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Neue Definition hilft, vom metabolischen Syndrom bedrohte Kinder zu identifizieren

Brüssel (ots/PRNewswire)

Der IDF-Verband (International Diabetes
Federation) hat eine neue Definition zur Identifizierung von Kindern
und Jugendlichen herausgebracht, die ein erhöhtes Risiko aufweisen,
in ihrem späteren Leben einen Typ-2-Diabetes bzw. eine
Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Die Definition wurde heute
in The Lancet (1) veröffentlicht.
Das metabolische Syndrom ist ein Cluster der bedrohlichsten
Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die frühzeitige Identifizierung des Syndroms ist entscheidend, um
präventive Massnahmen ergreifen zu können. Diese erste, einfache und
einheitliche Definition des IDF-Verbandes für Kinder und Jugendliche
folgt konsequent derjenigen, die für Erwachsene bereits verfügbar ist
(2).
"Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können zum Tod bzw. zu
schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen", sagte Professor
Paul Zimmet, Vorsitzender der IDF-Arbeitsgruppe Epidemiologie und
Vorbeugung und Mitautor der Definition. "Nahezu 4 Millionen
Todesfälle sind jährlich auf Diabetes-Folgen zurückzuführen. Und da
Diabetes auf dem Wege ist, innerhalb einer Generation 380 Millionen
Menschen zu betreffen, kann die Zahl der Todesopfer nur steigen (3).
Dies ist die erste Generation in der Kinder womöglich vor ihren
Eltern sterben werden."
Ereignisse, die das ungeborene Kind im Mutterleib betreffen und
Umstände in den ersten Entwicklungsjahren prädisponieren ein Kind für
Störungen wie Fettleibigkeit, Prädiabetes und das metabolische
Syndrom. Gleichzeitig hat die Verstädterung, ungesundes Essen und die
sitzende Lebensweise das Risiko für die nächsten Generationen
vergrössert.
Die neue Definition ist einfach und in der klinischen Praxis
leicht anzuwenden. Der wichtigste Bestandteil ist der Taillenumfang.
Statt der Absolutwerte werden Perzentile des Taillenumfangs benutzt.
Dadurch können Unterschiede in der Kindesentwicklung und des
ethnischen Ursprungs berücksichtigt werden.
Die Definition ist in Altersgruppen von 6 bis 10, 10 bis 16 und 16
Jahre und älter aufgeteilt. Der IDF-Verband schlägt vor, die Diagnose
des metabolischen Syndroms bei Kindern im Alter unter 10 Jahren noch
nicht zu stellen, jedoch im Falle von Fettleibigkeit eine ernste
Ermahnung zur Gewichstreduktion auszusprechen.
Für Kinder im Alter von 10 Jahren und darüber kann die Diagnose
des metabolischen Syndroms bei Fettleibigkeit (gemessen in
Perzentilen des Taillenumfanges) und dem Vorhandensein von zweien
oder mehreren klinischen Kennwerten (erhöhte Triglyzeride, niedriges
HDL-Cholesterin, hoher Blutdruck, erhöhte Blutzuckerwerte) gestellt
werden. Obwohl einige dieser Werte und die Köpergrösse und
-Proportionen sich mit dem Alter und der Entwicklung ändern, halten
sich die Kriterien, solange keine neueren, definitiven Ergebnisse
vorliegen, an die Absolutwerte der Definition des IDF-Verbandes für
Erwachsene. Einzige Ausnahme ist, dass nur ein einziger (statt ein
geschlechtsspezifischer) Eckwert für HDL benutzt wird. Für Kinder
über 16 Jahren können die IDF-Kriterien für Erwachsene eingesetzt
werden.
"Die Früherkennung und anschliessende Behandlung - insbesondere
die Änderungen der Lebensweise - sind entscheidend, um das
Fortschreiten des metabolischen Syndroms aufzuhalten und die künftige
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen", sagte
Professor Sir George Alberti, ehemaliger Präsident des IDF-Verbandes
und Mitautor der Definition. "Wir rufen die Regierungen auf, ein
Umfeld zu schaffen, das eine Änderung der Lebensweise ermöglicht.
Dazu bedarf es eines koordinierten Ansatzes quer durch alle Bereiche,
u.a. im Gesundheitswesen, in der Erziehung, im Sport und in der
Landwirtschaft, denn nur so können wir der Bürde des Typ-2-Diabetes
und der Herz-Kreislauf-Erkrankungen Einhalt gebieten."
Der IDF-Verband (International Diabetes Federation) ist die
globale Vertretung der weltweit nahezu 250 Millionen Diabetiker. Der
Verband vertritt 200 Diabetesverbände in über 150 Ländern. Seine
Aufgabe besteht darin, weltweit die Behandlung, Vorbeugung und
Heilung der Diabetes zu fördern. Der IDF-Verband ist eine
Nichtregierungsorganisation, die offiziell mit der
Weltgesundheitsbehörde verbunden ist.
Quellenhinweise
(1) Alberti KGMM, Zimmet PZ, Shaw JE. The metabolic syndrome in
children and adolescents, Lancet 2007; 369:2059-2061
(2) Alberti KGMM, Zimmet PZ, Shaw JE. The metabolic syndrome-a new
world-wide definition from the IDF Consensus. Lancet 2005; 366:
1059-62.
(3) Diabetes Atlas, 3rd Edition, International Diabetes
Federation, 2006
Weitergehende Informationen stehen unter
www.idf.org/met_syndrome/children zur Verfügung.

Pressekontakt:

Ansprechpartner: Anne Pierson, E-Mail: anne@idf.org oder Tel.:
+32-25-43-16-23

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