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Politik muss Risiken benennen. Kommentar von Sabine Brendel

Essen (ots) - Der Münchner Volkswirt Hans-Werner Sinn ist bekannt für provokante Thesen zum ökonomischen Zeitgeschehen. Derzeit mischt der Chef des Münchner ifo-Instituts kräftig bei der Euro-Schuldendebatte mit - und drängt seit Monaten mit einem Spezialthema an die Öffentlichkeit: Target-Kredite. Mit diesem komplizierten Thema verfehlt er allerdings sein Ansinnen. Und erhöht die allgemeine Verunsicherung. Sinn fürchtet, dass Deutschlands Haftungsrisiken bei der Eindämmung der Schuldenkrise steigen. Das ist eine durchaus berechtigte Befürchtung. Doch um sie einer breiten Öffentlichkeit zu verdeutlichen, taugt das Thema Target-System nicht. Selbst viele Wirtschaftsexperten winken ab, wenn sie es erklären sollen. Das heißt aber natürlich nicht, dass die Risiken bei der angestrebten Euro-Rettung verschwiegen werden sollen. Im Gegenteil: Die Steuerzahler haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, was im schlimmsten Fall auf sie zukommen könnte. Wenn es um einfache Erklärungen von Haftungsrisiken geht, sind allerdings vor allem die Politiker in Europa gefragt.

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