Sucht Schweiz / Addiction Suisse / Dipendenze Svizzera

Internationales Alkoholsymposium in Bern

Lausanne (ots) - Die weltweit führenden Fachleute aus der Alkoholforschung und der Suchtprävention debattierten heute im Kursaal Bern über die gesellschaftlichen Probleme, welche durch den Alkoholkonsum verursacht werden und die politischen Massnahmen, die sich dagegen ergreifen lassen. Rund 140 Fachleute aus der ganzen Welt nahmen am Symposium teil, das die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens organisiert hatte. Wirksame Prävention durch höhere Steuern und Werbeverbote Die Experten aus dem In- und Ausland kamen übereinstimmend zum Schluss, dass die wirksamsten Massnahmen zur Verhinderung von Alkoholproblemen auf politischer Ebene getroffen werden müssen. Dabei steht an erster Stelle die Besteuerung alkoholischer Getränke. Aber auch Werbeverbote und die Einschränkung der Erhältlichkeit, zum Beispiel durch Mindestalterbestimmungen für Jugendliche oder die Regelung der Öffnungszeiten von Restaurants sind wirksam. In diesem Zusammenhang steht auch die vorgesehene Steuererhöhung bei den Alcopos. Der Konsum dieser süssen Alkoholika ist in der Schweiz um das 20fache gestiegen. Die Eidgenössische Alkoholverwaltung will die Alcopops mit einer Sondersteuer belegen, welche den Preis der einzelnen Flasche um etwa 1.40 Franken erhöhen würde. Man hofft, dass dadurch vor allem Jugendliche weniger davon konsumieren werden. In zahlreichen europäischen Ländern hat der Trend der Jugendlichen zum Rauschtrinken zugenommen. Da die Alkoholindustrie heute zunehmend global operiert, müssen auch die Prävention und die Alkoholpolitik vermehrt auf internationaler Ebene Einfluss nehmen. „Fit for Fun" Auf gesellschaftlicher Ebene machte Richard Müller, Direktor der SFA, vor allem bei den Jugendlichen eine verstärkte Tendenz zum Hedonismus fest. Gesundheit sei kein Wert mehr an sich, sondern es gehe darum, „fit for fun" zu sein. Die Hälfte der Kosten, die heute durch Alkoholmissbrauch entstehen, werden durch Menschen verursacht, die nur gelegentlich Alkohol missbrauchen. Das heisst für die Prävention, dass sie ihre Massnahmen vermehrt auf die breite Bevölkerung ausrichten muss. Dabei sind neben den geschilderten politischen Massnahmen auch Information und Aufklärung wichtig. ots Originaltext: SFA Lausanne Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: SFA Lausanne Sekretariat Prävention und Information Tel. +41/21/321'29'76 [ 014 ]

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