Kunsthistorisches Museum Wien

PARMIGIANINO und der europäische Manierismus - Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums vom 5.Juni bis 14. September 2003

Pressekonferenz am Dienstag, dem 3. Juni um 10.30 Uhr im Kunsthistorischen Museum

    Wien (OTS) - Parmigianino, eigentlich Francesco Mazzola, wurde vor 1503 in Parma geboren. Er gilt als wohl der bedeutendste Maler, den diese Stadt je hervorbrachte. Anlässlich der 500. Wiederkehr seines Geburtstages wird ihm in diesem Jahr eine in Zusammenarbeit mit der Soprintendenza von Parma organisierte Ausstellung gewidmet, die neben seinem zeichnerischen und graphischen Schaffen zum ersten und wohl einzigen Mal seine Gemälde vereint zeigt und damit seine Bedeutung als Maler allerersten Ranges und seinen eminenten Beitrag zur Entwicklung des an den europäischen Höfen des 16. Jahrhunderts zelebrierten internationalen Stils des Manierismus neu zu Bewusstsein bringt.

    Parmigianinos kurze künstlerische Karriere, er starb bereits im Alter von 37 Jahren, war sehr bewegt und wird heute nach den Zentren seines Wirkens in vier Perioden eingeteilt: in die erste Parmenser Phase der ein drei Jahre dauernder Aufenthalt in Rom folgte, wo er die Werke der Antike, die grossen Historiengemälde Raffaels und Michelangelos Fresken der Sistina studierte. Er erlangte in dieser Zeit eine grosse Kunstfertigkeit, die er in seinem darauffolgenden Aufenthalt in Bologna voll zur Reife brachte. Ab 1530 finden wir ihn dann wieder in Parma, wo er bis kurz vor seinem Tod tätig war und einige der raffiniertesten und ausserordentlichsten Werke schuf, für die er in die Geschichte einging, wie die "Madonna mit dem langen Hals" oder die Fresken der Steccata. Letztgenannter Auftrag, sollte sich über lange Jahre hinziehen, wobei die Parmigianino angelastete Verzögerung dazu führte, dass ihn die Compagnia della Steccata einsperren liess. Er flüchtete bei Nacht und Nebel aus dem Gefängnis und konnte sich jenseits des Po in Casalmaggiore in Sicherheit bringen. Dort starb er an plötzlichem Fieber und wurde im Konvent von Santa Maria della Fontana beigesetzt.

    Etwa 30 in der Ausstellung präsentierte Gemälde geben einen Überblick über Parmigianinos Werk: das Kunsthistorische Museum selbst besitzt neben dem berühmten Selbstportrait fünf weitere wichtige Gemälde des Meisters. Ergänzt werden sie durch rund 60 seiner Zeichnungen und Graphiken. Bedeutende Museen der Welt, darunter die Galleria Nazionale in Parma, das Museo di Capodimonte in Neapel, die Galleria degli Uffizi in Florenz, die Albertina Wien, der Louvre in Paris, und das British Museum in London haben ihre Leihgaben zur Verfügung gestellt. Die Gegenüberstellung einiger Werke von Rosso Fiorentino, Jacopo Tintoretto und Correggio ermöglicht einen Vergleich mit seinen Zeitgenossen; zusätzlich wird der Einfluss Parmigianinos auf spätere Strömungen wie die Schule von Fontainebleau gezeigt - in der Malerei wie in Kunstkammer-Objekten.

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