Frauen führen Staaten, Gesellschaften und Gemeinschaften an: Liechtenstein mit Porträts in UNO-Ausstellung vertreten
Vaduz (ots)
Am 30. Juni wurde die fünfte Ausgabe der Fotoausstellung "Not a Woman's Job?" im Palais des Nations der Vereinten Nationen in Genf eröffnet. Unter dem Titel "Women leading countries, societies and communities" würdigt sie Frauen, die auf nationaler, gesellschaftlicher und lokaler Ebene Verantwortung übernehmen. Liechtenstein ist mit Porträts von Helen Marxer-Bulloni und Beatrice Brunhart-Risch vertreten.
Die Ausstellung zeigt, wie Frauen weltweit zu Frieden, guter Regierungsführung, sozialem Zusammenhalt und resilienten Gemeinschaften beitragen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass strukturelle Hürden und stereotype Vorstellungen ihren Zugang zu Führungsrollen weiterhin erschweren. Die diesjährige Ausgabe verbindet aktuelle weibliche Führungspersönlichkeiten mit historischen Entwicklungen und macht sichtbar, welchen Weg Frauen trotz Widerständen gegangen sind.
Mit Helen Marxer-Bulloni wird eine zentrale Persönlichkeit der Liechtensteiner Gleichstellungsbewegung porträtiert. Sie war Aktivistin der ersten Stunde der 1981 gegründeten Aktion Dornröschen, die sich für die Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts in Liechtenstein einsetzte. Die Gruppierung leistete einen wichtigen Beitrag zur Mobilisierung der Bevölkerung und zur Sensibilisierung für die politische Diskriminierung von Frauen, bis 1984 das Frauenstimmrecht eingeführt wurde. Helen Marxer-Bulloni engagierte sich darüber hinaus unter anderem als Mitinitiatorin der Verfassungsklage von 1997, die zu einem gleichberechtigten Staatsbürgerschaftsgesetz führte.
Beatrice Brunhart-Risch steht exemplarisch für heutige Formen weiblicher Führung, die gesellschaftliche Teilhabe stärken und Barrieren abbauen. Vor rund 25 Jahren war sie Mitbegründerin des jungen THEATER Liechtenstein und prägt die Institution bis heute aktiv. Unter ihrer langjährigen Führung entwickelte sich das junge THEATER zu einem wichtigen Ort kultureller Teilhabe und Persönlichkeitsbildung in Liechtenstein. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der konsequenten Förderung der Inklusion von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, die im jungen THEATER selbstverständlich und sichtbar gelebt wird.
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