VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Meimo und Jamila erfolgreich veterinärmedizinisch untersucht
Meimo und Jamila erfolgreich veterinärmedizinisch untersucht
Umfassender Gesundheitscheck bei den beiden älteren Braunbären im Arosa Bärenland
Zürich/Arosa, 17. September 2026 – Im Arosa Bärenland wurden Meimo und Jamila heute einer umfassenden veterinärmedizinischen Untersuchung unterzogen. Ziel des sogenannten Vet-Checks war es, nach längerer Zeit wieder ein möglichst vollständiges Bild des aktuellen Gesundheitszustands der beiden älteren Braunbären zu erhalten, um allfällige alters- oder durch die frühere schlechte Haltung bedingte gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung wurde von einem spezialisierten tierärztlichen Team durchgeführt und verlief erfolgreich.
Gerade bei älteren Bären wie dem 20-jährigen Meimo und der 22-jährigen Jamila sind regelmässige und umfassende Gesundheitskontrollen besonders wichtig. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, die weltweit mehrere Bärenwälder führt und in Kooperation mit der Stiftung Arosa Bären das Arosa Bärenland betreibt, verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Bären. Irene Redtenbacher, Tierärztin und Leiterin Health and Husbandry bei VIER PFOTEN, erklärt: «Bären zeigen Schmerzen und gesundheitliche Beschwerden häufig nur sehr subtil. Ohne gründliche Untersuchung können Erkrankungen deshalb über längere Zeit unbemerkt bleiben und unter Umständen erst erkannt werden, wenn eine Behandlung bereits schwieriger oder nicht mehr möglich ist.»
Hinzu kommt, dass sowohl Meimo als auch Jamila aus schlechter Haltung gerettet wurden und entsprechende gesundheitliche Vorbelastungen aufweisen können. Ihre letzte gründliche Untersuchung lag zudem bereits längere Zeit zurück. Meimo wurde zuletzt 2019 umfassend untersucht, damals unter anderem mit einer Zahnbehandlung und einer Kastration. Jamila wurde vor ihrem Transport ebenfalls untersucht, allerdings stand zu diesem Zeitpunkt kein Röntgengerät zur Verfügung.
«Gerade bei älteren Bären ist es wichtig, nicht nur auf offensichtlich erkennbare Beschwerden zu reagieren, sondern den Gesundheitszustand regelmässig und möglichst umfassend zu beurteilen», erklärt der Bestandstierarzt des Arosa Bärenlands, Dr. Wolfgang Zenker. «Unser Ziel war es, mögliche gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und damit die bestmögliche Grundlage für die weitere Betreuung von Meimo und Jamila zu schaffen.»
Umfassende Standarddiagnostik
Im Rahmen des Vet-Checks wurden unter Narkose eine allgemeine klinische Untersuchung sowie verschiedene weiterführende Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehörten unter anderem die Kontrolle von Zähnen, Augen, Fell, Krallen sowie Herz/Kreislauf. Zusätzlich wurden Blutproben entnommen, ein Ultraschall des Bauchraums durchgeführt und Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule und Gelenke angefertigt.
Die bildgebenden Untersuchungen sind insbesondere bei älteren Braunbären relevant, da bei ihnen altersbedingte Veränderungen des Bewegungsapparats, beispielsweise Arthrosen und andere degenerative Veränderungen, häufiger auftreten können.
«Die Untersuchungen verliefen planmässig und ohne Komplikationen», so Pascal Jenny, Präsident der Stiftung Arosa Bären. «Wir wollten uns nach längerer Zeit wieder ein möglichst umfassendes Bild vom Gesundheitszustand beider Tiere machen. Die Ergebnisse liefern uns eine wichtige Grundlage für die weitere medizinische Betreuung.»
Vorsorge ist wichtig
«Bei Meimo und Jamila war die umfassende Untersuchung aufgrund ihres Alters, ihrer Vorgeschichte und des längeren Zeitraums seit der letzten vollständigen Kontrolle medizinisch sinnvoll», erklärt Dr. Wolfgang Zenker.
Nach Abschluss sämtlicher Untersuchungen und der Auswertung der Befunde wird das tierärztliche Team die weitere Betreuung der beiden Bären festlegen. Sollten behandlungsbedürftige Veränderungen festgestellt werden, können entsprechende Massnahmen frühzeitig eingeleitet werden.
Hintergrund: Das Arosa Bärenland
Das Arosa Bärenland ist ein gemeinsames Projekt der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und der Stiftung Arosa Bären. Es bietet geretteten Bären aus nicht artgemässer Haltung ein neues Zuhause in einem naturnahen, weitläufigen Lebensraum in den Schweizer Bergen. Ziel ist es, diesen Tieren ein möglichst natürliches Verhalten zu ermöglichen, ihre Gesundheit langfristig zu sichern und gleichzeitig Besuchende für den Tierschutz zu sensibilisieren.
Über VIER PFOTEN VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heimtiere, sogenannte Nutztiere und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, im Vereinigten Königreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in 13 Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt. www.vier-pfoten.ch
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Fotos
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