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Schützt sportliche Aktivität im Jugendalter vor Alkohol, Tabak und Drogenkonsum?

Lausanne (ots) - Wer Sport treibt, lebt mit wenigen Ausnahmen Doping betreibender Spitzensportler gesund, heisst es. Doch wie steht es mit dem Gebrauch an Alltagsdrogen wie Alkohol und Tabak sowie Cannabis bei Sportlern und Sportlerinnen. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) in Lausanne kommt in einer soeben erschienenen Langzeitstudie über 3 Jahre zum überraschenden Ergebnis, dass Sporttreiben bei jungen Männern keinen präventiven Schutz vor dem Substanzkonsum bedeutet. Gerade die Männersportarten erfüllen eine ähnliche soziale Funktion wie der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis. Sport spielt in der Freizeit von Jugendlichen eine grosse Rolle. 80 bis 90% der Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren sind sportlich aktiv. Der Konsum von legalen und illegalen Drogen wie Alkohol, Tabak und Cannabis steigt gerade in diesen Altersgruppen besonders an. Ein Forschungsprojekt der SFA in Lausanne hat sich die Aufgabe gestellt, die Beziehungen zwischen Sporttreiben im Jugendalter und späterem Drogengebrauch genauer zu untersuchen. Greifen Jugendliche, die sich sportlich viel betätigen, später als junge Erwachsene weniger zu den Suchtmitteln Alkohol, Tabak und illegale Drogen? Diese und andere Fragen wurden in einer Längsschnittuntersuchung zwischen 1995 und 1998 an 406 Schülern und Schülerinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus der Stadt Freiburg untersucht. Sport getrieben und doch mehr Alkohol, Tabak und Cannabis genommen Das zentrale Ergebnis der Lausanner Entwicklungsstudie mag überraschen: Die mit 16 Jahren sportlich aktiven jungen Männer konsumierten 3 Jahre später mehr Suchtmittel. Sporttreiben schützte sie nicht unmittelbar vor dem Gebrauch von Drogen. Dr. Holger Schmid, Projektleiter der Studie, erklärt dieses Ergebnis mit der «sozialen Funktion», die sportliche Aktivitäten und der Gebrauch von Alkohol, Tabak und vermehrt auch Cannabis in der Jugend und Jungerwachsenen-Phase besitzen: «Junge Männer sind besonders in Mannschaftssportarten tätig, da siegt oder verliert man gemeinsam. Diese Identifizierung mit der Gruppe kann sich auch auf den gemeinsamen Substanzkonsum ausdehnen», meint Sozialpsychologe Schmid. In der Schweiz wird gegenwärtig ein Programm zur Drogenprävention in Sportvereinen durchgeführt. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Aufgabe nicht leicht sein wird, aber sieht man einmal vom direkten und eher geringen Einfluss des Sports auf den Substanzkonsum ab, so zeigt sich doch eine deutliche Förderung der generellen psychischen und körperlichen Gesundheit durch regelmässiges Sporttreiben», beruhigt Holger Schmid. Quelle: H. Schmid: Sport, Alkohol, Tabak und illegale Drogen in der Entwicklung von Jugendlichen zu jungen Erwachsenen. SFA Lausanne 2001 ots Originaltext: SFA Lausanne Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Dr. phil. Holger Schmid Tel. +41 21 321 29 53

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