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09.08.2019 – 11:04

Schweizer Presserat - Conseil suisse de la presse - Consiglio svizzero della stampa

Media Service: Politwerbung auf der Frontseite: Presserat rügt «20 Minuten» (Stellungnahme 29/2019)

Ein Dokument

Bern (ots)

Parteien: X. und Y. c. «20 Minuten»

Themen: Trennung zwischen Fakten und Kommentar / Trennung zwischen redaktionellem Teil und Werbung

Beschwerde teilweise gutgeheissen

Zusammenfassung

Der Presserat hat aufgrund zweier Beschwerden entschieden, dass eine Frontseite von «20 Minuten» dem Gebot, Werbung und redaktionellen Inhalt klar zu trennen, nicht entsprochen hat.

Die Zeitung hatte auf der Front ein Inserat mit dem Text «Sollen türkische Richter unser Minarettverbot aushebeln können? Wer das nicht will, sagt JA zur Selbstbestimmungsinitiative!» abgedruckt. Dabei war die Illustration eines Minaretts in der gleichen Farbe gehalten wie das Logo von «20 Minuten». Zwar habe der Verlag den gängigen Kriterien für die Trennung von Inhalt und Werbung Rechnung getragen, sagt der Presserat, indem für das Inserat eine andere Schrift verwendet worden sei als für die übliche Frontseite, auch sei der Auftraggeber «Egerkinger Komitee» erwähnt gewesen und es habe eine Kennzeichnung «Anzeige» gegeben. Aber dieser Hinweis war kaum sichtbar und das erwähnte Komitee einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Vor allem aber war alles auf einer einzigen grafischen Ebene angelegt und daher entstand für die Leserschaft zu wenig Klarheit über die Frontseite, die üblicherweise immer die wichtigsten Informationen enthält.

Anders beurteilte der Presserat die Seite 2: Dort sei der Unterschied zwischen der politischen Werbung links und dem redaktionellen Inhalt rechts auf den ersten Blick klar geworden und zwar aufgrund des völlig verschiedenen Schriftbildes auf der linken und der rechten Seite. Hier habe kein falscher Eindruck entstehen können und dies, obwohl hier die erforderliche Kennzeichnung als «Anzeige» fehlte.

Kontakt:

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Geschäftsführerin/Directrice
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