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Deutsche Bank Kapitalmarktausblick 2015: Amerika führt, Europa stagniert

Deutsche Bank Kapitalmarktausblick 2015 - Prognosen im Überblick. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/8994 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Deutsche Bank AG"

Frankfurt (ots) -

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   - Wachstum der Weltwirtschaft bei 3,6 Prozent 
   - DAX Ende 2015 bei 11.500 Punkten 
   - USA: Stabiler Aktienmarkt 
   - Ohne Risiko keine positive Realrendite - Aktien unverzichtbar 

Die Deutsche Bank rechnet mit einer allmählichen Erholung der Weltwirtschaft. Für das Jahr 2015 sehen die Experten das Weltwirtschaftswachstum bei 3,6 Prozent, wie die Bank in ihrem Kapitalmarktausblick 2015 heute in Frankfurt bekannt gab. Nach Ansicht von Stefan Schneider, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank für Deutschland, ist dies vor allem der rasch wachsenden Wirtschaft in den USA zu verdanken. Europa sieht Schneider dagegen zurückfallen: "Der Reformstau in einigen Ländern und fehlende Investitionen erlauben in Europa im kommenden Jahr nur ein Wachstum von 0,8 Prozent, trotz einer Ausweitung der expansiven Geldpolitik durch die EZB. Im Bereich der Fiskal- und Reformpolitik dürften die Spannungen wieder zunehmen, wenn keine nachhaltigen strukturellen Fortschritte gemacht werden." Auch für Deutschland geht die Deutsche Bank von 0,8 Prozent Wachstum im kommenden Jahr aus.

Von der erwarteten weltwirtschaftlichen Erholung und stabilen Unternehmensgewinnen werden nach Ansicht der Bank amerikanische Aktien sowie Werte aus asiatischen Schwellenländern profitieren. Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für die 28 Millionen Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, ist überzeugt davon, dass auch die Börsenwerte von DAX-Unternehmen 2015 steigen. Stephan: "Ende 2015 sehen wir den DAX bei 11.500 Punkten. Grund dafür ist neben dem Wachstum der Weltwirtschaft der weiter sinkende Kurs des Euro gegenüber dem Dollar." Vereinzelt bieten nach Ansicht der Bank deshalb auch Aktien aus Europa noch Potenzial. Im Laufe der kommenden Jahre erwartet die Bank eine weitere Aufwertung des Dollars Richtung Parität zum Euro.

Im Umfeld weiter niedriger Zinsen sind nach Meinung der Deutschen Bank Aktien für eine erfolgreiche und langfristige Geldanlage interessant. Ohne Risiko ist nach Meinung der Experten auf absehbare Zeit kaum positive Rendite zu erzielen. Die Bank rät zu einer nach Anlageklassen, Regionen und Währungsräumen verteilten Strategie. Dazu gehören auch erstklassige Büro- und Einzelhandelsimmobilien, die global weiter vom positiven weltwirtschaftlichen Umfeld profitieren sollten. Gold ist dagegen nach Ansicht der Bank als Anlage 2015 wenig interessant.

Volkswirtschaft:

Aus Sicht der Deutschen Bank entwickeln sich im Jahr 2015 die Wachstumsdynamik, Geldpolitik und Aktienmärkte der USA, Europas und Asiens zunächst weiter auseinander. Dennoch hält die Bank die globale Konjunkturerholung für intakt, auch wenn die wichtigsten Regionen der Weltwirtschaft seit Monaten gemischte Daten lieferten. Die Experten rechnen damit, dass die EZB im Frühjahr auch Staatsanleihen in ihr Wertpapierankaufprogramm aufnehmen wird. In der Folge sollte sich die wirtschaftspolitische Debatte in Europa auf die Fiskal- und Reformpolitik verlagern und für zunehmende Volatilität an den Märkten sorgen. Dank der sehr robusten Entwicklung der US-Wirtschaft wird die Weltwirtschaft nach Meinung der Bank im kommenden Jahr aber stärker wachsen als in der Vorperiode, allerdings bleibt das Wachstumstempo noch hinter dem langfristigen Durchschnitt zurück. "Ich rechne für 2015 mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,6 Prozent", sagte Stefan Schneider, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank für Deutschland, bei der Vorstellung des Kapitalmarktausblicks 2015 in Frankfurt.

