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Haltung der Strombranche durch die Bundesstudie "Energieperspektiven 2035" grundsätzlich bestätigt

    Aarau (ots) - Ohne Investitionen in die einheimische Energieproduktion droht der Schweiz in wenigen Jahren eine Stromlücke. - Das ist die Quintessenz der vom Bundesamt für Energie in Zusammenarbeit mit Experten erarbeiteten Untersuchung "Energieperspektiven 2035". Damit werden die Resultate der vom Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, VSE, bereits im Mai 2006 herausgegebenen Studie "Vorschau 2006 auf die Elektrizitätsversorgung der Schweiz im Zeitraum bis 2035/2050" bestätigt.

    Dennoch ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass im Unterschied zur "Vorschau 06" des VSE die "Energieperspektiven 2035" von Szenarien ausgehen, die teilweise wenig realistischen Annahmen basieren. Dies betrifft insbesondere die Zielszenarien III und IV, die zudem eine weitgehende staatliche Lenkung des Elektrizitätsverbrauchs beinhalten, welche in einer freiheitlichen, individualistischen Gesellschaft kaum Akzeptanz finden dürfte. Die "Vorschau 06" hingegen stützt sich auf Prognosen ab, welche nicht nur die Marktliberalisierung und die Umweltpolitik in der Schweiz und in Europa berücksichtigen, sondern profitiert auch von der jahrzehntelangen Erfahrung der Branche. Die "Vorschau 06" ist somit die Fortsetzung einer langen Reihe von Studien des VSE, deren Treffsicherheit in den letzten 40 Jahren ausserordentlich hoch war.

    Energieeffizienz und neue erneuerbare Energien sind sehr wichtig. Dessen ungeachtet muss festgehalten werden, dass neue erneuerbare Energien nur ein begrenztes technisches und wirtschaftliches Wachstumspotenzial aufweisen. Trotz der angestrebten finanziellen Förderung in der Höhe von mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr wird ihr Anteil an der inländischen Stromproduktion auf längere Sicht gesamthaft 10 Prozent des heutigen Bedarfs kaum übersteigen. Das ist beachtlich, aber nicht ausreichend.

    Zur Deckung der sich abzeichnenden Versorgungslücke sieht der VSE deshalb viele Vorteile in einem Kraftwerks-Mix, der sich auf die zwei Hauptpfeiler "Wasserkraft" und "Kernenergie" und die zwei wichtigen, ergänzenden Nebenpfeiler "neue erneuerbare Energien" und "Erdgas-Kraftwerke" abstützt:

    - Die Wasserkraft soll wo noch möglich ausgebaut werden. Ihr Potenzial liegt vor allem in der Leistungsreserve.

    - Auf Kernenergie darf nicht verzichtet werden. Sie liefert zuverlässig, kostengünstig und umweltschonend grosse Energiemengen.

    - Für den zeitgerechten Ersatz bestehender Kernkraftwerke sind rasche Entscheidungen unabdingbar.

    - Neue erneuerbare Energien sind vermehrt zu nutzen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass ihr technisches und wirtschaftliches Wachstumspotenzial begrenzt ist.

    - Erdgas-Kraftwerke erhöhen die Flexibilität und sind unverzichtbare Übergangslösungen. Sie lassen sich relativ rasch erstellen, setzen aber eine Klärung der Genehmigungsverfahren und der Schweizer CO2-Politik voraus.

    - Importe sind keine Alternative zu den notwendigen Investitionen im Inland.

    Der VSE vertritt die Ansicht, dass mit dem von ihm vorgeschlagenen Vorgehen, die sichere, wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Elektrizitätsversorgung sichergestellt wird. Demgegenüber beinhalten die Zielszenarien III und IV der "Energieperspektiven 2035" die höchst unwahrscheinliche Annahme, alle Staaten würden gleichartige Massnahmen ergreifen. Darüber hinaus würden diese Zielszenarien zwangsläufig zu einer massiven Verteuerung der Strompreise und damit praktisch zu einer Desindustrialisierung der Schweiz führen.

Weitere Informationen über den VSE und die Elektrizitätsbranche finden Sie unter www.strom.ch .

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