, ging der nördliche Hausteil im 19. Jahrhundert wieder in Privatbesitz über. Ende des 20. Jahrhunderts stand das Haus lange Zeit leer, bevor Hannelore und Sasha-Tsering Tsokhim-Bumann im Jahre 2003 die Immobilie kauften. Im Laufe der Restaurierungsarbeiten wuchs die Idee, die ursprüngliche Stube als Restaurant zu nutzen. Mit viel Fingerspitzengefühl wurden Mobiliar und Ausstattung des Wirtshauses auf die Bausubstanz abgestimmt. Auch beim kulinarischen Angebot wird Nachhaltigkeit gross geschrieben. Die Besitzerin und ihr Mann bepflanzen alte Gärten, sammeln Wildpflanzen, kellern Gemüse ein und verwenden neben dem Eigenanbau ausschliesslich lokale Landwirtschaftsprodukte. Gäste seien darauf hingewiesen, dass in der Godswärgjistubu nur auf Voranmeldung gekocht wird.

Die Auszeichnung «Das historische Hotel/Restaurant des Jahres» wird jedes Jahr an gastgewerbliche Betriebe für die Erhaltung und Pflege historischer Bausubstanz verliehen. Sie wird getragen von ICOMOS Suisse, der Landesgruppe des Internationalen Rats für Denkmalpflege, in Zusammenarbeit mit GastroSuisse, hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus. Eine Jury bestehend aus Experten von Denkmalpflege, Architektur, Geschichte, Hotellerie und Restauration wählt die Preisträger aus den eingereichten Bewerbungen aus. Der Preis wird jeweils im Herbst als Auszeichnung für das Folgejahr verliehen.

Bei Rückfragen:

Gerold Kunz, ICOMOS-Jurypräsident «Das Historische Hotel/Restaurant
des Jahres»
Tel. 079 810 21 82, mail@geroldkunz.ch


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