A.T. Kearney

Paketmarkt zurück auf Wachstumskurs

Düsseldorf (ots) -

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   - A.T. Kearney untersucht Markt für Kurier-, Express- und 
     Paketdienste 
   - Gesamtmenge der Sendungen wieder auf Vorkrisenniveau 
   - E-Commerce wesentlicher Wachstumstreiber 
   - Standardangebote weiter auf dem Vormarsch 

Der Internethandel hat den europäischen Markt für Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) wieder auf Wachstumskurs gebracht. So stieg 2010 das Volumen der Sendungen um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 5 Milliarden, der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um 4 Prozent auf rund 42 Milliarden Euro zu. Damit wurde das Vorkrisenniveau in etwa wieder erreicht. In den kommenden zwei Jahren wird die Sendungsmenge auf 5,7 Milliarden anwachsen. Die starke Nachfrage nach preisgünstigeren Standardangeboten setzt die KEP-Dienstleister jedoch weiterhin unter Druck. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney zur Entwicklungen im europäischen KEP-Markt hervor. Die Zuwächse innerhalb der Branche zeigen, dass sie ihrem Ruf als Vorbote für die Entwicklung der gesamten Wirtschaft erneut gerecht geworden ist.

"Das Geschäft von Europas KEP-Dienstleistern hat wieder an Schwung gewonnen", sagt Ferdinand Salehi, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Transportation. "Auf den nationalen Märkten haben insbesondere B2C- und E-Commerce-Sendungen das Wachstum im Jahr 2010 vorangetrieben. Aber auch international wird das Geschäft zunehmen. Das zeigt aber auch, dass Internethandel vor allem noch innerhalb von Landesgrenzen von statten geht und die Verbraucher europaweites Einkaufen nur begrenzt nutzen."

Das B2C-Geschäft ist auf nahezu allen untersuchten nationalen Märkten schneller gewachsen als das B2B-Geschäft. Die Ausnahme bildet Russland, hier ist der Trend gegenläufig. Dies liegt vor allem an der (noch) geringeren Verbreitung von Internet und Smartphones. In ganz Europa machen B2C-Sendungen derzeit 43 Prozent des Gesamtvolumens aus. International dagegen ist die Bedeutung mit einem Anteil von zehn Prozent geringer - das Wachstum allerdings liegt bei 12 Prozent jährlich.

Volumen steigt wieder an

Während die Sendungsmengen 2010 mit 5,0 Milliarden wieder das Niveau von 2008 (4,8 Milliarden) erreicht bzw. leicht übertroffen haben, gelang dies jedoch nicht bei den Umsätzen. Auch wenn dieser im Vergleich zu 2009 um 4 Prozent gestiegen ist, liegt dieser aktuell um 5 Prozent niedriger als vor drei Jahren. Das heißt, dass auch der Umsatz pro Sendung gesunken ist. Gründe für die schwächere Entwicklung des Gesamtumsatzes liegen insbesondere in den schwierigen Nachverhandlungen mit den Kunden und der Dominanz von eher leichten Sendungen im B2C-Geschäft. Zudem bieten Standardservices in Europa eine vergleichsweise hohe Qualität.

"Wir gehen jedoch davon aus, dass die europäische KEP-Branche spätestens zu Beginn des Jahres 2012 das Umsatzniveau von 2008 wieder erreichen wird. Bis 2013 erwarten wir zudem ein Wachstum der Sendungsmenge von jährlich 4 Prozent", so Salehi: "Deutschland, Großbritannien, Polen und Russland werden dabei die wichtigsten Wachstumsregionen sein."

Standard gewinnt weiter

In Deutschland, Frankreich und Großbritannien gewinnt Standard national im Vergleich zur Express-Variante weiter an Bedeutung. So liegt der Anteil in Deutschland derzeit insgesamt bei 96 Prozent. Irland, die Niederlande, Polen und Schweden sind die einzigen Länder, in denen auf internationaler Ebene Express schneller als Standard wächst. Standard ist im Aufwind auf interkontinentalen Strecken und in Bereichen, die sensibel auf die Verringerung von Logistikkosten reagieren.

