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Finanzkrise: Experten erwarten mehr Kreditausfälle - AlixPartners European Turnaround Index

München (ots)

- 93 Prozent der Experten rechnen mit steigender Zahl an 
     Kreditausfällen, 79 Prozent erwarten Zunahme von 
     Unternehmensinsolvenzen
   - Europa zunehmend interessant für Distressed Debt-Investoren
   - Produzierendes Gewerbe am stärksten betroffen
   - In Deutschland mehr Restrukturierungen als in anderen 
     europäischen Ländern erwartet
Laut einer aktuellen Umfrage der auf Turnarounds und 
Ertragssteigerungsprogramme spezialisierten AlixPartners rechnet die 
Mehrheit der Experten in der Folge der derzeitigen globalen 
Kreditkrise mit einer steigenden Zahl an Kreditausfällen und 
Finanzkrisen bei europäischen Unternehmen. In der Umfrage unter rund 
70 führenden europäischen Bankern, Rechtsanwälten, Fondsmanagern und 
anderen Branchenexperten gaben 93 Prozent der Befragten an, sie 
erwarteten für die kommenden 18 Monate einen Anstieg der 
Kreditausfallquoten. 79 Prozent rechnen zudem mit einer 
bevorstehenden Zunahme von Unternehmensinsolvenzen im gleichen 
Zeitraum in Europa.
Im AlixPartners European Turnaround Index befragt AlixPartners 
jährlich führende europäische Banker, Rechtsanwälte, Fondsmanager und
andere Branchenexperten nach ihren Einschätzungen zur Entwicklung des
Marktes für Unternehmenssanierungen in Europa. Bei der Umfrage im 
Vorjahr hatten nur 72 Prozent der Befragten einen Anstieg der 
Kreditausfälle und 50 Prozent einen Anstieg der Insolvenzen 
vorausgesagt.
Deutschland am stärksten betroffen
Auf die Frage, in welcher europäischen Branche mit den stärksten 
Restrukturierungen zu rechnen sei, wurde von der Mehrheit der 
Befragten an erster Stelle der produzierende Sektor angegeben, an 
zweiter Stelle der Handels- und Konsumgütersektor, an dritter Stelle 
der Finanzdienstleistungssektor, an vierter Stelle der Pharmasektor 
und an fünfter Stelle schließlich der Energiesektor. Auf die Frage, 
welcher von fünf vorgegebenen westeuropäischen Staaten den höchsten 
Anteil von Unternehmensrestrukturierungen zu erwarten habe, sahen 38 
Prozent der Befragten Deutschland an erster Stelle, 33 Prozent 
Großbritannien, 13 Prozent Frankreich, 12 Prozent Spanien und 4 
Prozent Italien.
Auswirkung der Kreditkrise
"Die Krise an den Finanzmärkten hat schon jetzt erhebliche 
Auswirkungen auf die Finanzierung von Unternehmen. Wir sehen derzeit 
eine Menge von Transaktionen, die nicht abgeschlossen werden können. 
Weltweit sind Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 400 
Milliarden Dollar in der Pipeline und können aktuell nicht syndiziert
werden", erläutert Ulrich Wlecke, Geschäftsführer von AlixPartners in
Deutschland, den Zusammenhang zwischen der Kreditkrise und der 
Situation der Unternehmen.
"Auch wenn die Folgen der Kreditkrise weniger dramatisch sind, als
von manchen befürchtet, ist sie doch eine Mahnung, dass die guten 
Zeiten früher oder später zu einem Ende kommen", sagt Roman Zeller, 
Europachef von AlixPartners. "Unsere Umfrage belegt eine Vorahnung 
unter europäischen Experten - die aus eigener Erfahrung wissen, wie 
schnell sich die Konjunktur wenden kann -, dass uns vermutlich noch 
weitaus größere Umwälzungen bevorstehen. Engagierte Manager werden 
sich bemühen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, bevor es zu 
spät ist."
Änderung des Insolvenzrechts
Die Befragungsergebnisse spiegeln auch die Auswirkungen der 
Änderungen des Insolvenzrechts in weiten Teilen Kontinentaleuropas 
wider. 56 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die erfolgten 
Änderungen Frankreich zu einem attraktiveren Markt für Distressed 
Debt-Investoren machen, während 54 Prozent für Italien und 46 Prozent
für Deutschland in Zukunft eine steigende Attraktivität erwarten.
"Die Hoffnung der Experten gründet auf der von der deutschen 
Bundesregierung geplanten Änderung des Insolvenzrechtes. Deutschland 
muss sich hier den internationalen Standards annähern. Ansonsten wird
es für Investoren nicht sehr interessant sein, deutschen 
Krisenunternehmen aus der Klemme zu helfen", kommentiert Ulrich 
Wlecke die Umfrageergebnisse.
Über AlixPartners
Mit rund 700 Mitarbeitern in weltweit dreizehn Büros und über 1300
abgeschlossenen Projekten seit der Gründung im Jahr 1981 zählt 
AlixPartners international zu den führenden Experten für Turnarounds 
und Ertragssteigerungsprogramme. AlixPartners setzt ausschließlich 
erfahrene Führungskräfte aus Industrie und Beratung ein, die vielfach
als Manager auf Zeit auch operative Führungsverantwortung übernehmen.
So beispielsweise bei MCI Worldcom oder beim US-Einzelhändler Kmart. 
In Deutschland gelang dem AlixPartners Team die erfolgreiche 
Sanierung des nordrhein-westfälischen Kabelnetzbetreibers ish, bei 
dem AlixPartners Experten unter anderem als CFO und als Vorsitzender 
der Geschäftsführung während Restrukturierung, Optimierung und 
schlussendlichem Verkauf tätig waren. AlixPartners ist seit dem Jahr 
2003 mit eigenen Büros in Deutschland vertreten. Zum Team um die 
Geschäftsführer Roman Zeller und Ulrich Wlecke zählen derzeit rund 60
Mitarbeiter.
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