Schweizerischer Nationalfonds / Fonds national suisse

SNF:Der Schweizerische Nationalfonds formuliert sein Mehrjahresprogramm fĂĽr 2008-2011

    Bern (ots) - Wissenschaftliche Spitzenforschung – ein zukunftssichernder Wert

Der Forschungsplatz Schweiz muss seine Rahmenbedingungen verbessern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Im Vergleich der OECD- Länder liegt die Schweiz mit ihrer staatlichen Forschungsförderung deutlich unter dem Durchschnitt. Dieser besorgniserregenden Tatsache hat der Schweizerische Nationalfonds in seiner Strategie für den Zeitraum 2008-2011 Rechnung getragen. Damit die Forschung ihr hohes Niveau beibehalten kann, braucht es in den nächsten Jahren einen Budgetzuwachs von jährlich 10 Prozent.

Der Forschungsplatz Schweiz ist nach wie vor vital. Dies zeigt sich daran, dass die Zahl der Förderungsgesuche an den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) in den letzten Jahren auf Rekordhöhen geklettert ist. Der jüngste Gesuchseingang mit Frist Anfang März 2006 bestätigt diesen Trend. Allerdings konnte der SNF mit seinen finanziellen Mitteln der steigenden Nachfrage auf Seiten der Forschenden in den letzten Jahren nicht standhalten. Darüber hinaus behinderten die Bundesmassnahmen zur Haushaltsanierung die Bemühungen, den Nachholbedarf im Zeitraum 2004-2007 zu decken. Die heutige Stagnation bereitet umso mehr Sorge, als in den kommenden Jahren mit einem weiteren Zuwachs der Gesuche zu rechnen ist.

    Sicherung hoher Forschungsqualität und Stärkung des Nachwuchses Um diesen Herausforderungen zu begegnen und den Forschungsplatz Schweiz zu stärken, hat der SNF seine Förderungsstrategie fĂĽr den Zeitraum 2008-2011 in seinem Mehrjahresprogramm entsprechend ausgerichtet. Das Mehrjahresprogramm wurde kĂĽrzlich an das Staatssekretariat fĂĽr Bildung und Forschung ĂĽbermittelt. So kann es in die Vorbereitung der „Botschaft des Bundesrates ĂĽber die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation“ (2008-2011) im kommenden Herbst einbezogen werden.

In seinem Programm will der SNF vor allem die Förderung und Qualitätssicherung der freien Forschung (bei der das Forschungsthema vom Forschenden frei gewählt werden kann) stärken. Er richtet dazu drei Aktionslinien ein: Sinergia zur Förderung umfangreicher, vernetzter Projekte, Eccellenza für die Spitzenforschung und Ambizione für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die freie Forschung bzw. Grundlagenforschung leistet einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen, d.h. auch wirtschaftlichen, Entwicklung unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund will der SNF neue Brücken zwischen Forschung und Wirtschaft schlagen, den Wissens- und Technologietransfer verbessern und speziell die Forschungsarbeit der Fachhochschulen fördern. Auch die Intensivierung der öffentlichen Wissenschaftskommunikation sowie die Chancengleichheit sind vorrangige Anliegen.

Damit dieses Programm umgesetzt werden kann, muss das Budget des SNF im jährlichen Durchschnitt um 10 Prozent steigen. Ausgehend von einem Budget von 567 Millionen Franken im Jahr 2007 würde der Mittelbedarf bis 2011 somit auf 797 Millionen Franken ansteigen.

