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Aktionskomitee Galmiz

Aktionskomitee Galmiz: Dammbruch in der schweizerischen Raumplanung?

Bern (ots)

Hinweis:  Ein Bild wird durch Photopress über Keystone verbreitet
http://www.photopress.ch/image/aktuell -
Mitten in der derzeit heiss umkämpften Region
Galmiz/Bellechasse im Grossen Moos beim Murtensee führte das
Aktionskomitee‚ Galmiz - Ja zur Raumplanung' am 22. März eine
Medienkonferenz durch. Befürworter und Gegner einer vom
amerikanischen Gentech-Konzern Amgen, (der sich hiner dem Pseudonym
‚Redwood' versteckt), geplanten riesigen Pharma-Produktionsanlage mit
einem Flächenverbrauch von 55 Hektaren liegen sich in den Haaren.
Das Aktionskomitee gegen den Bau der Anlage besteht aus rund 300
Fachleuten aus allen Bevölkerungsschichten und Landesteilen. An der
Pressekonferenz stellten sich NR Ruedi Aeschbacher (Präsident), NR
Barbara Marty Kälin, NR Fernand Cuche, Rechtsprofessor Enrico Riva,
a. Kantonsplaner Claude Wasserfallen und der bekannte
Landschaftsschützer Hans Weiss den Medien. Sie wehren sich vor allem
gegen die höchst umstrittene Umzonung des fraglichen Gebietes. Es
handelt sich um das grösste zusammenhängende Landwirtschaftsgebiet
der Schweiz, gleichzeitig fruchtbare "Gemüsekammer" der ganzen
Region.
Hans Weiss, der Geschäftsleiter des Aktionskomitees und ehemaliger
Leiter der  Schweiz. Stiftung für Landschaftsschutz,  beklagte die
handstreichartige, vom Kanton Freiburg im Widerspruch zum geltenden
Richtplan vorgenommene und vom Bundesrat abgesegnete Umzonung des
Gebietes aus der Landwirtschafts- in die Industriezone. Dies ist nach
Ansicht des Aktionskomitees eine nicht hinzunehmende Beugung
geltenden Raumplanungsrechts. Das Vertrauen des Aktionskomitees in
die Freiburger Regierung wurde laut Planer Claude Wasserfallen
endgültig dadurch strapaziert, dass im  Falle eines Rückzugs des
Amgen-Konzerns das Areal umgehend wieder in die Landwirtschaftszone
rückgezont würde.
Der ganze Vorgang sei umso stossender, als in der Schweiz
andernorts genügend brachliegendes und erschlossenes Industrieland zu
haben wäre, wie Nationalrätin Barbara Marty Kälin ausführte. Der
Amgen-Konzern lockt mit 1200 Arbeitsplätzen, die Gegner ihrerseits
führen den gewaltigen Aufwand an zu erstellender Infrastruktur,
Verkehrsbauten, Wasserverbrauch etc. ins Feld.
Sollte dieser Päzedenzfall Schule machen, könnte dies nach
Befürchtung des Aktionskomitees einen landesweiten raumplanerischen
Dammbruch mit unabsehbaren  Folgen auslösen und, nach den Worten von
NR Barbara Marty Kälin, aus der Schweiz eine raumplanerische
Bananenrepublik machen.
Das Amt für Raumentwicklung ARE, welches der umstrittenen
Umzonung zugestimmt hat, kommt nun in seinem neuen Bericht zur
Feststellung, dass die Bodennutzung in der Schweiz nicht nachhaltig
ist und nach wie vor pro Sekunde 1 m2 Boden verbaut wird. Das ARE
verlangt in diesem Bericht eine nationale Koordination von
Entwicklungszonen.  Hans Weiss betonte allerdings, dass die
bestehenden gesetzlichen Grundlagen genügt hätten, um das ARE schon
im Fall Galmiz aktiv werden zu lassen.
Protestmarsch und Kundgebung im Grossen Moos
Am 3. April 2005 werden die Gegner der Missachtung der bestehenden
Raumplanung - unterstützt von namhaften Landwirtschafts- und
Umweltschutzverbänden  -  ab 11 Uhr von Kerzers aus einen
Protestmarsch durch das Grosse Moos nach Muntelier durchführen und
mit einer Kundgebung beenden.

Kontakt:

Aktionskomitee Galmiz
Weyermannstrasse 28
3008 Bern
E-Mail: galmizgm@w28.ch
Internet: www.galmizgm.ch