NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

National Geographic: Kohlenstoff verzweifelt gesucht! - Drohen dramatische Klimaveränderungen?

    Hamburg (ots) - Jedes Jahr pustet unsere Zivilisation acht
Milliarden Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre. Weniger als die
Hälfte bleibt nachweislich dort und heizt die Erde auf. Klimaforscher
in aller Welt rätseln allerdings, wohin der Rest des Kohlenstoffs
verschwindet. Sie befürchten eine radikale Zunahme des so genannten
Treibhauseffekts, wenn auch dieser Kohlenstoff als Kohlendioxid
irgendwann in die Atmosphäre gelangen sollte. Über die Suche nach dem
verlorenen Kohlenstoff berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in
der Februar-Ausgabe (EVT 26.01.2004).
    
    Es gibt unterschiedliche Vermutungen, wo sich die fraglichen vier
Milliarden Tonnen Kohlenstoff befinden. So schlucken die Meere
wahrscheinlich die Hälfte dieser Gase, ein anderer Teil wird von den
Wäldern absorbiert. Aber auch wenn man alle möglichen
Kohlenstoffspeicher zusammenrechnet, fehlen in der Bilanz der
Klimaforscher noch etwa 1,5 Milliarden Tonnen, über die sie nichts
wissen.
    
    Durch die Folgen der Erderwärmung droht die Gefahr, dass die
natürlichen Kohlenstoffspeicher ihre Aufnahmekapazitäten für
Kohlendioxid verlieren. Wenn Meere und Wälder demnächst mehr
Kohlenstoff abgeben als sie aufnehmen, befürchten Forscher, dass es
möglicherweise schon vor dem Jahr 2050 zu dramatischen
Klimaveränderungen kommt.
    
    Eine weitere Zeitbombe tickt in der Erde: Im Permafrostboden
lagern grosse Reserven an Torf und anderen kohlenstoffreichen
organischen Stoffen - weltweit schätzungsweise 200 Milliarden Tonnen.
Wenn dieser Boden durch die globale Erwärmung auftauen und auch nur
ein Teil dieses Kohlenstoffs freigesetzt werden würde, droht weltweit
ein noch steilerer Anstieg der Temperaturkurve. Und damit die Gefahr
einer Zunahme von Hitzewellen, extremen Unwettern, Überschwemmungen,
grossen Dürren und Epidemien. Die Elbeflut 2002 oder die europaweite
Jahrhundertdürre im Sommer 2003 wären dann erst der Anfang eines
Klimawandels, den der Mensch zu verantworten hat.
    
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