VKF / AEAI

Brandschutz wird wirtschaftlicher
ETH veröffentlicht Studie über Wirtschaftlichkeit im vorbeugenden Brandschutz

Bern (ots) - Präventive Massnahmen im Brandschutz verursachen Kosten. Die Beträge sollen aber in einem angemessenen Verhältnis zur Verminderung der Schäden und zu den potentiellen Wertverlusten stehen. Bislang fehlten aber wissenschaftliche Methoden zur Kosten-Nutzen-Berechnung. Die Studie "Wirtschaftliche Optimierung im vorbeugenden Brandschutz" der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) liefert nun erstmals eine fundierte Berechnungsbasis. Brandabschnitte in Einfamilienhäusern und ein Obligatorium für Rauchmelder in Wohngebäuden sind nicht wirtschaftlich.

Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) revidiert zurzeit die Schweizerischen Brandschutzvorschriften. Diese Revision beinhaltet einerseits die Übernahme europäischer Normen. Andererseits berücksichtigen die Anpassungen den aktuellen Stand der Technik. Zudem sieht der Auftrag eine wirtschaftliche Optimierung der Vorschriften vor. Bis heute gab es zu diesem Thema aber keine wissenschaftlich fundierte Berechnungsmethode. Die ETH Zürich hat deshalb während den letzten drei Jahren, zusammen mit der VKF, eine aufschlussreiche Forschungsstudie erarbeitet. Sie leistet einen methodisch und inhaltlich neuartigen Beitrag zur Kosten-Nutzen-Bewertung im vorbeugenden Brandschutz.

Im Rahmen dieser Studie wurden zahlreiche konkrete Fälle untersucht. Unter anderem gingen die Wissenschaftler der Frage nach, ob Brandabschnitte in Einfamilienhäusern wirtschaftlich vertretbar sind. Die Resultate sind eindeutig: Die Grenzkosten eines Brandabschnittes für einen Heizungsraum oder eine Garage liegen zwischen CHF 30.- und CHF 70.-. Da schon eine Brandschutztür ungefähr CHF 1'000.- kostet, sind Brandabschnitte wirtschaftlich nicht effizient. Für den Personenschutz ist eine Brandabschnittsbildung in beiden betrachteten Fällen weniger wichtig als eine Behinderung der Rauchausbreitung. Letztere kann durch die Forderung nach einem Raumabschluss aber kostengünstiger erreicht werden als mit einem vollwertigen Brandabschnitt.

Rauchmelderpflicht für Wohngebäude in der Schweiz?

Ein weiteres Thema der Studie war die Frage nach einer künftigen Rauchmelderpflicht in Wohngebäuden. Im Vordergrund stand dabei die Beurteilung von Heimrauchmeldern als Massnahme für den Personenschutz. Aus der Untersuchung ging hervor, dass ein Obligatorium zwar zwei bis drei Brandtote pro Jahr verhindern könnte. Die Grenzkosten für einen Rauchmelder betragen jedoch rund CHF 10.-, eine geprüfte Version kostet ungefähr CHF 40.-. Somit übersteigen die Grenzkosten einer Rauchmelderpflicht die Zahlungsbereitschaft deutlich. Dennoch sind Aktionen einzelner Gebäudeversicherungen im Sinne einer Präventionskampagne nach wie vor erwünscht.Die Resultate der ETH-Studie beeinflussen die Revision der Brandschutzvorschriften massgeblich. Bereits im März 2013 geht der Entwurf in die Vernehmlassung. Ziel ist, dass die Vorschriften am 1. Januar 2015 einheitlich formuliert sind und in Kraft treten.

Die Studie "Wirtschaftliche Optimierung im vorbeugenden Brandschutz" (IBK Bericht Nr. 338) kann beim Institut für Baustatik an der ETH Zürich bezogen werden.

Kontakt:

Ernst Bischofberger
Präsident Technische Kommission Brandschutz VKF und
Projektverantwortlicher Revision Brandschutzvorschriften VKF
Tel.: +41/71/353'00'50
Mobile: +41/79/357'41'31
E-Mail: bischofberger@assekuranz.ch


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