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Schweizerischer Nationalfonds / Fonds national suisse

SNF: Reform des Schweizerischen Nationalfonds: «SNF futuro»

Bern (ots)

Der Schweizerische Nationalfonds wappnet sich für
die Zukunft
Der Schweizer Nationalfonds (SNF) nimmt Reformen an seiner 
Struktur und Organisation vor, um den zukünftigen Anforderungen an 
die Forschungsförderung besser gerecht zu werden. Die Reform 
ermöglicht es, die wachsende Zahl von eingereichten Projektgesuchen 
zu bewältigen, die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses 
und die internationale Zusammenarbeit zu verbessern, die 
forschungspolitische Rolle des SNF zu stärken und die 
Evaluationsverfahren von Gesuchen zu harmonisieren.
Der Ausschuss des Stiftungsrats des SNF hat am 26. Januar 2007 
die Reform SNF futuro verabschiedet. „Sie wird es dem SNF 
ermöglichen, den neuen Anforderungen hinsichtlich der 
Forschungsförderung gerecht zu werden und damit die 
Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als Wissenschaftsstandort zu 
unterstützen“, erklärte Fritz Schiesser, der Präsident des 
Stiftungsrats.
Rasante Entwicklung erfordert Reformen 
Als wichtigste Schweizer Institution zur Förderung der 
wissenschaftlichen Forschung funktioniert der SNF heute sehr gut. 
Er geniesst einen hervorragenden Ruf, sowohl in der Schweiz als 
auch im Ausland. Und er wird auch in Zukunft seine Leistungen für 
die Forschenden mit der gleichen Qualität und Effizienz 
bereitstellen. Angesichts der rasanten Entwicklung der Forschung 
hat der SNF seine Politik, seine Förderungsinstrumente und seine 
Evaluationsmethoden jeweils regelmässig angepasst. Unter der 
Bezeichung SNF futuro lanciert der SNF jetzt eine grundlegendere 
Reform, um die in den vergangenen Jahren identifizierten 
Schwachpunkte und Herausforderungen umfassend angehen zu können.
Herausforderungen bei der Projektevaluation 
Das vom SNF angewandte Evaluationsverfahren von Forschungsprojekten 
funktioniert gut, stösst jedoch immer mehr an gewisse Grenzen. Das 
mit der Evaluation beauftragte Milizorgan, der Nationale 
Forschungsrat (NFR), sieht sich mit einem wachsenden Arbeitsvolumen 
konfrontiert, das insbesondere auf den starken Anstieg der 
Gesuchszahlen zurückzuführen ist. Die Rekrutierung ausländischer 
Expertinnen und Experten zur Evaluation dieser Gesuche (peer- 
review) wird aufgrund des starken internationalen Wettbewerbs 
zwischen den Organisationen der Forschungsförderung immer 
schwieriger. Im weiteren sind auch eine Verbesserung der 
Transparenz des Evaluationsverfahrens, der Kommunikation mit den 
Forschenden und der Präsenz der Wissenschaft und des SNF in Politik 
und Gesellschaft sowie die verstärkte Förderung der 
interdisziplinären Forschung anzustreben.
Stärkere Rolle in der Forschungspolitik 
Es kommt den Forschenden und den Hochschulen zu, die 
vielversprechenden Wissenschaftsbereiche zu identifizieren. Der 
Auftrag des SNF konzentriert sich darauf, die in diesen Bereichen 
von den Forschenden eingereichten Gesuche zu evaluieren und die 
besten davon zu finanzieren. Seine Rolle in der Forschungspolitik 
wurde in den letzten Jahren jedoch gestärkt, um den Wettbewerb um 
den Erhalt öffentlicher Beiträge zu erhöhen und die Qualität der 
geförderten Forschung sicherzustellen. Mit seiner in der letzten 
Woche veröffentlichten Botschaft über die Förderung von Bildung, 
Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 hat der Bundesrat 
diese Politik bekräftigt. Der SNF wird mit der Umsetzung der 
Botschaft neue Verantwortlichkeiten übernehmen müssen, 
z. B. als Folge der Einführung eines so genannten overhead 
