Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft: Schulzahnpflege - Stehlen sich die Kantone aus der Verantwortung?

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    Bern (ots) - Die jüngste SSO-Befragung zur aktuellen Situation in
der Schulzahnpflege belegt: Die meisten Kantone haben die
mundhygienische Betreuung von Kindern und Jugendlichen an die
Gemeinden delegiert. Nur noch wenige Kantone führen
Prophylaxeprogramme selber durch. Unterschiede zwischen ländlichen
und urbanen Regionen nehmen zu. Für Familien mit
Mitgrationshintergrund wird der Zugang zur medizinischen
Zahnbehandlung schwieriger.

    Die neuste SSO-Umfrage zum Stand der Schulzahnpflege in der Schweiz zeigt: Die meisten Kantone in der Deutschschweiz haben die Verantwortlichkeit der Schulzahnpflege an die Gemeinden übertragen. Viele Kantone in der Romandie und das Tessin vollziehen die schulischen Prophylaxeprogramme selber, im Kanton Graubünden hat die SSO einen entsprechenden Leistungsauftrag erhalten.

    Dass immer mehr Kantone die Schulzahnpflege an die Gemeinden delegieren, stellt eher ein Problem als eine Chance dar. Oft kommen Gemeinden ihrer Pflicht nur unzureichend nach, sei es durch mangelnden Willen, knappe Finanzen oder durch fehlende Information. Dadurch öffnen sich Versorgungslücken: Urbane Gemeinden verfügen heute mehrheitlich über eine hoch professionelle Schulzahnpflege. Sie bieten über die gesamte Schulzeit ein umfassendes Angebot an. Gemeinden in ländlichen Regionen dagegen beschränken sich zusehends auf die Abgabe von Gutscheinen für eine jährliche Untersuchung.

    Das sinkende Interesse der Behörden für die Schulzahnpflege zeigt sich exemplarisch an der Zürcher Gemeinde Wetzikon. Diesen Oktober hat die Primarschulkommission bekannt gegeben, die Besuche der Schulzahnpflege-Instruktorinnen zu halbieren. Begründung: durch Zahnputzlektionen gingen Unterrichtsstunden verloren. Wenn Vorbeugungsleistungen eingeschränkt werden, trifft dies meist jene Kinder und Jugendlichen, die eine intensive Betreuung am nötigsten hätten. Gemäss einer Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums haben Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund ein deutlich höheres Kariesrisiko.

    Damit alle Kinder und Jugendlichen dieselbe Chance bekommen, ihre Zähne gesund zu erhalten, braucht es ein gut funktionierendes System der Schulzahnpflege. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO appelliert an Kantone und Gemeinden, ihre gesundheitspolitische Verantwortung wahrzunehmen.

ots Originaltext: Schweiz. Zahnärzte-Gesellschaft SSO
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Kontakt:
Felix Adank
Presse- und Informationsdienst SSO
Tel.: +41/31/310'20'80



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