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Internationale Diabetes-Föderation (IDF) empfiehlt Diabetikern strengere Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten

Amsterdam (ots/PRNewswire)

- IDF präsentiert neuen Leitfaden für Glukosemanagement nach
Mahlzeiten
Die IDF veröffentlichte heute ihren neuen weltweiten Leitfaden zur
Behandlung von Diabetes, der auch auf das Glukosemanagement nach
Mahlzeiten eingeht.(1) In diesem Leitfaden wird betont, dass
Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten genau beobachten
sollten, um die Diabeteskontrolle zu optimieren und das Risiko
eventueller Komplikationen, v.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu
minimieren.(2) Dieser neue Ansatz hilft Medizinern und Organisationen
bei der Entwicklung wirksamer Strategien für das Diabetesmanagement.
Der neue evidenzbasierte weltweite Leitfaden wurde im Rahmen des
Kongresses der European Association for the Study of Diabetes (EASD)
in Amsterdam präsentiert.
Der neue Leitfaden enthält eine Reihe von Empfehlungen zur
Optimierung der Diabetesbehandlung. Behandelt werden Themen wie
Hyperglykämie nach Mahlzeiten, Behandlungsstrategien und Diäten,
Selbstüberwachung des Blutzuckers (Self Monitoring of Blood Glucose -
SMBG) sowie nichtpharmakologische und pharmakologische Therapien.
"Diabetes ist heute anerkanntermassen eine der grössten Epidemien
in der Geschichte der Menschheit und eine der häufigsten
Todesursachen. Die Krankheit ist für 3,8 Mio. Todesfälle pro Jahr
verantwortlich, viele davon in Zusammenhang mit einer
Herz-Kreislauf-Erkrankung. Der neue Leitfaden betont, wie wichtig es
für Diabetiker und ihre Gesundheitsdienstleister ist, sämtliche zur
Verfügung stehenden Massnahmen für einen optimalen Umgang mit dieser
Krankheit zu ergreifen", so Prof. Stephen Colagiuri, Vorsitzender der
IDF-Arbeitsgruppe für klinische Richtlinien.
Bis vor kurzem war eine Senkung des Nüchternglukosewertes bzw.
Blutzuckerspiegels vor den Mahlzeiten eine der Hauptempfehlungen für
gutes Diabetesmanagement; neueste Studien deuten jedoch auf einen
Zusammenhang zwischen Blutzuckermessung nach den Mahlzeiten und
besseren Ergebnissen bei Diabetikern hin. Die derzeitigen weltweiten
Richtlinien sehen kein Management des Blutzuckers nach Mahlzeiten
vor.
Bei Personen mit normaler Glukosetoleranz wird der
Blutzuckerspiegel automatisch vom Körper überwacht und reguliert.
Nach den Mahlzeiten schüttet der Körper ausreichend Insulin aus, um
die Plasmaglukose im normalen Bereich zu halten - diese übersteigt
nur selten 7,8 mmol/l (140 mg/dl) und fällt in der Regel innerhalb
von 2-3 Stunden wieder auf die Werte vor den Mahlzeiten ab.
Bei Personen mit gestörter Glukosetoleranz oder Diabetes kann der
Körper den Blutzuckerspiegel kaum oder gar nicht automatisch
regulieren. Nach dem Essen weisen diese Personen oft übermässig lange
einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf. Dies lässt sich auf eine Reihe
von Faktoren zurückführen, u.a. auf eine unzureichende
Insulinausschüttung, verminderte Sensitivität gegenüber der
Insulinwirkung, Unfähigkeit, die Glukosefreisetzung aus der Leber zu
unterdrücken sowie auf einen Mangel an anderen mit der Verdauung in
Zusammenhang stehenden Hormonen.
Der neue IDF-Leitfaden empfiehlt Diabetikern, ihren
Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten für 2 Stunden auf unter 7,8
mmol/l (140 mg/dl) zu halten, ein Zeitrahmen, der den Empfehlungen
der meisten führenden Diabetes- und medizinischen Organisationen
entspricht.
Die IDF spricht sich für SMBG aus, da dies die praktischste
Methode zur Glukosemessung nach Mahlzeiten ist und Diabetikern
"Echtzeit"-Informationen über ihren Blutzuckerspiegel liefert. Diese
Informationen machen es Diabetikern und ihren
Gesundheitsdienstleistern möglich, ihre Behandlung rechtzeitig
anzupassen, um ihren Blutzuckerspiegel innerhalb des Zielbereichs zu
halten.
"Die IDF empfiehlt Diabetikern, körperliche Betätigung, gesunde
Ernährung und Gewichtskontrolle in ihren täglichen Behandlungsplan
aufzunehmen", so Prof. Antonio Ceriello, Vorsitzender der
Arbeitsgruppe für die Erarbeitung von Leitfäden. "Dies sind weiterhin
die Eckpunkte eines effizienten Diabetes-Managements; sie senken
nicht nur den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten, sondern wirken
sich auch positiv auf Blutdruck und Cholesterinspiegel aus". Der
Leitfaden enthält überdies Informationen über eine Reihe von
Medikationen, die speziell auf den Glukosespiegel nach Mahlzeiten
abzielen.
Redaktionelle Hinweise
Die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) ist eine
Dachorganisation mit mehr als 200 Mitgliedsverbänden in über 160
Ländern und tritt als Fürsprecher der weltweit 250 Mio. Diabetiker,
ihrer Familien und Gesundheitsdienstleister auf. Erklärtes Ziel der
IDF ist es, die Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Diabetes
weltweit voranzutreiben. Die IDF ist eine NGO, die offizielle
Beziehungen zur Weltgesundheitsorganisation unterhält und der
Hauptabteilung für Presse und Information der Vereinten Nationen
nahesteht. Weitere Informationen zur IDF sind unter
http://www.idf.org zu finden.
Literaturhinweise:
(1) Guideline for Management of Postmeal Glucose, International
Diabetes Federation, 2007
(2) Ceriello A, Postprandial Hyperglycemia and Diabetes
Complications: Is it Time to Treat? Diabetes 2005; 54(1):1-7

Pressekontakt:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Anne Pierson,
Tel.: +32-2-5431623, Mobil: +32-475-343788, anne@idf.org or Kerrita
McClaughlyn, Tel.: +32-2-5431639, Mobil: +32-487-530625,
kerrita@idf.org

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