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Schweiz. Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin - SGAIM

Internistische Hausärzte im Vormarsch

Basel (ots)

Der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat
SWTR ist diese Tage an die Öffentlichkeit getreten mit der Forderung,
es brauche 20 Prozent mehr Medizinstudenten, um den zukünftigen
Bedarf an Ärzten in der Schweiz sicher zu stellen. Die Schweizerische
Gesellschaft für Innere Medizin SGIM teilt diese Einschätzung
vollumfänglich. Ganz besonders gefährdet ist bekannterweise der
Nachwuchs in der Hausarztmedizin. Bereits jetzt klagen ältere
Hausärzte in städtischen und ländlichen Regionen, dass sie keinen
Nachfolger für ihre Praxis finden.
"Hausarzt" ist kein Facharzttitel. Als Hausärzte arbeiten in der
Schweiz die Internisten, die Allgemeinpraktiker und auch die
Kinderärzte. Die grösste Zahl von Hausärzten in der medizinischen
Grundversorgung sind heute Fachärztinnen und -ärzte für Innere
Medizin. Die SGIM ist denn auch mit 3'700 Mitgliedern der grösste
Facharztverband und verantwortlich für die Qualitätssicherung bei
über 6'300 Internistinnen und Internisten in der Schweiz. Im
Gegensatz zu den Allgemeinpraktikern sind die Internisten seit jeher
in den medizinischen Fakultäten und den Spitälern fest verankert. Die
Spitalinternisten sind es denn auch, die - neben ihrer täglichen
klinischen Tätigkeit - für die Lehre und Forschung im Bereich der
Inneren Medizin sowie für die grundlegende Weiterbildung der
Hausärzte verantwortlich zeichnen.
Junge Ärztinnen und Ärzte haben früher ihre Anstellung an einem
Spital als Weiterbildungsphase verstanden, die primär dazu diente,
sie für die spätere Praxistätigkeit vorzubereiten. Die damals
ebenfalls sehr beliebten Praxisvertretungen am Ende des
Medizinstudiums und während der Weiterbildung haben ebenfalls stark
abgenommen, sodass die jungen Ärzte die Hausarzttätigkeit oft nicht
mehr kennen lernen und es vermehrt vorziehen, sich weiter zu
spezialisieren oder als Facharzt ganz im Spital tätig zu bleiben.
Diesem Trend muss etwas entgegengesetzt werden. Denn der Hausarzt /
die Hausärztin sollte nach wie vor die erste und wichtigste
Anlaufstelle für die Patienten sein. Bekanntlich äussern Patienten
Beschwerden und nicht eine Diagnose, die einem Organgebiet bereits
klar zugewiesen werden kann, wenn sie den Arzt aufsuchen.
Die SGIM hat auf den drohenden Hausärztemangel bereits vor einiger
Zeit reagiert. Sie fördert und unterstützt aktiv Bestrebungen, die
dazu beitragen, die Wichtigkeit und die Vorzüge der Hausarztmedizin
bei den Medizinstudenten und vor allem auch bei den jungen
Spitalärzten in den Vordergrund zu stellen. So hat die internistische
Chefärztekommission ein sehr viel versprechendes Projekt entwickelt:
Mittels eines institutionalisierten Rotationsprogramms werden die
Assistenzärztinnen und -ärzte im Rahmen ihrer Weiterbildung im Spital
für jeweils sechs Monate an Hausarztpraxen "ausgeliehen". Während
dieser Praxisassistenz lernen sie die vielseitigen Aufgaben und
Herausforderungen der Hausarztmedizin kennen und schätzen. Erste
Auswertungen zeigen, dass mit dieser Weiterbildung vor Ort die
Motivation, den Beruf des Hausarztes zu ergreifen, stark gefördert
werden kann. Die Innere Medizin bleibt, mit ihrer Verankerung in
Praxis und Spital, deshalb weiterhin der wichtigste Pfeiler in der
Ausbildung zum Hausarzt.

Kontakt:

Prof. Verena Briner
Präsidentin SGIM
Departement Medizin
Kantonsspital
6000 Luzern 16
Tel.: +41/41/205'51'01
E-Mail: verena.briner@ksl.ch
Internet: www.sgim.ch

Dr. Silva Keberle
Kommunikationsbeauftragte
SGIM Geschäftsstelle
Postfach 158
4011 Basel
Tel.: +41/61/225'93'30
E-Mail: skeberle@sgim.ch

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