Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

Migros Museum für Gegenwartskunst / Eine Institution des Migros-Kulturprozent / Jahresprogramm 2013

Zürich (ots) - Wir freuen uns, Ihnen unser Jahresprogramm 2013 zu präsentieren. Im Jahr 2013 zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst vier Einzelausstellungen sowie vier Sammlungspräsentationen, die zeitgleich dazu stattfinden. Auch 2013 wird die Sammlung auf Reisen geschickt: Sie wird im Musée Rath in Genf zu Gast sein.

9. Februar - 21. April 2013 Eröffnung: Freitag, 8. Februar 2013 Stephen G. Rhodes: The Law of the Unknown Neighbor

4. Mai - 18. August 2013 Eröffnung: Freitag, 3. Mai 2013 Geoffrey Farmer: Letʼs Make the Water Turn Black

31. August - 10. November 2013 Eröffnung: Freitag, 30. August 2013 Carey Young

23. November 2013 - 19. Januar 2014 Eröffnung: Freitag, 22. November 2013 Laura Lima

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Stephen G. Rhodes: The Law of the Unknown Neighbor 9. Februar - 21. April 2013 Eröffnung: Freitag, 8. Februar 2013

Erste Schweizer Einzelausstellung von Stephen G. Rhodes (*1977, Houston, USA; lebt und arbeitet in New Orleans und Berlin)

Die Installationen des amerikanischen Künstlers Stephen G. Rhodes, die sich durch den Zusammenschluss unterschiedlicher Medien auszeichnen, basieren jeweils auf verschiedenen Quellen aus Geschichte und Kultur - darunter solche aus der US-amerikanischen Vergangenheit und der Kunst- und Filmgeschichte -, die er zu einem neuen dichten Zeichensystem verschweisst. So verknüpft Rhodes etwa im Werkzyklus, den er 2009 unter dem Titel Dar Allers War Ne'er Eny Bear Bear in der Galerie Isabella Bortolozzi zeigte, Walt Disneys Song of the South (1946) - eine Leinwandadaption der Onkel-Remus-Geschichten von Joel Chandler Harris (1848-1908), die ihren Ursprung in der Oral History der Sklaven der Südstaatenplantagen haben - mit Stanley Kubricks The Shining (1980). Damit greift er die verdrängten Tiefen der US-Vergangenheit auf und rekontextualisiert sie. Für seine erste institutionelle Einzelausstellung in Europa realisiert Rhodes eine neue Rauminstallation, die als Quelle Aby Warburgs kanonischen Vortrag Das Schlangenritual nimmt, den dieser 1923 in der Heilanstalt Bellevue in Kreuzlingen hielt. Darin untersuchte er das Schlangenritual der Hopi-Ureinwohner aus kunsthistorischer und religionswissenschaftlich-anthropologischer Perspektive und proklamierte da- mit eine moderne Kulturwissenschaft. Die Ausstellung wird von Raphael Gygax (Kurator Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert.

Stephen G. Rhodes hatte Einzelausstellungen u. a. in der Galerie Isabella Bortolozzi (2012), im Hammer Museum (2010), Los Angeles, und nahm 2009 an der New-Museum-Triennale in New York teil. Zur Ausstellung erscheint bei JRP|Ringier erstmals eine monografische Publikation über Stephen G. Rhodes mit Beiträgen von Raphael Gygax, Brian Price, John David Rhodes, Stephen G. Rhodes, Laurence A. Rickels und Keston Sutherland.

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Geoffrey Farmer: Letʼs Make the Water Turn Black 4. Mai - 18. August 2013 Eröffnung: Freitag, 3. Mai 2013

Erste Schweizer Einzelausstellung von Geoffrey Farmer (*1967, Vancouver, Kanada; lebt und arbeitet in Vancouver)

Die künstlerische Arbeitsweise von Geoffrey Farmer verortet sich im kulturgeschichtlichen Sammeln und Forschen und bedient sich eines vielfältigen Repertoires: vom gefundenen Objekt, der Zeichnung, Fotografie, Video bis zur Skulptur. Nach intensiven Recherchen entstehen Kollektionen, die Aspekte der bildenden Kunst, Literatur, Musik, Politik, Geschichte und Soziologie vereinen und vom Betrachter ein « assoziatives Sehen » einfordern. Diese werden vom Künstler in ausladenden, theatral anmutenden Installationen präsentiert. Nach Leaves of Grass (2012), seinem Beitrag für die dOCUMENTA (13), widmet sich Farmer in seiner speziell für das Migros Museum für Gegenwarts- kunst produzierten Arbeit einer raumgreifenden skulpturalen Performance. In Anlehnung an eine gleichnamige Komposition Frank Zappas von 1968 präsentiert Farmer mit Let's Make the Water Turn Black eine improvisierte Biografie des US-amerikanischen Musikers. Minuziös orchestrierte und choreografierte bewegliche Elemente auf einer Bühne entführen den Betrachter mit einer vielschichti- gen atmosphärischen Gesamtkomposition zu ausgewählten Stationen aus Zappas Lebensgeschichte. Die Ausstellung wird von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert.

