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Neuer Biomarker "Copeptin" beschleunigt die Herzinfarktdiagnose

Hennigsdorf (ots)

Der neue Biomarker Copeptin kann das
Patientenmanagement in der Notaufnahme entscheidend verbessern. Dies 
zeigt eine im "Journal of the American College of Cardiology" (JACC) 
veröffentlichte Studie, die sich mit der Bedeutung von Copeptin für 
den schnellen Ausschluss akuter Myokardinfarkte (AMI) befasst.
Eine der größten Herausforderungen in der Notfallmedizin ist die 
frühe Diagnose akuter Myokardinfarkte (AMI) bei Patienten mit 
Brustschmerz oder anderen Symptomen, die auf diese Erkrankung 
hinweisen könnten. Bis dato hat sich Troponin als wirksamster 
Biomarker auf diesem Gebiet erwiesen. Laut der Studie "Incremental 
Value of Copeptin for Rapid Rule Out of Acute Myocardial Infarction 
(AMI)", die am Basler Universitätsspital durchgeführt wurde, 
ermöglicht die Kombination von Troponin und Copeptin, einem neuen 
Herzmarker der BRAHMS Aktiengesellschaft, einen schnellen und 
zuverlässigen Ausschluss von AMI schon nach der ersten Blutabnahme 
des Patienten in der Notaufnahme.
Jährlich kommen ca. 15 Millionen Patienten weltweit mit Verdacht 
auf akuten Myokardinfarkt (AMI) in die Notfallstation. Bei der 
überwiegenden Mehrheit (70 bis 80%) dieser Patienten wird 
letztendlich kein AMI festgestellt. Da die Troponin-Konzentration im 
Blut stark verzögert ansteigt, kann diese erst nach bis zu sechs 
Stunden gemessen werden. Deshalb empfehlen die Europäischen 
Richtlinien bei Verdacht auf AMI serielle Blutabnahmen. Die 
Studienergebnisse zeigen, dass durch einen Test auf Troponin und 
Copeptin zusammen mit einem Elektrokardiogramm (EKG) und klinischen 
Befunden ca. zwei Drittel der Patienten nicht sechs Stunden in der 
Notaufnahme auf den zweiten Troponin-Test warten müssten, das heißt 
eine längere Überwachung und serielle Blutabnahmen wären überflüssig.
"Wenn ein Patient mit Verdacht auf einen akuten Myokardinfarkt 
(AMI) in die Notaufnahme kommt, muss der Arzt schnell feststellen 
können, ob dieser Patient wirklich gefährdet ist oder nicht. Der 
sichere Ausschluss eines AMI ist in dieser Situation sehr wichtig, 
bislang jedoch nicht möglich. Die Messung von Copeptin in Kombination
mit Troponin kann diese Ausschlussdiagnostik beschleunigen und somit 
das Patientenmanagement in der Notaufnahme wesentlich verbessern. 
Zwei Drittel dieser Patienten dürften auf diese Weise bereits nach 
der ersten Blutabnahme die Notfallstation wieder verlassen", erklärt 
Studienleiter Dr. Tobias Reichlin von der Abteilung Innere Medizin 
des Universitätsspitals Basel. Während die Troponin-Konzentration 
erst vier bis sechs Stunden nach einem Infarkt ansteigt, ist die 
Konzentration des neuen Biomarkers Copeptin direkt nach dem Auftreten
der Symptome am höchsten und beginnt danach zu sinken. Durch diesen 
Unterschied verspricht eine Kombination der beiden Marker großen 
Erfolg.
Die Studie wurde am Universitätsspital Basel, Schweiz, 
durchgeführt. Dabei wurde die Copeptin-Konzentration von 487 
nacheinander in die Notaufnahme eingelieferten Patienten mit 
Herzinfarktsymptomen bei der Aufnahme mit einem 
