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22.10.2001 – 17:04

Fürstentum Liechtenstein

Aussenminister Ernst Walch bei Europakonferenz

Vaduz (ots)

Liechtensteinischer Vorschlag eines benchmarking für Banken im  
Kampf gegen internationalen Terrorismus von deutscher Seite als  
«sehr sinnvoll» aufgenommen
Der liechtensteinische Aussenminister Ernst Walch
nutzte die erstmals von der EU organisierte Europakonferenz in
Brüssel vom Samstag, 20. Oktober 2001, um einen konkreten Vorschlag
zur Verbesserung der europäischen Zusammenarbeit in der
Terrorismusbekämpfung zu präsentieren.
«Liechtenstein unterstützt vollumfänglich die internationale  
Front zur Terrorismusbekämpfung», führte der Aussenminister aus.  
Im Finanzbereich habe Liechtenstein die notwendigen Massnahmen  
betreffend das Einfrieren von Vermögenswerten der Terroristen,  
die auf einer internationalen Liste aufgeführt sind, vorgenommen.  
Die Reformen Liechtensteins zur verstärkten Bekämpfung der  
Geldwäscherei seien auch im Lichte der aktuellen politischen  
Situation zu sehen. Gerade die Etablierung von Kundenprofilen der  
Banken könne ein wichtiges Element zur Identifizierung von  
Terroristengeldern sein. In diesem Bereich könne die  
Zusammenarbeit noch wesentlich verbessert werden. Liechtenstein  
mache daher den Vorschlag, auf europäischer Ebene ein  
«benchmarking» für Banken zum Setzen und Anwenden hoher Standards  
bei der Bekämpfung schwerer Verbrechen, inklusive des  
Terrorismus, zu etablieren. Christof Zöpel, Staatssekretär im  
deutschen Auswärtigen Amt, fand diesen Gedanken «sehr sinnvoll»  
und überlegenswert.
Die Konferenz fand in Brüssel im Nachgang zum EU-Gipfel statt  
und hatte die Terrorismusbekämpfung und insbesondere deren  
finanzielle Aspekte zum Thema. Unter Vorsitz des EU- 
Ratspräsidenten, des belgischen Aussenministers Michel, fanden  
sich Aussenminister und andere hohe politische Vertreter von 40  
europäischen Staaten zusammen. Neben den EU-Staaten selbst, den  
Beitrittskandidaten und den Mitgliedern des Stabilitätspaktes  
(Südosteuropa) waren erstmals alle EFTA-Staaten als Mitglieder  
eingeladen. Gäste der Konferenz waren Russland, Moldavien und die  
Ukraine.
Die Minister verabschiedeten eine Deklaration zur Stärkung der  
Zusammenarbeit bei der Terrorismusabwehr. Im Finanzbereich wurde  
insbesondere auf die UNO-Konvention zur Bekämpfung der  
Terrorismusfinanzierung und die Arbeiten der FATF hingewiesen.
Regierungsrat Walch schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis  
auf Liechtensteins humanitäre Aktionen zur Linderung der Not in  
Afghanistan, welche hauptsächlich durch das Talibanregime  
verursacht wurde. Auch längerfristige Aktionen seien notwendig,  
um dem Terrorismus die soziale Basis zunehmend zu entziehen.

Kontakt:

Presse- und Informationsamt des Fürstentums Liechtenstein (pafl)
Tel.: +423/236 67 22
Fax: +423/236 64 60
Internet: www.presseamt.li
Nr. 522