Geoffrey Farmer war 2012 an der Documenta (13) beteiligt und nahm 2011 an der 12. Istanbul-Biennale teil. Seine zahlreichen Einzelausstellungen wurden u. a. bei REDCAT, Los Angeles und Casey Kaplan (beide 2011), New York, sowie im Witte de With, Rotterdam, und im Musée d'art contemporain de Montréal (beide 2008) gezeigt. Zur Ausstellung erscheint eine monografische Publikation mit Texten von Heike Munder, Michael Turner und Jan Verwoert.

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Carey Young 31. August - 10. November 2013 Eröffnung: Freitag, 30. August 2013

Erste Schweizer Einzelausstellung von Carey Young (*1970, Lusaka, Sambia; lebt und arbeitet in London)

Seit den späten 1990er Jahren untersucht die britische Künstlerin Carey Young den wachsenden Einfluss internationaler Grosskonzerne auf das Individuum in Arbeiten, die sich einer breiten Palette von Medien - darunter Videos, Performances, Texte und Installationen - bedienen und in der Tradition der konzeptuellen Kunst stehen. Sie untersucht insbesondere, wie die Unternehmenskultur die Sprache verändert oder wie sich Vertragsstrukturen und ihre sprachlichen Merkmale immer stärker in alle Lebensbereiche ausbreiten und sie umgestalten. Dabei hat Young mehr und mehr das Recht als künstlerisches Medium entdeckt: Sie schafft experimentelle juristische Strukturen, in denen Gesetze als «Wirklichkeit» eigener Art auftreten und unerwartete Beziehungen zwischen Künstler, Betrachter und Galerie choreografieren. Ihre Werke entwickeln sich oft aus der besonderen Kultur, die sie untersucht. Wie eine Doppelagentin vertieft sie sich in die Geschäftswelt oder die Sphäre des Rechts, kleidet sich entsprechend und inszeniert dafür empfohlene Szenarien, um die Reichweite der Macht jeder einzelnen Institution zu hinterfragen und ihre Fähigkeit, unsere heutige Wirklichkeit zu prägen, auf die Probe zu stellen. In der Ausstellung werden frühere Werke sowie eine grossangelegte neue Serie gezeigt, die die Künstlerin eigens für die Schau im Migros Museum für Gegenwartskunst ent- wirft. Diese neuen Arbeiten werden sich mit Gesetzeslücken in den rechtlichen Regelungen bezüglich Überwachung, Redefreiheit und des öffentlichen Raums auseinandersetzen. Die Ausstellung wird von Raphael Gygax (Kurator Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert.

Carey Young hatte zahlreiche Einzelausstellungen u. a. im Contemporary Art Museum in St. Louis und The Power Plant in Toronto (beide 2009) und nahm 2010 an der Taipei-Biennale, 2007 an der Moskau- Biennale, 2005 an der Biennale in Sharjah und 2003 an der Venedig-Biennale teil. Darüber hinaus waren Arbeiten von ihr im San Francisco Museum of Modern Art (2012), im New Museum, New York (2011), und im MoMA/PS1, New York (2010), sowie in der Tate Britain (2009/2010) zu sehen. Zur Ausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst erscheint bei JRP|Ringier eine umfassende Übersichtsmonografie mit Beiträgen von der Künstlerin, Martha Buskirk, Raphael Gygax, Jill Magid und Tirdad Zolghadr.

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Laura Lima 23. November 2013 - 19. Januar 2014 Eröffnung: Freitag, 22. November 2013

Erste Schweizer Einzelausstellung von Laura Lima (*1971, Governador Valadares, Brasilien; lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, Brasilien)