(Finanzierung eines Teils der indirekten, durch ein Projekt 
verursachten Kosten für die jeweilige Hochschule) oder bei der 
Evaluation grosser Forschungsprojekte und -verbünde, die nicht 
direkt vom SNF finanziert werden.
Mehr Effizienz und Transparenz bei den Evaluationsverfahren 
Die Reform SNF futuro wird es dem SNF ermöglichen, den 
beschriebenen Herausforderungen gerecht zu werden. Zusätzlich zu 
den drei disziplinär ausgerichteten Abteilungen der freien 
Forschung (I, II und III) und der Abteilung IV für orientierte 
Forschung wird der SNF drei neue Fachausschüsse einrichten, die für 
interdisziplinäre Forschung, internationale Zusammenarbeit und 
Personenförderung zuständig sein werden. Dadurch wird die 
Bearbeitung der Gesuche sowie die strategische Führung der 
Förderungsinstrumente in diesen Bereichen verbessert. Je nach 
Bedarf und Entwicklung der Wissenschaft können künftig weitere 
Fachausschüsse hinzukommen.
Verschiedene Massnahmen, wie z. B. die Einführung eines 
einheitlichen Massstabs der Evaluation, eine bessere Überprüfung 
der Qualitätsstandards, die online-Bearbeitung der Gesuche, 
elektronische Dossierführung sowie einheitlichere Modelle der 
Projektfinanzierung, werden sowohl die Verwaltung als auch die 
Verfahren zur Evaluation und Finanzierung der Gesuche vereinfachen 
und harmonisieren. Ausserdem sollen die Forschenden besser über die 
externen Gutachten informiert und die Transparenz bei der 
Entscheidungsfindung des SNF verbessert werden.
Neu: Möglichkeit von Expertenpanels 
Derzeit beauftragt der SNF ausgewählte externe Expertinnen und 
Experten mit der Evaluation der einzelnen Forschungsprojekte in 
schriftlicher Form. In Zukunft wird er auch Expertenpanels 
einrichten, in denen Fachleute an gemeinsamen Sitzungen Projekte 
eines bestimmten Gebietes evaluieren. Der SNF wird sein 
Evaluationsverfahren flexibler, effizienter und 
transparenter gestalten, unter Aufrechterhaltung seiner Qualität. 
Die Rekrutierung der besten internationalen Expertinnen und 
Experten zur Evaluation der Gesuche sollte dadurch erleichtert 
werden.
Nationaler Forschungsrat: Amtszeit wird reduziert 
Der NFR wird bei seinen Aktivitäten zur Projektevaluation und der 
Abwicklung der Forschungsförderung bessere Unterstützung durch eine 
gestärkte Geschäftsstelle erhalten. Angesichts ihrer 
einflussreichen Rolle wird zudem die Amtszeit der Mitglieder des 
NFR auf maximal 8 Jahre reduziert (bisher 10 Jahre). Ausserdem 
werden die Entscheidungsprozesse transparenter gestaltet und die 
Rolle der Koreferenten wird gestärkt. Das Präsidium des NFR wird 
neu organisiert, um eine aktive Rolle in der Forschungspolitik 
entwickeln und umsetzen zu können. Es wird insbesondere für eine 
gute Kommunikation mit den Forschenden, den Hochschulen, der 
Politik und der Gesellschaft besorgt sein. Das Präsidium des NFR 
und der Ausschuss des Stiftungsrats werden enger zusammenarbeiten..
Einige Massnahmen dieser Reform müssen noch vom Stiftungsrat an 
seiner Sitzung Ende März 2007 genehmigt werden. Anschliessend wird 
dem Bundesrat eine teilweise Überarbeitung der Statuten des SNF 
vorgeschlagen. Das gesamte Reformpaket soll zügig umgesetzt werden.
Auskünfte
Presse- und Informationsdienst
Philippe Trinchan
Wildhainweg 3 / Postfach 8232 / CH-3001 Bern
Tel.: +41 (0)31 308 22 22, E-Mail:  ptrinchan@snf.ch
Weitere Informationen:
- Fact-Sheet : Der Schweizerische Nationalfonds in Kürze
- Schlussbericht des Ausschusses des Stiftungsrats vom 26.01.2007
sowie den Text dieser Medienmitteilung stehen auf der Website des 
Schweizerischen Nationalfonds zur Verfügung: 
www.snf.ch/medienmitteilung

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