US-Wirtschaft auf Kurs

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für die 28 Millionen Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, sind die Wirtschaftsdaten aus den USA sehr ermutigend. Stephan: "Der US-Aufschwung trägt sich selbst. Das ist ein gutes Zeichen für die Weltkonjunktur." Stephan erwartet für das kommende Jahr ein Wachstum in den USA von 3,5 Prozent. Ein Grund dafür ist die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt. Bis Ende 2015 sollte die Arbeitslosenquote Richtung 5 Prozent sinken. Weiteren Schmierstoff für die US-Wirtschaft bietet das günstige heimische Schieferöl. Darüber hinaus haben die Firmen ihre Hausaufgaben gemacht: "Die Gewinne der Konzerne sind kräftig gestiegen und wachsen robust", so Stephan. Nach Meinung der Deutschen Bank ist das entscheidend für weiteres Kurspotenzial an den Börsen. "Ich setze weiter auf die USA", bekräftigt Stephan.

China: "Erwachsener Drache"

China verändert sich von einer Investitions- und exportorientierten Nation in eine Konsum- und Binnenwirtschaft. Die strukturellen Reformen greifen und das neue China öffnet sich. Nach Meinung der Deutschen Bank tut mehr Liberalisierung dem Land gut. Voraussichtlich wird sich das Wachstum Chinas 2015 etwas verlangsamen, allerdings auf hohem Niveau. "Ich erwarte ein stabiles, gesundes Wachstum von 7 Prozent", sagt Stephan. Hauptgrund für die Wachstumsverlangsamung ist nach Ansicht von Stephan eine Wirtschaftspolitik, die nicht mehr ausschließlich auf Expansion zielt, sondern zunehmend auf Nachhaltigkeit.

Europa hinkt auch 2015 hinterher

Ein anderes Bild zeichnet die Deutsche Bank für Europa. Hier stocken dringend nötige Reformen, Investitionen bleiben hinter den Ankündigungen zurück und das Wachstum ist viel zu schwach. "Europa droht im Wettbewerb weiter Boden zu verlieren - nicht nur gegenüber den USA, sondern auch gegenüber Asien", sagt Chef-Volkswirt Schneider. Es wird immer noch zu sehr auf die Fiskal- und Geldpolitik zur Überwindung der Probleme gesetzt. Der langfristige Wachstumstrend kann nach Meinung von Schneider aber nur durch weitreichende strukturelle Reformen verbessert werden. Erwartungen, dass die EZB die Konjunktur in Europa anschieben kann, dürften enttäuscht werden: "Falls Reformen besonders in Frankreich und Italien weiterhin im Schneckentempo erfolgen, erwarte ich für 2015 lediglich ein Wachstum von 0,8 Prozent", so Schneider. Mehr als 0,8 Prozent dürfte auch die deutsche Wirtschaft im Jahr 2015 nicht zulegen. Nach Ansicht von Schneider belasten neben den geopolitischen Krisen auch die Auswirkungen von Mindestlohn und Rentenpaket im Jahresverlauf das Wirtschaftswachstum.

Kapitalmärkte:

Im Kreuzfeuer der Notenbanken

Für die Strategen der Deutschen Bank wird 2015 geldpolitisch das Jahr der zwei Wege: Während US-Notenbank und Bank of England bereits im Sommer ihre Leitzinsen anheben dürften, könnten in Japan und der Eurozone die unkonventionellen Maßnahmen der Geldpolitik ausgeweitet werden. "Ich rechne damit, dass die US-Notenbank sehr behutsam vorgehen und die Leitzinsen nur dann anheben wird, wenn sie keine nachhaltige Schwächung der Wirtschaft fürchten muss", sagt Anlagestratege Stephan.

Bereits seit Mitte 2014 wertet der US-Dollar deutlich gegenüber den wichtigen Währungen weltweit auf. "2014 war nur der Anfang. Die Aufwertung des Dollars sollte sich weiter fortsetzen", sagt Stephan. Ein Grund ist der zunehmende Kapitalfluss in US-Renten und -Aktien aus den Niedrigzinsregionen Europa und Japan. Ende 2015 könnte der Greenback bei 1,15 US-Dollar je Euro stehen. Mittelfristig hält die Deutsche Bank sogar eine Parität zwischen Euro und US-Dollar für möglich.

