Staatskanzlei Luzern

Start einer neuen Berufslehre im Gesundheitswesen ab 16 Jahren: Fachangestellte/r Gesundheit

Luzern (ots) - In Luzern stellten heute Montag die beiden Gesundheitsdirektoren der Kantone Zug und Luzern, die Regierungsräte Joachim Eder und Markus Dürr, sowie Vertreter des Amtes für Berufsbildung Luzern, eine neue dreijährige Berufslehre im Gesundheitswesen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis vor: Fachangestellte/r Gesundheit (FAGE) ist ein eigenständiger Beruf im Bereich Pflege und Betreuung. Am 1. August 2002 haben 80 junge Leute aus der Zentralschweiz die neue Berufslehre begonnen. Gleichzeitig haben das Gesundheits- und Sozialdepartement Luzern und der Luzerner Ausbildungsverband Pflegeheime LAP die Interessengemeinschaft Fachangestellte/r Gesundheit gegründet (IG FAGE). Im Rahmen des Lehrstellenbeschlusses 2 des Bundes haben die Berufsbildungsämter der Zentralschweiz im Januar 2001 ein gemeinsames Projekt gestartet, an dem rund 100 ausgewiesene Fachleute aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich, aus der Praxis, den Schulen und den Berufsverbänden mitgewirkt haben. Der Hauptakzent wurde dabei auf die Konkretisierung einer neuen, dreijährigen Berufslehre als "Fachangestellte/r Gesundheit" (FAGE) gesetzt. Diese Lehre kann direkt nach der obligatorischen Schulzeit, bereits mit 16 Jahren begonnen werden, also zwei Jahre früher als bisher in den meisten Ausbildungen im Gesundheitswesen. Das in anderen Bereichen bewährte duale Berufsbildungssystem wird künftig auch im Gesundheitsbereich zum Tragen kommen. Neu wird auch die Berufsmatura in gesundheitlicher und sozialer Richtung angeboten. 80 Lehrlinge an 53 Lehrbetrieben Die Berufsausbildung erfolgt in praktischer Hinsicht in einem Lehrbetrieb (d.h. einem Spital, einem Heim oder in der Spitex), und im schulisch-theoretischen Bereich an der Berufsschule. Der Beruf "Fachangestellte/r Gesundheit" ist ein eigenständiger Beruf mit klar definiertem Tätigkeitsfeld. Es handelt sich um eine generalistische Ausbildung, welche grundlegende Kompetenzen in den Bereichen "Pflege und Betreuung, Lebensumfeld- und Alltagsgestaltung, Medizinaltechnik und Administration/Logistik" vermittelt. Sie schliesst mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ab, lässt viele Optionen offen und könnte damit ähnlich attraktiv werden wie eine kaufmännische Grundausbildung. Im Anschluss an diese Lehre können Fachangestellte Gesundheit eine vielfältige und interessante Arbeit im Gesundheitswesen aufnehmen oder zusätzlich an Höheren Fachschulen eine Ausbildung mit Diplomabschluss, z.B. Diplom in Gesundheits- und Krankenpflege oder andere interessante Weiterbildungen absolvieren. Am 1. August 2002 haben 80 junge Leute aus der Zentralschweiz die neue Berufslehre FAGE begonnen. Die schulische Ausbildung erfolgt an drei Standorten: in Luzern, Sarnen und Zug. Insgesamt haben 53 Lehrbetriebe die neue Herausforderung angenommen. Die Zentralschweizer Kantone sind gesamtschweizerisch bei den ersten, die die neue Ausbildung anbieten und haben damit Pionierarbeit geleistet. Personelle Engpässe überwinden Diese Pionierleistung würdigte der Zuger Gesundheitsdirektor Joachim Eder an der Medienkonferenz: "Das Engagement von Arbeitgeberseite und die Nachfrage nach der "FAGE"-Ausbildung zeigt, dass es uns in der Zentralschweiz offensichtlich gelungen ist, im Bereich Pflege und Betreuung ein attraktives Ausbildungsangebot zu schaffen." Zu begrüssen, so Eder, sei weiter, dass gemeinsame Anstrengungen zur Aufwertung von Berufen im Bereich Pflege/Betreuung nun erste konkrete Früchte tragen. Somit können auch längerfristig die personellen Engpässe in diesem Bereich überwunden werden. Interessengemeinschaft gegründet Als Repräsentant der grössten Arbeitgeber im Bereich der Gesundheitsberufe, nämlich der öffentlichen Spitäler und Kliniken, orientierte der Luzerner Gesundheitsdirektor Markus Dürr über die neu gegründete Interessengemeinschaft Fachangestellte/r Gesundheit für die Pilotphase bzw. bis Ende Schuljahr 2004/5. Das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern und der Luzerner Ausbildungsverband Pflegeheime schliessen sich zur Interessengemeinschaft Fachangestellte/r Gesundheit (IG FAGE) zusammen. Die IG FAGE, so Dürr, sei die Ansprechpartnerin in Fragen der Grundbildung. Sie erarbeite Grundlagen, damit der betriebliche Teil der neuen Ausbildung und die Lehrabschlussprüfungen im Interesse der Lernenden und Lehrbetriebe optimal umgesetzt werden könnten. Sie übernehme insbesondere die Verantwortung für die Organisation und Durchführung der überbetrieblichen Kurse bis Ende Schuljahr 2004/05 im Rahmen des Zentralschweizer Fachprojektes "Umsetzung neue Bildungssystematik im Gesundheitswesen". Dass dabei eine reine Luzerner Trägerschaft auftrete, impliziere "keinesfalls die Absicht, die anderen entsprechenden Zentralschweizer Institutionen auszuschliessen," bemerkte Markus Dürr. Dies geschah im Interesse einer raschen Gründung der IG FAGE, um die in diesem Herbst beginnenden überbetrieblichen Kurse sicherstellen zu können. Selbstverständlich soll in einer zweiten Phase allen Lehrbetrieben der Zentralschweiz der Beitritt offen stehen. Informationen zum neuen Beruf und zum Projekt: http://www.berufsbildung-zs.ch Hinweis: dieser Text wird im Anschluss an die heute Montag stattfindende Medienkonferenz versandt. ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt, Unterlagen: Hildegard Steger-Zemp Amt für Berufsbildung des Kantons Luzern Tel. +41/41/228'54'43 mailto: hildegard.steger@lu.ch

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