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Werbekampagne des Braunkohle-Verbands: Princeton-Professor Robert Socolow fühlt sich "missbraucht"

Hamburg (ots)

Der Lobby-Verband der deutschen Braunkohle-Branche
DEBRIV hat einen renommierten US-Klimaexperten ohne dessen Wissen für
seine Anzeigenkampagne "Braunkohle. Was liegt näher?" genutzt. Im 
neuesten Anzeigenmotiv, das unter anderem im SPIEGEL dieser Woche auf
einer Doppelseite erscheint, wird ein Text von Princeton-Professor 
Robert Socolow wiedergegeben - "Aufgezeichnet nach einem Gespräch", 
heißt es als Quellenangabe. Auf Nachfrage aber erklärte Socolow: "Ich
wurde nie von der deutschen Kohleindustrie interviewt."
Ausführlich geschildert wird der Fall im Watchblog 
www.klima-luegendetektor.de , einem Projekt vom Greenpeace Magazin 
und dem Internet-Portal wir-klimaretter.de. Socolow sagte gegenüber 
der Redaktion, er erinnere sich lediglich an ein Interview mit einem 
Schweizer Journalisten, der auch für die Neue Zürcher Zeitung 
arbeite. Dieses Gespräch werde nun "offenbar missbraucht" für eine 
Werbekampagne, die unter anderem den Neubau von Kohlekraftwerken 
propagiert und den weltweit gelobten CO2-Emissionshandel der EU 
angreift.
In der Tat unterstützt Robert Socolow, der 2004 einen der ersten 
konkreten Klimaschutzpläne vorlegte, die Entwicklung von Technologien
zur Abscheidung und unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid. Da 
diese sogenannte CCS-Technologie aber frühestens 2020 großtechnisch 
einsatzfähig ist, lehnt er bis dahin den Neubau von Kohlekraftwerken 
ab. Auf Nachfrage sagt Robert Socolow denn auch explizit: "Nein, ich 
unterstütze den Bau neuer Kohlekraftwerke nicht, wenn sie keine 
CO2-Abscheidetechnik besitzen und es keinen verlässlichen Plan zur 
Lagerung des Kohlendioxids gibt."
Mehr zum Thema:
www.klima-luegendetektor.de
www.greenpeace-magazin.de
www.wir-klimaretter.de
Zum Hintergrund:
In Deutschland werden von zahlreichen Energieversorgern derzeit 
etwa 27 neue Kohlekraftwerke geplant oder sind bereits in Bau. 
Umweltverbände und viele Klimaexperten protestieren dagegen. Vor vier
Wochen startete der Braunkohle-Branchenverband eine Werbekampagne 
(auf der zugehörigen Internetseite www.braunkohle-forum.de findet 
sich auch das Anzeigenmotiv mit Robert Socolow).
Pressekontakt:

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Für redaktionelle Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Toralf Staud: 0177-4798176 (redaktion@wir-klimaretter.de) oder
Wolfgang Hassenstein: 0171-1990465
(wolfgang.hassenstein@greenpeace-magazin.de)

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