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Abschied aus Köln, Kommentar zur Lufthansa von Peter Olsen

Frankfurt (ots)

Pech für Köln. Die Deutsche Lufthansa hat sich zuletzt noch knapp als Mitglied im Blue-Chip-Index Dax behaupten können. Aber mit der Ankündigung, am Firmensitz Köln die letzten hoheitlichen Funktionen bis spätestens 2017 abzuziehen, wird die Domstadt die Fluggesellschaft als ihren Dax-Wert verlieren.

Wichtigster Standort der führenden deutschen Airline ist Frankfurt. Ob die rechtliche Sitzverlagerung letztlich dieser Tatsache Rechnung trägt, lässt man bei Lufthansa offen. "There is no free lunch", heißt es so schön in Managementkreisen. Und mit dem Nachtflugverbot auf Rhein-Main nach dem Bau der neuen Landebahn hat die Airline bis heute keinen Frieden geschlossen.

Der allmähliche Abzug aus Köln - neben den Konzernfinanzen und anderen Hauptverwaltungstätigkeiten mit 365 Arbeitsplätzen soll auch Lufthansa Cityline mit rund 300 Mitarbeitern verlagert werden - gehört zu den sehr konkreten Folgen des bei vielen Lufthansa-Beschäftigten verhassten Effizienzsteigerungsprogramms Score. Wobei die Bündelung von Zentralfunktionen an einem Standort wie Frankfurt betriebswirtschaftlich gewiss sinnvoll ist.

Bis 2015 soll Score mindestens 1,5 Mrd. Euro bringen. Schon früh war kommuniziert worden, dass allein im administrativen Bereich insgesamt 3500 Stellen, davon 2500 im Inland, wegfallen oder ausgegliedert werden sollen. Schon heute verfügt die Airline über drei ausländische Standorte ihrer Global Business Services (GBS). Bald dürfte nahe Frankfurt ein viertes Center für geschäftsfeldübergreifende Aufgaben dazukommen.

2012 kostete die Umsetzung erster Score-Maßnahmen schon 160 Mill. Euro. Auch ein Grund dafür, dass der Konzern operativ mit 524 Mill. Euro 36% weniger verdiente als zuvor. Zugleich wird der Umbau der Flugzeugflotte mit hohen Milliardenbeträgen beschleunigt, um den Würgegriff hoher Kerosinpreise zu lockern. Die Entwicklung 2012 hat gezeigt, dass die mit Score avisierten ambitionierten Renditeziele bei anhaltendem Gegenwind auf der Kostenseite und zunehmender Konkurrenz auf lukrativen Langstrecken gefährdet sind.

Vor diesem Hintergrund und angesichts des sich ständig verändernden Wettbewerbsumfelds - bevorstehende Großfusion amerikanischer Airlines zur neuen Nummer 1 weltweit - kann der angekündigte Dividendenausfall bei Lufthansa nicht überraschen. Dass Sondergewinne aus Beteiligungsverkäufen lieber einbehalten und in die Unternehmenszukunft gesteckt werden, kommt auf längere Sicht letztlich den jetzt enttäuschten Aktionären zugute.

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