Schweizer Tierschutz STS

Steuergelder für Tierversuche
Im Jahresbericht 2012 vermeldet der Schweizerische Nationalfonds rekordhohe Förderbeträge für Grundlagenforschungen. Massiv gefördert wird auch die Forschung an Tieren (BILD)

Seit dem Jahr 2000 wurden in der Schweiz über 8 Millionen Tiere in Versuchen verbraucht. (Labormäuse; Bildquelle: Wikimedia Commons). Weiterer Text ueber ots und auf https://www.presseportal.ch. Die Verwendung dieses Bildes ist fuer redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veroeffentlichung unter Quellenangabe: "OTS.Bild/Schweizer Tierschutz STS".

Basel (ots) - Die Schweiz fördert Tierversuche jährlich mit Millionenbeträgen während die Erforschung und Einführung alternativer Testmethoden nur marginal unterstützt werden. Der Schweizer Tierschutz STS fordert mit einem 7-Punkte Programm Politik und Behörden auf, die Vorgaben des Tierschutzgesetzes zum Ersatz belastender Tierversuchen umzusetzen und den Forschungsstandort Schweiz durch einen konsequenten Paradigmenwechsel - weg vom Versuch am Tier, hin zu mehr Alternativmethoden - zu stärken.

Eine neu vorliegende STS-Recherche zeigt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Förderung von Alternativen zum Tierversuch von der öffentlichen Hand lediglich mit stiefmütterlichen CHF 400'000.- jährlich unterstützt wird. Die Stiftung Forschung 3R (Vermindern, Verbessern und Vermeiden von Tierversuchen) kann mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln jährlich drei bis sechs neue Forschungsprojekte unterstützen. Das ist rund 100mal weniger als der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Projekte mit Tierexperimenten fördert. Die staatlich finanzierte Forschung an Tieren kostet den Steuerzahler jedes Jahr weit über 100 Millionen CHF. Vorallem die universitäre Grundlagenforschung, wo heute ein Grossteil der Tierversuche durchgeführt wird, profitiert vom staatlichen Geldsegen.

1993 verankerte das Parlament die Unterstützung und Förderung alternativer Forschungsmethoden im Tierschutzgesetz. Die Hoffnung, belastende Tierversuche und der Verbrauch an Versuchstieren würden damit mittel- und langfristig drastisch zurückgehen und an deren Stelle würden sich tierversuchsfreie Alternativmethoden durchsetzen, wurde enttäuscht. Alleine in der Zeit zwischen den Jahren 2000 bis 2011 nahm die Zahl der jährlich verbrauchten Tieren um fast 20% zu und lag 2011 bei mehr als 660'000 Tieren. Seit dem Jahr 2000 wurden in der Schweiz über 8 Millionen Tiere in Versuchen verbraucht; knapp ein Fünftel davon in belastenden und schwerbelastenden Experimenten.

Mit der massiven, einseitigen Subvention der ethisch fragwürdigen und betreffend Erkenntnisgewinn und Zuverlässigkeit zunehmend umstrittenen Tierversuchs-Technologie läuft die Schweiz Gefahr, den Forschungsstandort zu schwächen und den Anschluss an internationale Trends zu verlieren.

STS-Dossier "Steuergelder für Tierversuche" online unter: http://www.tierschutz.com/media

Kontakt:

Dr. Hansuli Huber
Geschäftsführer Fachbereich Schweizer Tierschutz STS
Tel.: +41/52/338'10'74

Medienstelle Schweizer Tierschutz STS
Mobile: +41/79/357'32'04
E-Mail: media@tierschutz.com



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