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Media Service: Staatlicher Boom

Zürich (ots) - Die Beschäftigung in der Schweiz ist in den letzten Jahren deutlich schneller gewachsen als in anderen OECD-Ländern. Das Schweizer "Jobwunder" ist vor allem dem starken Wachstum in den staatlichen und staatsnahen Bereichen zu verdanken. Gemäss Berechnungen der "Handelszeitung" auf Basis der Statistik der Unternehmensstruktur des Bundesamtes für Statistik (BFS) hat sich das Beschäftigungswachstum im staatlichen Bereich seit 2008 noch beschleunigt. Der öffentliche Sektor legte in dieser Zeit um gut 40'000 auf über 534'000 Vollzeitstellen zu.

Darin nur zum Teil enthalten sind die Beschäftigten in den staatsnahen Boombranchen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Gemäss einer neuen Studie der KOF Konjunkturforschunsgsstelle der ETH Zürich stieg die Zahl der Erwerbstätigen in den staatsnahen Bereichen zwischen 2003 und 2013 um 235'000 Personen. Dieser Beschäftigungsboom widerspiegle eine grössere Nachfrage nach Dienstleistungen aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich und sei somit "eine Folge des wirtschaftlichen Erfolgs der Schweiz, der sich in Einkommen, Zuwanderung und Wissensdurst niederschlägt".

"Nichtsdestotrotz ist der beschleunigte Anstieg doch besorgniserregend", findet dagegen Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) des Bundes. Beim starken Wachstum der staatlichen und staatsnahen Bereiche stelle sich die Frage der Nachhaltigkeit: "Der Binnensektor kann ja nur wachsen, weil der Exportsektor so produktiv ist. Aber die Gefahr besteht, dass der dynamische Sektor erstickt wird", warnt Zürcher.

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