Laura Limas Arbeiten sind geprägt von ihrer Faszination für die Komplexität sozialer Beziehungen und menschlicher Verhaltensweisen. Die brasilianische Künstlerin lotet in ihren Werken, für die sie Medien wie Zeichnung, Performance und Installation verwendet, Grenzen der Wahrnehmung von Traum und Fiktion, Alltäglich-Realem und Absurdität aus. Mit ihren Gala Chickens etwa - einer Arbeit, die sie seit 2004 mehrfach re-inszeniert hat und die unter anderem bei der Lyon Biennale 2011 gezeigt wurde - entführte Lima die Betrachter scheinbar in eine Traumwelt surrealer Paradiesvögel: Inspiriert vom Karneval, der es den Individuen erlaubt, ihre gesellschaftlichen Rollen und Normen für eine gewisse Zeit zu verlassen, schmückte sie 40 Hühner mit bunten fremden Federn und stellte sie in einem Gehege aus. Im Lauf dieser verordneten Maskerade entwickelten die Vögel mitunter völlig neue Verhaltensmuster. Die Gala Chickens sind ein weiteres Beispiel dafür, dass ihre Welten geheimnisvolle Überraschungen bergen. Limas Arbeiten waren unter anderem bei der Ruhrtriennale in Essen (2012), der Biennale in Lyon, in der Bonniers Konsthall in Stockholm und der Manchester Art Gallery (alle 2011) zu sehen. Zudem ist sie Mitbegründerin und seit 2003 künstlerische Beraterin der Künstlergalerie A Gentil Carioca in Rio de Janeiro. Die Ausstellung wird kuratiert von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst).

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COLLECTION ON DISPLAY

Collection on Display: Heidi Bucher, Thea Djordjadze, Berta Fischer, Loredana Sperini, Katja Strunz 9. Februar - 21. April 2013 Eröffnung: Freitag, 8. Februar 2013

Collection on Display: Stefan Burger, Valentin Carron, Edward Krasiński, Manfred Pernice 4. Mai - 18. August 2013 Eröffnung: Freitag, 3. Mai 2013

Collection on Display: Jimmie Durham u. a. 31. August-10. November 2013 Eröffnung: Freitag, 30. August 2013

Collection on Display: Christoph Büchel u. a. 23. November 2013 - 19. Januar 2014 Eröffnung: Freitag, 22. November 2013

Collection on Display präsentiert ausgewählte Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst. Die ersten beiden Sammlungsausstellungen im Jahr 2013 setzen den im letzten Jahr begonnenen Ausstellungszyklus zum Thema Skulptur fort. In den beiden Teilen werden Werke vereint, die sich einerseits auf ein modernistisches Formenvokabular beziehen, andererseits sich aber auch durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien und deren Konnotationen kennzeichnen. Ebenso stehen Fragen der (Re-)Präsentation im Zentrum. In der zweiten Jahreshälfte 2013 beginnt ein dreiteiliger Zyklus von Sammlungsausstellungen zur Rolle, zu Funktionen und Möglichkeiten des Raums und von Interieurs in der zeitgenössischen Kunst u. a. mit Werken von L/B, Christoph Büchel, Heidi Bucher und Jimmie Durham. Die gezeigten Installationen beschäftigen sich mit spezifischen Raumarrangements oder bilden einen in sich geschlossenen Raum im Raum. Dabei interessieren verschiedene Schwerpunkte wie die räumliche Installation als partizipatives Setting, der Raum als Ort der Erinnerung und die psychologische Aufladung von räumlichen Architekturen und Strukturen. Begleitend findet in Kooperation mit dem Schweizerischen-Nationalfonds-Projekt «Anagrammatic Spaces. Interiors in Contemporary Art» der Universität Bern ein ausführliches Rahmenprogramm zur Ausstellung statt.

Die Sammlungspräsentationen werden von Judith Welter, Sammlungskonservatorin des Migros Museum für Gegenwartskunst, kuratiert.

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SAMMLUNG AUF REISEN

Nach mehreren Präsentationen ausserhalb der Schweiz wird 2013 eine Auswahl von Werken aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst unter dem Titel M Sélection - Collection of the Migros Museum für Gegenwartskunst im Musée Rath in Genf gezeigt werden.

Die Ausstellung wird von Justine Moeckli, Kuratorin am Musée Rath, in Zusammenarbeit mit Heike Munder, Leiterin des Migros Museum für Gegenwartskunst, und Judith Welter, Sammlungskonservatorin des Migros Museum für Gegenwartskunst, kuratiert.

Musée Rath, Genf 17. Mai - 23. September 2013 Eröffnung: Donnerstag, 16. Mai 2013

Migros Museum für Gegenwartskunst Limmatstrasse 270 CH-8005 Zürich

T +41 44 277 20 50 F +41 44 277 62 86 info@migrosmuseum.ch migrosmuseum.ch

* * * * * * Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros für Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. www.migros-kulturprozent.ch

Kontakt:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

rene.mueller@mgb.ch, T +41 44 277 27 27



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