Schweizer Tierschutz STS

Importverbot für Robbenprodukte: Wegweisender WTO-Entscheid

Basel (ots) - Die Welthandelsorganisation WTO unterstützt das EU-Einfuhrverbot für Robben-Produkte und lehnt die von Kanada und Norwegen dagegen vorgebrachten Einsprachen ab. Das seit August 2010 geltende europäische Importverbot für Robbenfelle, Medikamente aus Robbenöl und Robbenfleisch bleibt damit in Kraft. Nun ist es an der Zeit dass sich auch die Schweiz für ein Importverbot ausspricht. Die WTO als Argument dagegen taugt nicht mehr.

Es ist ein wegweisender Beschluss der Welthandelsorganisation der in dieser Woche bekannt wurde: Ein Expertenpanel der WTO entschied, dass der EU-Importbann für Robbenprodukte rechtens sei und dies weil die Europäische Union so auf die moralischen Vorbehalte ihrer Bürger gegen die Robbenjagd reagiere. Damit gewichtet die Organisation Tierschutzinteressen höher als Handelsinteressen. Zwar ist die wirtschaftliche Bedeutung der Robbenjagd eher gering, die Entscheidung kann aber über die Robbenindustrie hinaus Bedeutung haben. Denn erstmals werden moralische Vorbehalte der Bevölkerung zur Rechtfertigung von Handelsbeschränkungen herangezogen. "Das ist ein Präzedenzfall für den Tierschutz", sagt Heinz Lienhard, Präsident Schweizer Tierschutz STS, "und könnte weitreichende Folgen für den Handel mit tierischen Produkten haben."

Die alljährlich an der Atlantikküste vor Neufundland stattfindete Jagd auf Sattelrobben gilt als besonders blutig und grausam. Auch wenn die Jagdquoten seit Jahren nicht ausgeschöpft werden so waren es doch mehr als 90'000 Sattelrobben die im vergangen Frühjahr erlegt wurden. Die meisten Tiere werden erschossen, viele aber auch heute noch mit sogenannten Hakapiks (stumpfe Metallstangen, um das Fell nicht durch Einschusslöcher zu entwerten) erschlagen. Insgesamt 34 Länder verbieten inzwischen den Handel mit Robbenprodukten, davon 28 EU-Länder, Russland und die USA. Für Produkte aus der Robbenjagd durch die Inuit gelten Ausnahmen vom Handelsverbot.

Im der Schweiz ist mit der Motion Freysinger "Importverbot für Robbenprodukte"* ein entsprechendes Begehren im Parlament hängig. Während der Nationalrat ein Importverbot befürwortet, hat der Ständerat im Dezember vergangenen Jahres die Behandlung der Motion bis zu einem Entscheid der WTO ausgesetzt. Nun ist der Entscheid bekannt und der Schweizer Tierschutz STS ruft die grosse Kammer auf sich jetzt ebenfalls für ein Handelsverbot auszusprechen und damit ein Zeichen zu setzen für den Tierschutz.

* Motion Nationalrat (Freysinger).

Importverbot für Robbenprodukte (11.3635 n)

www.parlament.ch/d/suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20113635

Kontakt:

Helen Sandmeier
Medienstelle Schweizer Tierschutz STS
Telefon 079 357 32 04
media@tierschutz.com


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