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Kerntechnik zur Sicherung der Lebensmittelversorgung

Wien (ots)

Anwendungen der Kerntechnik tragen seit beinahe 50 Jahren dazu bei, neue Pflanzensorten zu entwickeln, Schädlinge zu bekämpfen, Tierseuchen zu diagnostizieren, Bodenbewirtschaftung und Wasserwirtschaft zu verbessern und die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, wovon Landwirte in aller Welt profitieren.

Die wichtige Rolle der Kerntechnik in der Landwirtschaft wird auch im Mittelpunkt des diesjährigen wissenschaftlichen Forums der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) am 18. und 19. September in Wien stehen. "Food for the Future: Meeting the Challenges with Nuclear Applications" (Nahrung für die Zukunft: Bewältigung der Herausforderungen mit nuklearen Anwendungen) lautet das Thema des Forums, das im Rahmen der jährlichen Generalversammlung der IAEO stattfinden wird.

"Die Lebensmittelnachfrage steigt dramatisch an, während die Weltbevölkerung weiterhin wächst", so IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano.

"Die Bekämpfung des Hungers hat daher höchste Priorität. Es kommt nicht nur darauf an, weltweit mehr Lebensmittel zu produzieren. Es gilt auch, Pflanzen und Tiere zu schützen und zu gewährleisten, dass deren Verzehr sicher ist. Nukleare Anwendungen können in all diesen Bereichen für positive Veränderungen sorgen."

"Das Ziel des wissenschaftlichen Forums besteht darin, die UN-Mitgliedstaaten verstärkt auf die überaus wichtige Arbeit der IAEO im Bereich nuklearer Anwendungen für Lebensmittel aufmerksam zu machen und weitere Länder dazu zu bewegen, unsere Dienste in Anspruch zu nehmen."

In den Gebieten Lebensmittel und Landwirtschaft finden sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Kerntechnik.

So können Wissenschaftler beispielsweise durch die Bestrahlung von Pflanzen deren natürliche spontane Mutation beschleunigen und für bestimmte Bedingungen geeignete Züchtungen erhalten. Landwirte profitieren von Reis, der auch auf salzigen Böden wächst, von Gerste, die in Höhen von mehr als 4.000 Metern blüht, sowie von Hunderten weiteren Pflanzensorten.

Neben den zahlreichen Einsatzgebieten in der Flora findet in der Fauna etwa die Sterile-Insekten-Technik zunehmend Anwendung. Hierbei werden Männchen einer Insektenart, z. B. Tsetsefliegen oder Mittelmeerfruchtfliegen, mithilfe von Strahlung sterilisiert und anschließend wieder ausgesetzt. Die Populationen von Schadinsekten, die Kulturpflanzen befallen und Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen, können so effektiv dezimiert werden, während der Einsatz von Pestiziden verringert wird.

Die meist tödlich verlaufende Rinderpest wurde im vergangenen Jahr für ausgerottet erklärt, nachdem der Erreger mittels Kerntechnik erfolgreich bekämpft wurde.

Der Einsatz solcher Methoden zum Schutz von Pflanzen und Tieren vor Krankheiten und Schadorganismen führt dazu, dass immer mehr Landwirte genügend Nahrungsmittel produzieren können, um ihre Familien zu versorgen und ihre Produkte auf Märkten zu verkaufen. Unterm Strich bedeutet dies, dass weniger Menschen Hunger leiden müssen.

Zur Unterstützung von Landwirten arbeitet die IAEO in einer gemeinsamen Einrichtung in Wien mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen zusammen.

"Trotz unseres relativ geringen Bekanntheitsgrads bewirken wir Großes", erklärte Qu Liang, Leiter der gemeinsamen Einrichtung für Kerntechnik von FAO und IAEO. "Wir ermöglichen es insbesondere Kleinerzeugern in ärmeren Ländern, die Vorteile bewährter Kerntechnik zu nutzen, sodass sie ihre Nahrungsmittel sicherer machen und ihre Lebensbedingungen verbessern können."

"Grundlage dieser Unterstützung ist modernste Technik", so Liang weiter. "Jedoch müssen wir darauf achten, den Anforderungen der Landwirte gerecht zu werden. Diese Anforderungen liegen in der Züchtung von Pflanzen, die wechselnden und oftmals rauen Bedingungen standhalten, der Schädlingsbekämpfung ohne Einsatz von Chemie sowie dem Schutz von Tieren."

Das wissenschaftliche Forum wird vom Generaldirektor der IAEO sowie Ministern aus Indonesien, Kenia und Vietnam eröffnet. FAO-Generaldirektor Graziano da Silva wird dabei in Form einer Videobotschaft vertreten sein.

Im Rahmen des Forums sollen die Tätigkeiten der IAEO in den Bereichen Lebensmittelproduktion, -schutz und -sicherheit erörtert werden. Dabei wird in jeder Diskussionsrunde ein Expertengremium die Vorteile von Kerntechnik in den Gebieten Lebensmittel und Landwirtschaft vorstellen und detailliert erörtern, während ein Moderator durch die Diskussion führt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.iaea.org/About/Policy/GC/GC56/ScientificForum/

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der IAEO;Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
   Internationale Atomenergie-Organisation
   Wagramerstraße 5, A-1400 Wien
   Tel.:[+43]1/260021273;mailto:press@iaea.org

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/13138/aom

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