    Der Forschungsplatz Schweiz muss seine Konkurrenzfähigkeit verbessern Von den eingereichten Projektgesuchen konnte der SNF in der freien Forschung im Jahr 2004 40 Prozent, im Jahr 2005 45 Prozent gutheissen. Noch zehn Jahre zuvor waren es 50 Prozent gewesen. 2005 konnten nur 280 Millionen Franken bewilligt werden, obgleich die Forschenden in ĂĽber 2'000 Gesuchen 620 Millionen Franken beantragt hatten. Diese Situation gibt Anlass zur Sorge: Trotz strengster Auslese ist der SNF nicht in der Lage, Forschungsprojekte von höchster Qualität zu fördern. Die fĂĽr die einzelnen Projekte bewilligten Beiträge sind im internationalen Vergleich nicht mehr konkurrenzfähig. Trotz Teuerung sind sie seit zehn Jahren auf unverändertem Niveau geblieben. Die Qualität der Schweizer Forschung beruhe auf langfristigen Investitionen; sie sei nachhaltig in Frage gestellt, wenn es nicht gelinge, die heutigen Rahmenbedingungen zu ändern, warnt Dieter Imboden, der Präsidenten des Nationalen Forschungsrates.

Gleichzeitig hat sich der internationale Wettbewerb zwischen den Wissenschaftsstandorten, insbesondere durch neue Akteure aus dem asiatischen Raum, verschärft. „Die Politik ist sich der wachsenden Bedeutung bewusst, welche die Forschungsförderung für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz hat. Allerdings wird dieses Bewusstsein bisher noch nicht ausreichend in die Tat umgesetzt. Daher sind weitere Anstrengungen von Seiten des Staates unverzichtbar“, betont Daniel Höchli, Direktor des SNF. In der Schweiz leistet die Privatwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Forschung und Entwicklung (vgl. Tabelle in Mediendokumentation). Hingegen liegen die staatlichen Investitionen in die Grundlagenforschung mit 0,65 Prozent des Bruttoinlandprodukts unter dem OECD-Durchschnitt von 0,75 Prozent. „Die Privatwirtschaft ist in ihrer angewandten Forschung und Innovation auf die öffentlich finanzierte Grundlagenforschung angewiesen“, erläutert Höchli. „Ohne starke Grundlagenforschung wird sich die Privatwirtschaft vermehrt anderen Ländern zuwenden, da es in unserem Land an hoch qualifizierten Wissenschaftlern und Mitarbeitern mangelt, die Forschungsarbeit in strategischen und innovativen Bereichen zu leisten vermögen.“

Mit Blick auf die Strategie der Europäischen Union ist diese Sorge umso berechtigter. Die EU hat soeben ein ehrgeiziges Programm zur Förderung der Grundlagenforschung auf europäischer Ebene lanciert und ruft jeden EU-Mitgliedstaat auf, dies auch auf nationaler Ebene zu tun. Wie Dieter Imboden sagt: „Die Schweiz muss es ihren Forschenden ermöglichen, mit gleich langen Spiessen zu streiten. Dazu muss sie sich zum einen voll und ganz am 7. Forschungsrahmenprogramm beteiligen und zum anderen auf nationaler Ebene ihre Forschung besser fördern.“

    Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Aufgabe des SNF ist es, in der Schweiz qualitativ hochstehende wissenschaftliche Forschung finanziell zu fördern. Seine Haupttätigkeit besteht daher in der Begutachtung und Auswahl der besten Forschungsprojekte und in der Förderung eines hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Eingabe der Forschungsgesuche, die international begutachtet werden, erfolgt im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen. Dies gewährleistet eine optimale Verwendung der Bundesbeiträge fĂĽr die wissenschaftliche Forschung an den Universitäten und Fachhochschulen.

Die wichtigsten Massnahmen des SNF Mehrjahresprogramms 2008-2011: http://www.snf.ch/de/por/phi/phi_plu.asp und http://www.snf.ch/medienmitteilung

Für weitere Informationen: Daniel Höchli Direktor des SNF Wildhainweg 3, Postfach 8232, CH-3001 Bern Tel: +41 (0)31 308 22 14, E-Mail: gs@snf.ch

Der Text dieser Medienmitteilung, eine Mediendokumentation sowie das SNF Mehrjahresprogramm 2008-2011 stehen auf der Website des Schweizerischen Nationalfonds zur VerfĂĽgung: www.snf.ch/medienmitteilung



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