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09.09.2021 – 14:27

Landwirtschaftlicher Informationsdienst LID

Hoffnung auf ökologische Bekämpfungsmethoden

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Hoffnung auf ökologische Bekämpfungsmethoden

Der Kanton Freiburg reicht beim Bund eine Standesinitiative zur Erhaltung des Zuckerrübenanbaus in der Schweiz ein. Der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer SVZ begrüsst die Anstrengungen des Kantons Freiburg zur Förderung des Rübenanbaus. Im Gegensatz zu diesem beantragt der SVZ aber zur-zeit keine Notfallzulassung für das neonicotinoidhaltige Beizmittel «Gaucho». Zuerst soll die Wirkung der heute zugelassenen Insektizide analysiert und die Ernte 2021 ausgewertet werden.

Auf den 1.1.2019 hat die EU die das neonicotinoidhaltige Beizmittel «Gaucho» verboten. Seither können die Zuckerrübenpflanzen nicht mehr systemisch, das heisst während mehreren Wochen, vor oberirdischen Schädlingen geschützt werden. Die durch Blattläuse übertragene viröse Vergilbung BYV (Beet Yellow Virus) breitet sich seither stark aus und hat letztes Jahr in der Westschweiz zu Ertragseinbussen von 30-50% geführt. In der EU haben unterdessen zahlreiche Länder Notzulassungen neonicotinoidhaltige Saatbeizmittel bewilligt. Die Schweizer Behörden haben einen entsprechenden Antrag der Zuckerbranche letztes Jahr hingegen abgelehnt. Als Alternative wurden zwei Insektizide zur Flächenbehandlung zuglassen. Weiter hat der Bund ein umfassendes Forschungsprogramm «Nachhaltiger Zuckerrübenanbau» lanciert, welches sich explizit auch der Pflanzenschutzproblematik annimmt. Die Standesinitiative des Kantons Freiburg, welche bereits im Herbst 2020 vorbereitet wurde, unterstützt die Forschungsaktivitäten zusätzlich.

Die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenanbau hat dieses Jahr zusammen mit den Kantonen ein schweizweites Blattlausmonitoring und einen Warndienst aufgebaut. Die zugelassenen Insektizide wurden regional gezielt eingesetzt. Trotzdem zeigen sich in den letzten Wochen vermehrt vergilbte Stellen in den Zuckerrübenfelder. Der Einfluss auf Erntemenge und Qualität wird in den nächsten Wochen untersucht. Anschliessend legt die Branche die Strategie zur Blattlausbekämpfung für 2022 fest.

Die Schweizer Zuckerbranche hat sich die nachhaltige und ökologische Zuckerproduktion gross auf die Fahne geschrieben. Sie zählt dabei auf die Resultate des Forschungsprogrammes «Nachhaltiger Zuckerrübenanbau» und hofft auf alternative Bekämpfungsmethoden. Dank der stark ausgebauten Sortenprüfung sollen in den nächsten Jahren resistente Sorten gefunden und angebaut werden. Deshalb sieht der SVZ und die Zuckerbranche aktuell von einem Antrag für eine Notfallzulassung des umstrittenen Beizmittels «Gaucho» ab.

Josef Meyer, Präsident Schweizerischer Verband der Zuckerrübenpflanzer SVZ
Mobile 079 606 10 21

Irene Vonlanthen, Geschäftsführerin Schweizerischer Verband der Zuckerrübenpflanzer SVZ
Mobile 078 815 38 58