Zwar sind nach Ansicht von Stephan Aktien aus den USA keine Schnäppchen mehr, aber sie gehören weiter ins Portfolio, vor allem wegen ihrer vergleichsweise schwankungsarmen Entwicklung, die aus sehr soliden Wachstumsaussichten und den stabilen Firmengewinnen resultiert. Auch die asiatischen Schwellenländer werden 2015 wieder zu den wachstumsstarken Regionen zählen. Darüber hinaus sieht die Deutsche Bank auch DAX-Werte vom sinkenden Eurokurs und steigenden Weltwirtschaftswachstum profitieren.

Anlageklassen:

Renten: Derzeit wenige Chancen vor der Haustür

Im Jahr 2014 haben Anleihen positiv überrascht. Stephan rechnet nicht mit einer Wiederholung im kommenden Jahr. Auch wenn die Renditen der 10-jährigen Bunds leicht ansteigen, blieben sie insgesamt niedrig. Auf der Suche nach höher verzinslichen Renditen am Anleihemarkt sollten Anleger daher ihren Horizont erweitern: "Chancen am Rentenmarkt sollte man nicht vor der eigenen Haustür suchen", erklärt Stephan. Einen Ausweg aus dem Niedrigzinsdilemma liegt etwa in Unternehmensanleihen guter Bonität aus den USA. Für risikofreudigere Anleger sind jedoch Schwellenländeranleihen in lokaler Währung mit rund 6,5 Prozent Zins deutlich interessanter.

Aktien: Unverzichtbar aber schwankungsanfällig

"Für eine erfolgreiche Geldanlage sind Aktien unverzichtbar", betont Stephan. Anleger sollten sich von der aktuellen Berg- und Talfahrt an den Börsen nicht verunsichern lassen, auch wenn die Schwankungsbreite im Jahr 2015 wahrscheinlich noch zunehmen werde. Trotz aller Widrigkeiten laufe es bei vielen Unternehmen sehr ordentlich. Während die Gewinne amerikanischer und deutscher Unternehmen Rekordwerte erreichen, liegen vor allem europäische Aktien im Vergleich noch unter Gewinntrend. Stephan: "Europa besitzt 2015 durchaus Überraschungspotenzial - allerdings nach oben und nach unten. Daher bleiben US-Aktien für mich erste Wahl."

Europa: Aussichtsreiche Zykliker

In Europa sollten sich konjunktursensible Aktien besser entwickeln als defensive Titel, glaubt die Deutsche Bank. Solche zyklischen Aktientitel gewinnen durch das anziehende Wachstum der Weltwirtschaft, einem schwächeren Euro sowie positiven Gewinnerwartungen. Zudem besteht im historischen Vergleich noch Gewinnpotenzial. Die Experten empfehlen europäische Aktien aus den Branchen Auto, Bau, Chemie, Medien und Finanzwerte. Dagegen raten sie von Versorgern und Pharmaunternehmen ab. Auch der DAX sollte aufgrund seiner konjunktursensiblen Ausrichtung von einer anziehenden Weltwirtschaft profitieren. Stephan rechnet mit einem hohen einstelligen Gewinnwachstum der deutschen Unternehmen und sieht den deutschen Leitindex zum Jahresende 2015 bei rund 11.500 Punkten. Regional ist auch der spanische IBEX 35 interessant. Hier haben Anleger Teil an den positiven Effekten der voranschreitenden Strukturreformen und dem Erstarken der exportorientierten Wirtschaft Spaniens.