immunoluminometrischen Sandwich-Assay im Blindtestverfahren gemessen.
Die abschließende Diagnose wurde durch zwei unabhängige Kardiologen 
anhand sämtlicher verfügbaren Daten bestätigt.
Abschließend wurden 81 Patienten (17%) mit akutem Myokardinfarkt 
(AMI) diagnostiziert. Die Copeptin-Konzentration war bei Patienten 
mit AMI deutlich höher als bei jenen mit anderer Diagnose (Medianwert
20,8 pmol/l gegenüber 6,0 pmol/l, p<0,001). Die Kombination von 
Troponin und Copeptin direkt nach der Einlieferung führte zu einem 
Bereich unter der ROC-Kurve von 0,97 (95%-Konfidenzintervall: 0,95 
bis 0,98), der deutlich höher lag als der Wert von 0,86 
(95%-Konfidenzintervall: 0,80 bis 0,92) für Troponin allein 
(p<0,001). Bei einer Copeptin-Konzentration < 14 pmol/l in 
Kombination mit Troponin ≤ 0,01 µg/l konnte ein AMI mit einer 
Sensitivität von 98,8% und einem negativen Vorhersagewert von 99,7% 
ausgeschlossen werden.
Copeptin, der C-terminale Teil des Prohormons von Vasopressin, ist
ein Marker für akuten endogenen Stress. Arginin-Vasopressin (AVP) ist
eines der wichtigsten Hormone im menschlichen Körper. Trotz der 
klinischen Relevanz von AVP für die Aufrechterhaltung des 
Flüssigkeitshaushaltes und des Gefäßtonus ist die Messung von reifem 
AVP schwierig und von präanalytischen Fehlern geprägt. Erst vor 
kurzem erwies sich Copeptin, ein 39 Aminosäuren langes Glycopeptid, 
das aus dem C-terminalen Teil des AVP-Prohormons (CT-proAVP) besteht,
als stabiler und sensitiver Surrogatmarker für die Freisetzung von 
AVP, analog zum C-Peptid für Insulin. Es zeigte sich, dass die 
Copeptin-Messung bei verschiedenen klinischen Indikationen hilfreich 
ist, u.a. bei der Diagnose von Diabetes insipidus sowie der 
Überwachung von Sepsis und kardiovaskulären Erkrankungen.
Copeptin soll im Herbst dieses Jahres in Europa auf den Markt 
kommen und reiht sich in eine Serie hervorragender BRAHMS-Biomarker 
für kardiovaskuläre Erkrankungen ein. Die Studienergebnisse wurden 
bereits im März im Rahmen einer Late-Breaker-Session (aktuelle 
Studienergebnisse, die erst kurz vor Beginn des Meetings eingereicht 
werden) auf dem Kongress des "American College of Cardiology" (ACC) 
präsentiert. Somit hat BRAHMS bereits zum dritten Mal innerhalb 
weniger Monate erfolgreich mit einem neuen Herzmarker an einer 
Late-Breaker-Session eines bedeutenden Kardiologenkongresses 
teilgenommen.
Die BRAHMS Aktiengesellschaft beschäftigt sich mit der 
Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung innovativer 
diagnostischer Biomarker. Sie ist eines der drei größten 
Biotech-Unternehmen in Deutschland. Das Unternehmen vertreibt seine 
Produkte in mehr als 65 Ländern über seine Tochterunternehmen und 
Vertriebsgesellschaften sowie über eigene Laborsysteme und weltweit 
operierende Lizenzpartner. Der Hauptsitz der BRAHMS 
Aktiengesellschaft befindet sich in Hennigsdorf bei Berlin, wo rund 
220 der weltweit insgesamt 400 Mitarbeiter des Unternehmens 
beschäftigt sind.

Kontakt:

BRAHMS Aktiengesellschaft
Ingo Buchholzer
Public Relations Manager
Telefon: +49 3302 883-637
Fax: +49 3302 883-635
Mobiltelefon: +49 172 323 4087
E-Mail: i.buchholzer@brahms.de
www.brahms.de

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