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Die schwierige Prognose - Kommentar von Christopher Shepherd

Essen (ots) - Noch im Frühjahr prognostizierten die Wirtschaftsforscher für 2012 ein Wachstum von 2,0 Prozent in Deutschland. Sechs Monate später sind es nur nur noch 0,8 Prozent. Haben die Experten keine Ahnung? So einfach ist es nicht. Vielmehr ist es eher so, wie es Winston Churchill formulierte: Prognosen sind schwer - besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Wirtschaftsforscher müssen mit vorhandenen Daten arbeiten. Und auch wenn es bereits im Frühjahr Anzeichen für die schwere Euro-Krise gab, konnten sie nicht wissen, wie chaotisch das Euro-Krisenmanagement geraten würde. Das drückt die Konjunktur: Weil die Probleme bisher nur mit immer größeren Rettungsschirmen gelöst werden sollen, steigt die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Banken werden wieder vorsichtiger bei der Vergabe von Krediten - auch an den Mittelstand. Wenn der Staat dann auch noch Banken erneut retten muss, steigen seine Schulden immer weiter. Und: Die Prognose von 0,8 Prozent setzt voraus, dass die Politik die Euro-Krise in den Griff bekommt. Falls nicht, werden die Forschungsinstitute im Frühjahr ihre Prognose wohl wieder kassieren.

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