USA: Stabil, mit Überraschungspotenzial

Amerika durchläuft derzeit die stärkste Wachstumsphase seit dem Jahr 2003. Mit neuen Kursrekorden untermauerte auch der US-Aktienmarkt in den vergangenen Wochen seine führende Position als Weltbörse. Nach Ansicht der Experten der Deutschen Bank ist der US-Markt zwar im Zyklus schon weiter fortgeschritten als Europa, jedoch bleibt er ein Kerninvestment für die Vermögensanlage. Insgesamt sollten sich amerikanische Aktien dank steigenden Konsums und starker Konjunktur stabil entwickeln - und können für positive Überraschungen sorgen. Die Anlageprofis prognostizieren für den S&P 500 einen Indexstand von 2.150 Punkten. Eine Chance auf zusätzliche Performance birgt die von der Deutschen Bank erwartete Aufwertung des US-Dollars. Chancenorientierte Anleger sollten ihren Fokus auf IT-Unternehmen, Pharma- und Finanzwerte legen.

Asset Allocation: Vielfalt ist Trumpf

Bei der Vermögensanlage gilt auch 2015: Nur wer bereit ist, ins Risiko zu gehen, könnte im andauernden Niedrigzinsumfeld positive Realrenditen erzielen. Angesichts der diversen geopolitischen Einflüsse ist es wichtig, Anlagen breit zu streuen und die Märkte im Jahr 2015 sehr genau im Blick zu behalten. So können Anleger flexibel und schnell auf Marktverschiebungen reagieren. "Es wird schwieriger, die wenigen Perlen zu finden", erklärt Stephan. Daher empfiehlt er eine über Anlageklassen, Regionen und Währungsräume diversifizierte Anlagestrategie, die als Grundlage für ein nachhaltig erfolgsversprechendes Portfolio dient. Zum Jahresanfang hält Chef-Anlagestratege Stephan in einem ausgewogenen Wertpapierdepot einen Aktienanteil von mindestens 50 Prozent für sinnvoll. Die Allokation sollte zu jeweils einem Drittel aus USA, Europa sowie Asien bestehen, wobei die Deutsche Bank neben Japan die Schwellenländer China, Indien und Indonesien bevorzugt. Dazu empfiehlt Stephan auch die Beimischung von Anleihen. Dabei sei es wichtig, auf ein flexibles Rentenmanagement zu achten. Anleger sollten zudem auf Immobilien setzen und etwas Liquidität vorhalten.

Rohstoffe: Gold kein Krisengewinner

2014 war kein gutes Jahr an den Rohstoffmärkten. Nach Einschätzung der Deutschen Bank bleibt das Renditepotenzial von Rohstoffen auch im kommenden Jahr sehr begrenzt. "Wir rechnen 2015 mit Gegenwind über alle Rohstoffklassen hinweg", sagt Stephan. "Die Preise werden wahrscheinlich noch weiter fallen." Vor allem der starke US-Dollar wirkt sich nachteilig auf alle Rohstoffsegmente aus. So fiel etwa der Goldpreis im November auf ein Vierjahrestief - der Preisverfall droht sich fortzusetzen. Für 2015 sieht Stephan daher kaum Potenzial und prognostiziert ein Preisniveau von 1.150 US-Dollar: "Gold dürfte weiter an Attraktivität verlieren." In der empfohlenen Asset Allokation der Deutschen Bank finden Rohstoffe aufgrund der insgesamt eher verhaltenen Aussichten derzeit keine Berücksichtigung.

Immobilien: Regional mit Potenzial

Vor dem Hintergrund regional unterschiedlicher Konjunkturaussichten für 2015 rechnet die Deutsche Bank auch mit uneinheitlichen Entwicklungen an den Immobilienmärkten. Eine interessante Anlagemöglichkeit stellen erstklassige Büroimmobilien und Einzelhandelsimmobilien dar, die weltweit weiter vom positiven weltwirtschaftlichen Umfeld profitieren sollten: "Über die nächsten fünf Jahre erwarte ich für Büroimmobilien in den großen Metropolen eine Gesamtrendite von 4,5 bis 6,5 Prozent", so Stephan. Im Anlagefokus stehen dabei Objekte mit stabilen Erträgen aus langfristiger Vermietung in den USA, aber auch an ausgewählten Standorten in Europa und Asien. Für den Anlagestrategen lohnt sich in Deutschland ein Blick auf die zweite Reihe, den sogenannten B-Städten: "Ich rechne damit, dass sich in Deutschland der Renditeunterschied zwischen Top-Standorten und wachstumsstarken B-Städten weiter verringern wird", sagt Stephan.

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