Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

Weltkonferenz über biologische Vielfalt in Malaysia:bis 2010 den Artenschwund vermindern

      Bern (ots) - Vom 9. bis 27. Februar 2004 findet in Kuala Lumpur die
7. Vertragsparteienkonferenz der Biodiversitätskonvention der
Vereinten Nationen (COP7) statt. Die Staaten werden ihre Arbeit mit
dem Ziel fortsetzen, den weltweiten Biodiversitätsverlust bis 2010
zu vermindern und anschliessend ganz zu stoppen. Botschafter Beat
Nobs, Chef der Abteilung Internationales beim BUWAL, wird die
Schweizer Delegation leiten und am Ministersegment der Konferenz am
18. und 19. Februar teilnehmen.

    Heute leben auf der Erde 10 bis 100 Millionen Pflanzen- und Tierarten. Diese biologische Vielfalt versorgt die Gesellschaft mit einer Fülle von Gütern und Dienstleistungen. Sie garantiert für Nahrungsmittelsicherheit und ist beispielsweise aus der Herstellung von Medikamenten oder Industriegütern nicht wegzudenken. Doch jährlich verschwinden weltweit 27 000 Arten, und zwar hauptsächlich infolge des Druckes, der auf die natürlichen Lebensräume ausgeübt wird. Die Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen wurde 1992 in Rio ins Leben gerufen mit dem Ziel, dieses Gut der Menschheit zu schützen.

    Während der COP7 werden die 188 Vertragsparteien der Konvention über Massnahmen entscheiden, die es zu ergreifen gilt, wenn der rasant zunehmende Artenverlust bis zum Jahr 2010 vermindert und sodann gänzlich gestoppt werden soll. Gesprächsthemen sind insbesondere:

    - die Umsetzung des anlässlich der letzten COP (2002) verabschiedeten Strategieplans. Dabei geht es um die Stärkung der Führungsrolle der Konvention gegenüber anderen internationalen Abkommen, die Integration von Anliegen in Zusammenhang mit der Artenvielfalt in Bereichen wie Landwirtschaft, Wald und Tourismus sowie um die Verbesserung der finanziellen und technischen Kapazitäten. Die Schweizer Delegation wird sich dafür einsetzen, dass die Konvention klare Vorgaben formuliert und konkrete Umsetzungsmassnahmen festlegt, damit sich das Ziel bis 2010 erreichen lässt.

    - die Rolle der Schutzgebiete bei der Erhaltung der Biodiversität auf internationaler Ebene. Die Schweizer Delegation wird in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung einer Vernetzung nach dem Vorbild des paneuropäischen ökologischen Netzwerkes (Réseau écologique paneuropéen REP) hinweisen, dem auch die Schweiz angehört. Ein weiterer Schlüsselfaktor ist der Einbezug der lokalen Bevölkerung bei der Bewirtschaftung der Schutzgebiete. Zudem muss die Nutzung von Synergien mit den bestehen internationalen Übereinkommen angestrebt werden.

    - die internationale Regelung der Sicherstellung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und der Verteilung der Nutzen. Als Weiterführung ihrer äusserst konkreten Aktion wird die Schweizer Delegation eine rasche Umsetzung der Bonner Richtlinien verlangen, die als nichtbindendes Instrument im Jahr 2002 verabschiedet wurden. So wird sie ein System vorstellen, das zur Förderung der Ursprungserklärungen bei genetischen Ressourcen beitragen soll. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht ein Arbeitsprogramm zum Schutz der Artenvielfalt der Berge. Am 18. und 19. Februar werden sich die Minister mit Fragen des Technologietransfers sowie mit der internationalen Regelung der Sicherstellung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und der Verteilung der Nutzen befassen, aber auch mit dem Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Bern, 2. Februar 2004

UVEK Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Pressedienst

Weitere Auskünfte: Botschafter Beat Nobs, Delegationschef, Chef der Abteilung Internationales, BUWAL, Natel 079 687 11 68 Robert Lamb, stellvertretender Delegationschef für die COP7, Sektion Konventionen, Abteilung Internationales. BUWAL, Tel. 031 324 49 89 oder 079 593 28 45 François Pythoud, stellvertretender Delegationschef für die MOP1, Sektion Biotechnologie und Stoffflüsse, Abteilung Stoffe, Boden, Biotechnologie, BUWAL, Tel. 031 322 93 95

    Verminderung der biotechnologischen Risiken bei der Ausfuhr von GVO Vom 23. bis zum 27. Februar wird die COP7 unterbrochen, um die erste Tagung der Vertragsparteien des Protokolls von Cartagena (MOP1) abzuhalten. Das im September 2003 in Kraft gesetzte Abkommen regelt die Ausfuhr von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und hält fest, dass GVO nur in ein Drittland ausgeführt werden können, wenn dieses nach Eingang sämtlicher erforderlichen Informationen seine Zustimmung in Kenntnis der Sachlage gegeben hat.

    An der ersten Tagung der Vertragsparteien wird es im Wesentlichen darum gehen, konkrete Verfahren zur Umsetzung des Protokolls festzulegen. Vorrang hat dabei für die Schweizer Delegation die Einrichtung eines internationalen Zentrums für den Austausch von Informationen über die Prävention von biotechnologischen Risiken. Das Pilotprojekt für die schweizerische Plattform ist auf dem Internet unter http://www.ch-bch.ch zu finden.

Die Schweizer Delegation wird sich auch dafür einsetzen, dass die Fragen der Sanierung von Schäden an der biologischen Vielfalt und der Haftpflicht in das Arbeitsprogramm des Protokolls Eingang finden. Dabei gilt es insbesondere zu untersuchen, ob eine Haftpflichtregelung im Rahmen der Konvention eingeführt werden soll. Diese Massnahme würde es nicht nur ermöglichen, Schäden an der biologischen Vielfalt zu vergüten, sondern sie hätte auch eine stark vorbeugende Wirkung. Das anfangs 2004 in Kraft getretene neue Schweizer Gentech-Gesetz könnte dabei als Arbeitsgrundlage dienen. Kontakte zur Schweizer Delegation während der 7. Vertragsparteienkonferenz über biologische Vielfalt vom 9. bis 27. Februar in Kuala Lumpur (Malaysia)

Bitte Zeitverschiebung beachten: Schweizerzeit + 7! - Botschafter Beat Nobs, Delegationschef, BUWAL, Natel 079 687 11 68 - Robert Lamb, stellvertretender Delegationschef für die COP7, BUWAL, Natel 079 593 28 45 - François Pythoud, stellvertretender Delegationschef für die MOP1, BUWAL, Natel 079 593 28 45 - Elisabeth Maret, Informationsbeauftragte, Pressedienst, BUWAL, 031 323 28 69



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