FHNW - Fachhochschule Nordwestschweiz
FHNW: Hochschule für Soziale Arbeit; «Die Stadt muss hitzeresistent werden»
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Anbei erhalten Sie eine Medienmitteilung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.
Medienmitteilung, 26. Juni 2026
«Die Stadt muss hitzeresistent werden»
Seit Tagen brechen die Temperaturen einen Rekord nach dem anderen und Tropennächte reihen sich aneinander. Steigende Temperaturen sind jedoch nicht nur ein klimatisches, sondern auch ein soziales Problem. Das betont Prof. Dr. Christian Reutlinger, der an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW an den Instituten Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung sowie Soziale Arbeit und Gesundheit forscht. Längere Hitzeperioden belasten den Körper, schränken das soziale Leben ein – und treffen nicht alle Menschen gleich hart.
«Es gibt bestimmte Gruppen, die besonders betroffen sind – Menschen, die sich weniger zurückziehen können, die weniger Möglichkeiten haben sich abzukühlen», erklärt Reutlinger. Sozial benachteiligte Quartiere verfügen häufig über weniger Grünflächen, weniger schattige Orte und eine Bausubstanz, die Wärme speichert. Dazu kommen Menschen, die im Freien arbeiten oder keine eigene Wohnung haben. Die Hitze, so Reutlinger, mache soziale Ungleichheiten «nochmals viel stärker sichtbar».
Städtische Hitzeinseln und das Ende des Auto-Modells
Asphalt und Beton heizen sich auf und geben die Wärme langsam wieder ab – das macht Städte zu sogenannten «Hitzeinseln», in denen die Temperaturen deutlich höher liegen als im Umland. Reutlinger sieht darin das Ergebnis jahrzehntelanger Stadtplanung, die konsequent auf das Auto ausgerichtet war: «Wir haben Auto-Städte gebaut. Jetzt merkt man, dass dieses Modell an seine Grenzen kommt.» Die Antwort sei eine Stadtentwicklung, die vom Menschen ausgeht: begrünte Gebäude, entsiegelte Flächen, nutzbare Grünräume – nicht nur dekoratives Grün, sondern Orte, die Schatten spenden und Begegnung ermöglichen.
Hitze verändert das soziale Leben – und braucht neue Antworten
Dauerwärme über mehrere Wochen, so wie wir sie gerade erleben, führt laut Reutlinger zu Rückzug, Isolation und Einsamkeit – paradoxerweise genau dann, wenn soziale Verbundenheit besonders wichtig wäre. Als Reaktion brauche es sowohl kurzfristige Massnahmen wie Kühlinseln und geöffnete öffentliche Gebäude als auch langfristige Stadtumbauprojekte. «Die äusseren Bedingungen zwingen uns, Fragen zu stellen, die wir in den letzten Jahrzehnten nicht angetastet haben». Ein Beispiel aus seiner eigenen Forschung: In Basel – im St. Johann- und im Matthäusquartier – begleitet die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW aktuell zwei Superblock-Pilotprojekte, in denen Strassenräume vom Autoverkehr befreit und für das Quartiersleben geöffnet werden. «Das Quartier lebt, die Leute nutzen die Flächen», berichtet Reutlinger: ein ermutigender Ansatz für eine hitzeresistente Stadt der Zukunft.
Interview zum Thema
Ergänzende Perspektiven zum Thema Hitze bietet das beigefügte Interview mit dem Sozialraumforscher Christian Reutlinger. Die Inhalte des Interviews sowie einzelne Aussagen daraus stehen den Medien zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung zur Verfügung.
Tagung zum Thema
Wie Städte und Quartiere mit den Folgen des Klimawandels umgehen können, ist auch Thema der 8. Internationalen Tagung Soziale Arbeit und Stadtentwicklung. Unter dem Titel «Klimagerechtigkeit lokal gestalten» werden am 10. und 11. September 2026 in Muttenz Fragen rund um Hitze, soziale Gerechtigkeit und zukunftsfähige Stadtentwicklung diskutiert.
Link auf Tagungswebsite
www.fhnw.ch/plattformen/tagungstadtentwicklung/
Kontakt
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule für Soziale Arbeit
Prof. Dr. Christian Reutlinger
Professor für Stadt und Gesundheit am Institut für Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung sowie am Institut für Soziale Arbeit und Gesundheit
Hofackerstrasse 30
4132 Muttenz
T +41 62 975 24 54
M christian.reutlinger@fhnw.ch
Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW umfasst zehn Hochschulen mit den Fachbereichen Angewandte Psychologie, Architektur, Bau und Geomatik, Gestaltung und Kunst, Informatik, Life Sciences, Musik, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Soziale Arbeit, Technik und Umwelt sowie Wirtschaft. Die Campus der FHNW sind in den vier Trägerkantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn angesiedelt.
Rund 14 500 Studierende sind an der FHNW immatrikuliert. Über 1 300 Dozierende vermitteln in 34 Bachelor- und 25 Master-Studiengängen sowie in zahlreichen Weiterbildungsangeboten praxisnahes und marktorientiertes Wissen. Die Absolventinnen und Absolventen der FHNW sind gesuchte Fachkräfte.
Weitere Informationen auf www.fhnw.ch
Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit Standorten in Olten und Muttenz ist lokal und regional verankert, international vernetzt und in ihren Leistungen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung breit anerkannt. In ihrem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt «Soziale Innovation» analysiert, initiiert und begleitet sie Innovationsprozesse in Kooperation und im Austausch mit der Praxis. Sie fördert damit die Professionalisierung der Sozialen Arbeit und trägt massgeblich zum Verständnis und zur innovativen Bearbeitung sozialer Probleme und gesellschaftlicher Herausforderungen bei.
Weitere Informationen auf www.fhnw.ch/hsa
Mit freundlichen Grüssen
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