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Lungenliga: Passivrauchen schadet der Gesundheit

    Bern (ots) - Dass Passivrauchen gefährlich ist, weiss man seit einigen Jahren. Die Resultate der grossen Schweizer Studie - SAPALDIA, zum Thema Luftverschmutzung und Atemwegserkrankungen belegen die Gefährlichkeit des Passivrauchens.

    Im Tabakrauch findet man etwa 4'500 chemische Substanzen, wovon mindestens 40 als krebserregend gelten. Nichtraucher, die sich zusammen mit Rauchern in geschlossenen Räumen aufhalten, atmen einen grossen Teil dieser gefährlichen Substanzen unfreiwillig ein. Passivrauchen erhöht nicht nur das Lungenkrebsrisiko, sondern fördert auch die Entwicklung von anderen Krankheiten der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems.

    Passivrauchen fördert Atemwegskrankheiten

    Bereits im Jahr 1994 erschienen die ersten Resultate von SAPALDIA zum Thema Passivrauchen und Atemwegskrankheiten. Die Forscher werteten die Daten von 4'197 Nichtrauchern aus. Von diesen Nichtrauchern waren nach eigenen Angaben 1'260 zum Teil während Jahrzehnten dem Tabakrauch anderer ausgesetzt (Passivrauch-Gruppe).

    Der Vergleich der Nichtraucher-Gruppe, die nicht regelmässig Tabakrauch einatmen musste, mit der Passivrauch-Gruppe ergab klare Resultate. Die Teilnehmer der Passivrauch-Gruppe litten häufiger unter Beschwerden der Atemwege wie Husten und Auswurf, Kurzatmigkeit und pfeifender Atmung. Das Risiko für die Entwicklung einer chronischen Bronchitis oder von Asthma wird für Nichtraucher immer grösser, je länger sie dem Tabakrauch anderer ausgesetzt sind. Die einzige untersuchte Krankheit, die vermehrt in der Nichtraucher-Gruppe vorkam, war der Heuschnupfen. Passivrauchen scheint die Entwicklung von Heuschnupfen somit nicht zu fördern.     Passivrauchen ist bei überempfindlichen Atemwegen besonders gefährlich

    Eine Auswertung der SAPALDIA-Daten aus dem Jahr 2006 beleuchtete den Effekt des Passivrauchens auf Menschen mit überempfindlichen Atemwegen. Die 1'661 Teilnehmer von SAPALDIA, die in die Auswertung aufgenommen wurden, waren alle Nichtraucher ohne Beschwerden der Atemwege. Bei der ersten Untersuchung der Lungenfunktion im Jahr 1991 wurden bei 13 % überempfindliche Atemwege festgestellt.

    Elf Jahre später untersuchte man die gleichen Teilnehmer erneut. Die Feststellung, dass die passiv rauchenden Studienteilnehmer vermehrt Beschwerden der Atemwege zeigten, war keine Überraschung. Besonders schwer betroffen waren diejenigen Passivraucher mit überempfindlichen Atemwegen. Die Kombination von Passivrauchen und überempfindlichen Atemwegen scheint das Risiko für die Entwicklung von Atemwegskrankheiten stark zu erhöhen.     Passivrauchen und Asthma

    Welche Wirkungen hat Passivrauchen auf Menschen, die bereits an einer Atemwegserkrankung leiden? Dieser Frage gingen die Forscher von SAPALDIA im Jahr 2000 nach. Sie verglichen die Wirkung von Passivrauchen am Arbeitsplatz auf die Lungenfunktion bei Menschen mit und ohne Asthma.

    Von den insgesamt 3'534 Nichtrauchern, die in der Auswertung berücksichtigt wurden, waren 325 Asthmatiker. Die Messung der Lungenfunktion zeigte, dass vor allem passiv rauchende Frauen mit Asthma schlechte Werte erzielten. Zwei mögliche Erklärungen für dieses Resultat:

    - Frauen scheinen grundsätzlich empfindlicher auf Passivrauchen zu reagieren als Männer.     - Frauen arbeiten häufiger als Männer an Orten, wo viel geraucht wird (Gaststätten, Bars etc.). An diesen Arbeitsplätzen gibt es für die Angestellten bisher kaum Möglichkeiten, dem Tabakrauch auszuweichen.

    Einige Politiker haben das Problem "Passivrauchen" erkannt. Die parlamentarische Initiative "Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft vor dem Passivrauchen" von Nationalrat Prof. Felix Gutzwiller hat das Ziel, die Bevölkerung vor dem Passivrauchen zu schützen.

    Die neue Bestimmung würde zu rauchfreien Arbeitsplätzen und damit in den meisten Fällen auch zu rauchfreien, öffentlichen Räumen führen.

    Was ist SAPALDIA?

    SAPALDIA ist die Abkürzung für "Swiss Study on Air Pollution And Lung Diseases In Adults". SAPALDIA ist eine Langzeitstudie, in deren Rahmen Lungenspezialisten, Epidemiologen, Allergologen, Meteorologen und Fachleute für Lufthygiene zusammenarbeiten. Das Ziel der Studie ist die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Luftschadstoffen und Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Schweiz während einer längeren Zeit. Bisher gab es weltweit nur wenige Langzeitstudien dieser Art.

In den letzten 10 Jahren sind zu SAPALDIA zahlreiche Artikel in medizinischen Fachzeitschriften erschienen.

    SAPALDIA 1

    Der erste Teil der Langzeitstudie (SAPALDIA 1) startete 1991 an acht Orten der Schweiz. Insgesamt nahmen über 9'000 Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren aus diesen Orten an der Studie teil.

    SAPALDIA 2

    Im Jahr 2001 setzten die Forscher die Studie mit SAPALDIA 2 fort. Im Zentrum des Interesses stehen nun die Entwicklung der Luftqualität und deren Einfluss auf die Gesundheit derjenigen Menschen, die bereits bei SAPALDIA 1 mitmachten. Weitere Informationen unter: www.tabak.lungenliga.ch und www.proaere.ch

ots Originaltext: Lungenliga Schweiz
Internet: www.presseportal.ch

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