Medienmitteilung: Tierschutzstatistik 2025 – Weniger aufgenommene Tiere, aber keine Entspannung für die Tierheime
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Basel, 9. September 2026
Medienmitteilung Schweizer Tierschutz STS
Tierschutzstatistik 2025: Weniger aufgenommene Tiere, aber keine Entspannung für die Tierheime
Die Tierheime und Auffangstationen der STS-Sektionen haben 2025 weniger Tiere aufgenommen als im Vorjahr. Der Rückgang bedeutet jedoch keine Entwarnung. Viele Tierheime stossen weiterhin an ihre Kapazitätsgrenzen. Zudem bleiben Tiere teilweise deutlich länger in den Einrichtungen, weil sie schwieriger zu vermitteln sind.
Die Tierschutzstatistik 2025 des Schweizer Tierschutz STS zeigt einen leichten Rückgang der aufgenommenen Tiere in den Tierheimen und Auffangstationen von 66 STS-Sektionen. Insgesamt wurden 30'681 Tiere aufgenommen. Das sind knapp 1'400 Tiere beziehungsweise 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr (2024: 32'079 Tiere).
Der Rückgang verteilt sich auf mehrere Tierarten. Gleichzeitig wurden bei einzelnen Tierarten wie Fischen und Vögeln mehr Tiere aufgenommen als im Vorjahr. Insgesamt wurden etwas weniger Tiere freiwillig abgegeben oder als Fundtiere in die Tierheime gebracht. Die Zahl der Tiere aus amtlichen Beschlagnahmungen blieb dagegen weitgehend stabil.
Auch regional zeigt sich kein einheitliches Bild. Während einige Tierheime weniger Tiere aufnahmen, verzeichnen andere stabile oder sogar steigende Bestände. Von einem schweizweit einheitlichen Trend kann deshalb nicht gesprochen werden.
Weniger Aufnahmen bedeuten nicht weniger Probleme
Die tieferen Aufnahmezahlen bedeuten nicht automatisch, dass die Situation in den Tierheimen entspannter geworden ist. Viele Organisationen berichten weiterhin von einer hohen Auslastung und einer grossen Nachfrage nach Tierheimplätzen. Die Rückmeldungen betreffen verschiedene Tierarten. Besonders häufig genannt werden Hunde und Katzen, bei denen die Nachfrage nach Plätzen weiterhin hoch ist.
«Die Belastung der Tierheime lässt sich nicht allein an der Zahl der Neuaufnahmen messen», sagt Marco Mettler, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutz STS.
Wie viele Tiere eine STS-Sektion aufnehmen kann, hängt nicht nur davon ab, wie viele Tiere Hilfe benötigen. Entscheidend ist auch, ob genügend Platz, Personal und finanzielle Mittel vorhanden sind. Viele STS-Sektionen betreuen und vermitteln Tiere zusätzlich über Pflegefamilien. Dennoch stossen die verfügbaren Kapazitäten vielerorts an ihre Grenzen. Einzelne Tierheime berichten sogar, dass Tiere vorübergehend bei Mitarbeitenden untergebracht werden, weil sämtliche Plätze belegt sind.
Tiere bleiben länger in den Tierheimen
Mehrere Tierheime beobachten, dass Tiere heute länger in den Einrichtungen bleiben. Viele Tiere, insbesondere jene mit besonderen Anforderungen an ihren künftigen Platz, finden nicht so schnell ein passendes Zuhause und belegen die verfügbaren Plätze deshalb über längere Zeit.
Dies zeigt sich auch in der Tierschutzstatistik. Die Zahl der vermittelten Tiere ging gegenüber dem Vorjahr um rund 2300 auf 16'520 Tiere zurück (2024: 18'829 Tiere). Gleichzeitig wurden weniger Tiere an ihre Besitzerinnen und Besitzer zurückgegeben und weniger aufgenommene Wildtiere wieder in die Natur entlassen (2024: 1'677 Tiere, 2025: 1'358 Tiere). Dadurch können trotz hoher Nachfrage weniger neue Tiere aufgenommen werden.
Verantwortung beginnt vor der Anschaffung
Der Schweizer Tierschutz STS appelliert an alle Tierhalterinnen und Tierhalter, sich vor der Anschaffung eines Tieres sorgfältig über dessen Bedürfnisse und die damit verbundene Verantwortung zu informieren. Wenn eine Tierhaltung nicht mehr möglich ist, sollten Tiere an seriöse Tierheime und Auffangstationen übergeben werden. Diese verfügen über die nötige Erfahrung, um Tiere fachgerecht zu betreuen und geeignete neue Plätze zu finden.
Auffallende Zahlen
Verzichttiere weiterhin wichtigste Kategorie
- 24'791 Verzichttiere wurden 2025 aufgenommen.
- Damit beruhten rund vier von fünf Aufnahmen auf freiwillig abgegebene Tiere.
- Die Zahl liegt leicht unter dem Vorjahreswert (25'403 Tiere).
Tiere bleiben länger in den Tierheimen
- 16'520 Tiere konnten vermittelt werden.
- Das sind 2'309 Tiere weniger als im Vorjahr.
- Auch die Zahl der an Besitzerinnen und Besitzer zurückgegebenen oder in die Natur entlassenen Tiere sank.
Fische dominieren die Statistik erneut
- Mit 18'904 Tieren bleiben Fische wie im Vorjahr die mit Abstand grösste Tiergruppe bei den Aufnahmen. Sie werden oft in grösserer Anzahl abgegeben.
- Ein Grossteil der Fische (18'686) sind Verzichttiere.
Zur Tierschutzstatistik
https://tierschutz.com/tierschutz/sts-tierschutzstatistik/
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Seit über 160 Jahren setzt sich der Schweizer Tierschutz STS für das Wohl der Tiere ein – hartnäckig, glaubwürdig und wirkungsvoll. Seine starke Kompetenz nutzt der STS national auf fachlicher und politischer Ebene, um den Tierschutz zu verbessern und Menschen für Tierschutzthemen zu sensibilisieren. Die STS-Sektionen stellen mit ihren Tierheimen und Auffangstationen die Tierschutz-Basisarbeit in allen Kantonen und Sprachregionen der Schweiz sicher. Seine Aktivitäten finanziert der STS mit Spenden und Dienstleistungen..