Eidg. Finanz Departement (EFD)

EFD: Entwicklung der Mehrwertsteuer (MWST) im 1. Quartal 2002 provisorische Ergebnisse) - Dienstleistungen tragen den steuerbaren Umsatz

      Bern (ots) - 25. Sep 2002 (EFD) Der steuerbare Umsatz stieg im
1.Quartal 2002 um 4.5%. Da wegen der schwachen Exportkonjunktur die
anrechenbare Vorsteuer hinter der Steuer auf Umsatz zurückblieb,
resultierte ein deutlicher Anstieg der Netto-Steuerforderung um
31.1%.

    Im 1. Quartal 2002 nahm der steuerbare Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 4.5% zu. Dieses Wachstum wurde vom Tertiärsektor mit einer Zunahme um 7.0% und vom Primärsektor mit einem Plus von 10.9% getragen. Demgegenüber schrumpfte der steuerbare Umsatz im Sekundärsektor um 0.8%.

    Im Tertiärsektor entwickelten sich die steuerbaren Umsätze namentlich im Verkehr und der Nachrichtenübermittlung (+15.5%) positiv. Parallel zur Entwicklung der Gesamtbranche bewegte sich die Post und Nachrichtenübermittlung (+14.9%), während die Reisebüros (+1.9%) mit der allgemeinen Dynamik nicht Schritt zu halten vermochten und der steuerbare Umsatz der Luftfahrt (-66.3%) stark einbrach. In den andern Branchen des tertiären Sektors waren sinkende steuerbare Umsätze bei der Vermietung beweglicher Sachen (- 5.2%) und der Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen -1.8%) zu verzeichnen. Grosse Einbussen mussten hier die Werbung (- 11.3%), die Personal- und Stellenvermittlung (-10.6%) und die Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Treuhand (-10.0%) hinnehmen. Nicht ganz so stark unter die Räder geriet die Unternehmensberatung (-4.7%). Gut behauptet haben sich hingegen die Architektur- und Ingenieurbüros (+7.1%). Stark positive Zuwachsraten erwirtschafteten im tertiären Sektor das Immobilienwesen (+19.4%) sowie die Abwasserreinigung, Abfallbeseitigung und Entsorgung (+14.3%).

    Im Sekundärsektor verzeichneten die meisten Branchen einen Rückgang des steuerbaren Umsatzes. Besonders drastisch fiel dieser in der Erzeugung und Bearbeitung von Metall (-30.0%), bei den Geräten der Elektrizitätserzeugung und -verteilung (-13.8%) und bei den Uhren (-11.8%) aus. Starke Einbrüche waren auch in vielen Segmenten des Maschinenbaus wie z.B. den Werkzeugmaschinen (-27.4%) oder den Bergwerks- und Baumaschinen (-30.2%) festzustellen. Selbst eine vergleichsweise konjunkturresistente Branche wie die Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung (-4.9%) musste kräftige Einbussen beim steuerbaren Umsatz hinnehmen. Dem allgemeinen Trend im Sekundärsektor entziehen konnten sich die Energieversorgung (+16.4%), das Baugewerbe (+4.7%) und einige kleinere Industriebranchen wie die Tabakverarbeitung (+2.4%), die Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren (+2.9%), die Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräte (+16.4%) und die Herstellung von Automobilen, Anhängern und Zubehör (+3.7%).

  Die Netto-Steuerforderung stieg im 1. Quartal 2002 gegenüber dem 1. Quartal 2001 markant um 31.1% oder 368 Mio. Franken an. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Tertiärsektor die Steuer auf Umsatz (6.0%) stärker wuchs als die anrechenbare Vorsteuer (3.5%) und dass im Sekundärsektor die Steuer auf dem Umsatz (-5.2%) weniger stark sank als die anrechenbare Vorsteuer (-9.7%). Die Abnahme bei der anrechenbaren Vorsteuer widerspiegelte die schwache Verfassung der Exportkonjunktur.

Abrechnungsbasis

    Die Ergebnisse stützen sich auf die der ESTV durch die Steuerpflichtigen bis 29. August 2002 zugestellten gültigen Abrechnungen; sie sind provisorisch.

    Der steuerbare Umsatz umfasst sämtliche Warenlieferungen und Dienstleistungen, welche in der Schweiz erbracht werden. Die Mehrwertsteuer, welche auf den Importen lastet und von der Eidgenössischen Zollverwaltung erhoben wird, ist nicht in der Netto- Steuerforderung der Tabellen enthalten.

    Seit dem 1. Januar 2001 anzuwendende Steuersätze:

- Normalsatz 7.6% - reduzierter Satz 2.4% - Sondersatz für Beherbergung 3.6%

Auskunft: Martin Daepp, Eidgenössische Steuerverwaltung, Tel. 031 / 322 73 88

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