Medienmitteilung: Parkschäden: Einzelne Reparaturarbeiten innert 2 Jahren fast 50 Prozent teurer
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Medienmitteilung
Comparis-Analyse zu Auto-Reparaturkosten
Parkschäden: Einzelne Reparaturarbeiten innert 2 Jahren fast 50 Prozent teurer
Parkschäden gehen immer stärker ins Geld. Die durchschnittlichen Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit an einer Hintertür lagen 2025 fast 50 Prozent höher als 2 Jahre zuvor. «Ein scheinbar einfacher Parkschaden kann heute auch Elektronik, Sensoren oder Assistenzsysteme betreffen. Das erhöht den Aufwand, aber erklärt kaum die teils sehr hohen Anstiege bei den Reparaturkosten. Warum diese bei einzelnen Karosserieteilen um fast 50 Prozent gestiegen sind, lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht abschliessend erklären», sagt Comparis-Autoversicherungsexperte Harry Büsser.
Zürich, 25. August 2026 – Schlechte Nachrichten für Autohaltende: Die Kosten für die Behebung von Parkschäden sind in der Schweiz deutlich gestiegen. Das zeigt eine Analyse des Online-Vergleichsdienstes Comparis auf Basis von rund 7,3 Millionen erfassten Arbeitsvorgängen in Schweizer Schadenkalkulationen aus den Jahren 2023 bis 2025.
Besonders stark erhöhten sich die durchschnittlichen Kosten für Reparaturarbeiten an Türen und anderen Karosserieteilen. Doch auch Lackierungen und der Ersatz beschädigter Teile wurden teurer.
Reparaturarbeiten verteuerten sich am stärksten
Die durchschnittlichen Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit an einer Hintertür stiegen von 92 Franken im Jahr 2023 auf 134 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einer Zunahme von fast 50 Prozent. Bei den Vordertüren war der Preisanstieg vergleichbar. Bei einer Seitenwand erhöhten sich die durchschnittlichen Reparaturkosten im gleichen Zeitraum um 41 Prozent, bei einem vorderen Kotflügel um 32 Prozent.
Die Lackierkosten stiegen deutlich moderater. Die Lackierung einer Hintertür kostete 2023 im Durchschnitt 238 Franken. 2 Jahre später waren es 246 Franken – eine Zunahme von 3,5 Prozent. Reparaturarbeit und Lackierung zusammen verteuerten sich bei der Hintertür damit von rund 330 auf 380 Franken beziehungsweise um rund 15 Prozent.
Auch der Ersatz beschädigter Bauteile wurde teurer
Die durchschnittlichen Kosten der Ersatzposition einer Hintertür stiegen von 1’006 Franken im Jahr 2023 auf 1’098 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von 9,2 Prozent. Bei einer Vordertür erhöhten sich die durchschnittlichen Ersatzkosten von 1’030 auf 1’134 Franken beziehungsweise um 10,1 Prozent. Musste eine Motorhaube ersetzt werden, kostete dies 2023 noch durchschnittlich 886 Franken. 2 Jahre später, im Jahr 2025 waren es schon 1’032 Franken – eine Zunahme von 16,5 Prozent.
Rückleuchten besonders häufig betroffen
Rückleuchten spielen bei Parkschäden eine besonders grosse Rolle: 2025 entfiel fast jede dritte der ausgewerteten Arbeiten an den 10 untersuchten Bauteilen auf eine Rückleuchte. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Kosten für deren Ersatz von 337 Franken im Jahr 2023 auf 369 Franken im Jahr 2025 – ein Plus von 9,4 Prozent. «Weil Rückleuchten so häufig beschädigt werden, ist dieser Preisanstieg für besonders viele Schadenfälle relevant», so Büsser.
Allgemeine Teuerung erklärt den Anstieg nur zu einem kleinen Teil
Die allgemeine Teuerung kann die teilweise deutlich zweistelligen Kostensteigerungen nur zu einem kleinen Teil erklären. Ein Kostentreiber dürfte die zunehmend komplexe Fahrzeugtechnik sein. Das durchschnittliche Auto auf Schweizer Strassen stammt heute aus einem neueren Jahrgang als noch vor 3 Jahren und verfügt entsprechend häufiger über Sensoren, Elektronik und komplexe Bauteile.
