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31.03.2009 – 12:05

fmCh

fmCh: Sparen auf dem Buckel der Spezialärztinnen und Spezialärzte

Zürich (ots)

Die Vollerhebung über die Einkommensverhältnisse
der freien Ärzteschaft der Schweiz für die Einkommensjahre 2004 und
2005 bringt es an den Tag. Während die Grundversorger im Schnitt mit
einem Einkommenszuwachs von 1% rechnen durften, haben die
Spezialisten eine Einbusse von insgesamt -4,7% zu verzeichnen. Bei
einzelnen Disziplinen beträgt die Einbusse sogar über 10%.
Nach wie vor macht die Politik, aber auch das Bundesamt für
Gesundheit BAG die Ärzte für den Kostenanstieg im Gesundheitswesen
verantwortlich. Es ist deshalb immer wieder das erklärte Ziel vieler
Gesundheitspolitiker unseres Landes, die schweizerische Ärzteschaft
bezüglich Einkommenssituation an den Pranger zu stellen. Ein
Grossteil der parlamentarischen Vorstösse, Motionen und Anpassungen
des Gesundheitssystems haben denn auch zum Ziel, die
Erwerbsmöglichkeiten der Ärzte zu limitieren oder sogar zu
reduzieren.
Die in der Schweizerischen Ärztezeitung publizierte Studie bringt
es nun an den Tag. Während die Teuerung von 2004/2005 insgesamt
+1,17% (LIKP) betrug, sank das mittlere Ärzteeinkommen im gleichen
Zeitraum um -3.08%, was einen realen Einkommensrückgang von -4.20%
ausmacht. Ein so starkes reales Absinken der mittleren Ärzteeinkommen
innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Verfügungszeiträumen ist seit
1975/76 auf 1977/78 nie mehr eingetreten. Soweit die Zusammenfassung
der wichtigsten Resultate der von der FMH in Auftrag gegebenen
Studie.
Bei genauerem Betrachten der Details findet der interessierte
Leser rasch heraus, dass die durchschnittlichen Einkommen bei den
Grundversorgern um 1,0% zugenommen, bei den Spezialisten hingegen um
-4,7% im Schnitt abgenommen haben. Hinzu kommt die bereits
angesprochene Teuerung von +1,17%. Einzelne Disziplinen beklagen gar
eine durchschnittliche Einkommensreduktion von über 10% (Allgemeine
Chirurgie -9,9%, Orthopädie -8,4%, Urologie -12,8%). Die fmCh als
Vertreterin der chirurgisch und invasiv tätigen Ärzteschaft der
Schweiz hält deshalb mit Nachdruck fest:
  • Die Ärzte können nicht mehr länger für die Kostenexplosion im Gesundheitswesen verantwortlich gemacht werden. Trotz den rigorosen Massnahmen zur Reduktion der Ärzteeinkommen sind die Kosten im Gesundheitswesen weiter gestiegen.
  • Nur die Spezialisten haben Einkommenseinbussen hinnehmen müssen. Die Grundversorger verzeichnen in der untersuchten Periode eine leichte Einkommenssteigerung.
  • Die Einkommen zwischen Grundversorger und Spezialisten gleichen sich mehr und mehr an. Dies insbesondere auch unter dem Aspekt, dass bei den Grundversorgern bedeutend mehr Ärzte Teilzeit arbeiten als bei Spezialisten.
Die fmCh und ihre Mitglieder fordern die Politiker auf, das
sorgfältig austarierte Verhältnis der Grundleistungen und
Spezialleistungen in Tarmed nicht zu verändern. Eine Veränderungen
der Leistungen, welche einige hundert Ärzte anwenden, würde den 6'602
Grundversorger keine relevante Verbesserung bringen. Eine weitere
Verschlechterung der Situation für chirurgisch und invasiv tätige
Ärztinnen und Ärzte ist nicht weiter zu verantworten. Qualität und
Sicherheit gegenüber den Patienten muss weiter gewährleistet werden,
ein Abbau in diesem Bereich hätte verheerende Folgen für das
Schweizerische Gesundheitswesen.
Die fmCh ist der Dachverband der chirurgisch und invasiv tätigen
Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz. Heute gehören der fmCh 16
Fachgesellschaften mit über 5'000 chirurgisch und invasiv tätigen
Ärztinnen und Ärzten an.

Kontakt:

Medienstelle der fmCh:
Geri Staudenmann
Tel.: +41/31/312'42'62
Fax: +41/31/312'42'63

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