"Viele Kunden haben während des wirtschaftlichen Abschwungs von Express- auf kostengünstigere Standard-Sendungen umgestellt und diese Entscheidung häufig noch nicht rückgängig gemacht - auch weil Unterschiede bei der Transitzeit im Vergleich zu Express gering sind", sagt Lars Ryssel, Manager bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie: "Dennoch bleibt das Pricing eine Herausforderung, weil Kunden über standardisierte Preise klagen. Gerade im nationalen Bereich ist oft der einzige Unterschied, dass Express-Anbieter einen genauen Liefertermin garantieren. Tatsächlich bieten bereits jetzt schon viele KEP-Dienstleister Express-Qualität zu Standardpreisen. Demzufolge ist zu erwarten, dass die Grenzen zwischen beiden Segmenten im nationalen Bereich immer stärker verschwimmen werden", so Ryssel.

Internationales Wachstum und nationale Konsolidierung

Die Studie zeigt zudem, dass der europäische KEP-Markt im letzten Jahr international stärker gewachsen ist als national. Kaum Unterschiede bei den Wachstumsmustern gab es bei Sendungen innerhalb des Kontinents sowie interkontinental. Routen mit bedeutenden Wachstumsaussichten sind weiterhin diejenigen zwischen Europa und China/Hongkong sowie Europa und den Vereinigten Staaten.

"Wir erwarten zudem insbesondere auf den nationalen Märkten ein Fortschreiten der Konsolidierung", so Ryssel: "Nischenanbieter im B2C-Geschäft weiten die Zahl ihrer B2B-Produkte aus, während die internationalen Netzwerkanbieter genau das Gegenteil tun - und eher auf B2C setzen. Im internationalen Express-Geschäft wird es keine weitere organische Konsolidierung geben, da der Markt bereits stark konzentriert ist und die sechs größten Netzwerke bereits 90 Prozent des Marktes ausmachen. Interessant werden hier jedoch Kooperationen zwischen den großen Playern und kleineren, lokalen Dienstleistern."

Steigende Produktionskosten in Line Haul, Pick-up und Delivery sowie Aufschläge für Kraftstoffe werden zudem in den nächsten drei Jahren zu leichten Preiserhöhungen von bis zu 3 Prozent und zu einer Erhöhung des Umsatzes pro Sendung führen. Allerdings werden die KEP- Anbieter nicht in der Lage sein, die entstandenen Mehrkosten insgesamt an ihre Kunden weiterzugeben.

Gewicht und Versand von Dokumenten gehen auf nationaler Ebene zurück

"Angesichts der stärkeren Nutzung von E-Mail stagnieren in Europa unserer Studie zufolge die Dokumentensendungen - allein die aufstrebenden Märkte wie die Türkei und Russland erleben hier ein Wachstum. Hier erhöht ein starker Zuwachs an neuen Unternehmen den Bedarf der Wirtschaft insgesamt", so Ryssel.

Während das Gewicht pro Sendung auf nationaler Ebene aufgrund des Zuwachses bei leichteren B2C- und E-Commerce-Sendungen sank, ist es im internationalen Geschäft gestiegen.

"Nach einigen bewegten Jahren ist die europäische KEP-Branche zurück auf Wachstumskurs. Darauf deuten die guten Zahlen hin. Um in den nächsten Jahren allerdings den richtigen Weg zum Erfolg zu finden, müssen sich die Verantwortlichen vorbereiten: Stetige Marktveränderungen, neue Kundenbedürfnisse und makroökonomische Unsicherheit lauten die künftigen Herausforderungen", stellt Salehi abschließend fest: "Nach den Zeiten, die von Sparmaßnahmen geprägt waren, rücken nun Wachstumsstrategien wieder verstärkt in den Fokus. Vom B2C-Boom werden alle Wettbewerber auf ihre Weise profitieren, Integratoren beispielsweise aufgrund ihrer Struktur eher im höherpreisigen B2C-Segment.

Über die Studie

Im Rahmen der Studie wurde die Lage der europäischen KEP-Branche in 13 Ländern untersucht: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, die Niederlande, Polen, Russland, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Türkei. Die Analyse umfasst netzwerkfähige Standard- sowie Express-Sendungen. Express beinhaltet das schnellstmögliche Angebot mit garantiertem Lieferzeitpunkt - Standard eine taggenaue Lieferung. Das Höchstgewicht für berücksichtigte Sendungen betrug 2.500 Kilogramm.

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen. A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet und beschäftigt derzeit rund 2.800 Mitarbeiter in 38 Ländern der Welt. Weitere Informationen finden Sie unter www.atkearney.de.

Kontakt:

Stefanie Hauck
Marketing & Communications
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