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50 Jahre Putsch gegen Allende: Über Folter spricht man nicht!

50 Jahre Putsch gegen Allende: Über Folter spricht man nicht!
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50 Jahre Putsch gegen Allende:

Über Folter spricht man nicht!

Ein Fotografie-Projekt von José Giribás Marambio

Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile mit Unterstützung der US-Regierung gegen die demokratisch gewählte Regierung. Der sozialistische Präsident Salvador Allende beging Selbstmord, um der Gefangenschaft durch das Militär zu entgehen. Vor allem in den ersten der 17 Jahre dauernden Herrschaft der Junta verfolgte diese erbarmungslos ihre mutmaßlichen Gegner: Gewerkschafter, Angehörige liberaler, sozialistischer und kommunistischer Organisationen. Zum Jahrestag des Sturzes Allende zeigt die Photobastei das Langzeitprojekt des chilenischen Fotografen José Giribás Marambio.

Für Zweck der Verfolgung richtete die Junta in den Folgejahren mehr als 1200 geheime Gefängnisse und Folterstätten ein. Neben öffentlichen Einrichtungen nutzte sie solche des Militärs und der Polizei, leerstehende Gebäude, beschlagnahmte und enteignete aber auch Privatbesitz. Heute sind einige dieser Orte wieder in Privatbesitz, andere werden immer noch vom Militär oder der Polizei genutzt. An manchen Orten sind die Einrichtungen zerstört, viele Orte sind nicht mehr identifizierbar und nur einige wenige inzwischen als Gedenkstätte zugänglich.

An all diesen Orten wurden die Gefangenen verhört und gefoltert, mehrere Tausend wurden ermordet oder man ließ sie „verschwinden“. Rund 1200 Menschen gelten noch heute als vermisst. Gefangene berichteten, dass sie immer wieder geschlagen wurden, dass ihnen Plastiktüten übergestülpt wurden („trockenes U-Boot“), dass sie unter Wasser oder andere Flüssigkeiten getaucht wurden („nasses U-Boot“). Sie schildern Elektro-Schocks auf einem bettähnlichem Metallgestell („Grill“). Sie wurden in der Nacht mit Dauerlärm beschallt, sie wurden gezwungen, zuzuhören oder zuzusehen wie andere Gefangene gefoltert wurden; sie fielen Scheinerschießungen zum Opfer und wurden sexuell missbraucht, um nur einen kleinen Auszug aus der langen Liste der brutalen Vergehen an den Gefangenen wiederzugeben.

Über diese Folterungen wurde viele Jahre nicht gesprochen. Erst 2004 erschien das beeindruckende Buch von Patricia Verdugo: „Über Folter spricht man nicht“ und erst vor etwa fünf Jahren kamen erste Klagen gegen die Folterer vor Gericht.

Der Fotograf José Giribás Marambio konnte im Dezember 1973 mit Hilfe des „Komitees für den Frieden“ aus Chile fliehen. Seit 1986 war er mehrfach nach Chile gereist und konnte so u.a. Demonstrationen gegen das Pinochet-Regime dokumentieren. In dieser fotografischen Arbeit stellt er Porträts von Überlebenden den Orten des Schreckens eindringlich gegenüber. Zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen.

Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend und führt bis Sonntag regelmässig durch die Ausstellung.*****************

Eröffnung/Vernissage:

Donnerstag 14. September 2023, ab 18 Uhr

Ausstellung:

15. September bis 8. Oktober 2023

2. Stock jeweils Mi & So, 12 - 18 h; Do - Sa, 12 - 21 h

Sihlquai 125, 8005 Zürich

Medienkontakt:

Romano Zerbini
 Verein PhotoCreatives / Photobastei
 Sihlquai 125
 8005 Zürich
 
email:  romano.zerbini@photobastei.ch
 T +41 44 240 22 00
 M +41 79 220 09 84
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