«Ein scheinbar einfacher Parkschaden kann heute auch Elektronik, Sensoren oder Assistenzsysteme betreffen. Das erhöht den Aufwand, aber erklärt kaum die teils sehr hohen Anstiege bei den Reparaturkosten. Warum diese bei einzelnen Karosserieteilen um fast 50 Prozent gestiegen sind, lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht abschliessend erklären», sagt Comparis-Autoversicherungsexperte Harry Büsser.
Auch höhere Verrechnungssätze dürften einen Teil der Entwicklung erklären. Gemäss dem Branchenspiegel der auf das Schweizer Autogewerbe spezialisierten Treuhand- und Beratungsfirma FIGAS stieg der durchschnittliche Werkstatt-Stundensatz 2024 um rund 3 Prozent auf 172.30 Franken. Gleichzeitig nahm die Rentabilität des Werkstatt- und Ersatzteilgeschäfts zu, während die Margen im Neu- und Occasionshandel sanken.
«Das Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft wird für Garagen wirtschaftlich immer wichtiger. Ob höhere Verrechnungssätze oder Margen den Kostenanstieg in unseren Daten mitverursacht haben und, falls ja, in welchem Ausmass, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten», sagt Büsser.
Parkschadendeckung nicht automatisch nötig
Die höheren Schadenkosten sprechen dafür, die eigene Autoversicherung regelmässig zu überprüfen. Eine Parkschadendeckung lohnt sich aber nicht automatisch für alle Autofahrenden.
Begrenzte Parkschadendeckungen übernehmen häufig 1’000 oder 2’000 Franken pro Schadenfall und höchstens zwei Schäden pro Jahr. Es gibt auch Angebote ohne feste Betragsbegrenzung. Besonders bei teuren Speziallackierungen sollte geprüft werden, ob die versicherte Summe für einen möglichen Schaden ausreicht.
«Versichern sollte man vor allem Schäden, die das eigene Budget empfindlich treffen. Wer eine Rechnung von 1’000 oder 2’000 Franken problemlos selbst bezahlen kann, braucht eine Parkschadendeckung nicht zwingend. Würde ein solcher Betrag finanziell stark schmerzen oder hat das Auto eine besonders teure Lackierung, kann die Versicherung sinnvoll sein», sagt Büsser.
Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten
Autoversicherung vergleichen:
Nicht nur die Prämie, sondern auch Selbstbehalt, Deckungslimite und die Zahl der versicherten Schadenfälle vergleichen.
Deckungslimite prüfen:
Eine Versicherungssumme von 1’000 Franken kann bei einem aufwendigen Schaden oder einer Speziallackierung zu tief sein.
Selbstbehalt berücksichtigen:
Bei kleineren Schäden kann es günstiger sein, die Rechnung selbst zu bezahlen.
Folgekosten beim Autokauf beachten:
LED-Leuchten, Kameras, Sensoren und Speziallackierungen können spätere Reparaturen verteuern.
Methodik
Die Analyse basiert auf Daten von Solera zu den zehn Fahrzeugteilen, die bei Parkschäden besonders häufig betroffen sind. Solera ist ein international tätiger Anbieter von Software- und Datenlösungen für die Berechnung und Abwicklung von Fahrzeugschäden. Die Systeme des Unternehmens werden unter anderem von Versicherungen, Garagen, Fahrzeughändlern und Flottenbetreibern genutzt. Ausgewertet wurden die Jahre 2023 bis 2025 sowie die durchschnittlichen Kosten für Reparatur, Lackierung und Ersatz. Je nach Bauteil, Arbeitsart und Jahr lagen zwischen 8’895 und 619’000 erfasste Arbeitsvorgänge vor. Insgesamt umfasst die Analyse 7’296’595 Arbeitsvorgänge. Ein einzelner Schadenfall kann mehrere Arbeitsvorgänge umfassen, beispielsweise die Reparatur und die anschliessende Lackierung eines Bauteils.
Weitere Informationen:
Harry Büsser Finanzexperte Telefon: 044 360 53 91 E-Mail: media@comparis.ch comparis.ch
Über comparis.ch
Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.