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Nationalrätin Meret Schneider: Motion gegen Tierqual im Schatten der Stopfleber

Nationalrätin Meret Schneider: Motion gegen Tierqual im Schatten der Stopfleber
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Nationalrätin Meret Schneider: Motion gegen Tierqual im Schatten der Stopfleber

VIER PFOTEN unterstützt politischen Vorstoss zur Deklaration von Stopflebernebenprodukten

Zürich, 16. Dezember 2022 – Mit den Festtagen naht auch die Zeit, in der eines der umstrittensten Tierqualprodukte Hochkonjunktur hat: Stopfleber. Das damit verbundene Tierleid der Enten und Gänse ist mittlerweile weitgehend bekannt. Hingegen weiss die Mehrheit der Konsumierenden nicht, dass Nebenprodukte wie z.B. Magret oder Confit ebenfalls aus der tierquälerischen Stopfmast stammen. Grünen-Nationalrätin Meret Schneider fordert deshalb in einer heute eingereichten Motion, dass Stopflebernebenprodukte deklariert werden. VIER PFOTEN unterstützt diese Motion und hofft, dass damit als erster Schritt die dringend notwendige Transparenz erreicht werden kann.

Die als Delikatesse geltende Stopfmast ist hierzulande seit über 40 Jahren verboten. Dennoch werden jedes Jahr über 200 Tonnen Stopfleber in die Schweiz importiert, was sie zu einem der weltweit grössten Importländer dieses Produkts macht. Aus Tierschutzgründen wird bereits seit über 20 Jahren versucht, diesem Import Einhalt zu gebieten – eine entsprechende Motion von SVP-Nationalrat Martin Haab wurde im Februar vom Nationalrat angenommen. Sie wird voraussichtlich nächstes Jahr vom Ständerat behandelt. «Dies völlig zu Recht», findet die Grünen-Nationalrätin und bekennende Tierschützerin Meret Schneider. Denn die Stopfmast erfülle den Tatbestand der Tierquälerei, was allein die Fakten zur Produktion der Stopfleber belegen. Die zwei- bis dreimalige tägliche Zwangsfütterung mit einem Rohr, die vorzeitige Tötung der weiblichen Küken, Verstümmelungen von Schnabelspitzen und Krallen und schlechte Haltungsbedingungen machen die Herstellung von Stopfleber zu einem besonders grausamen Produkt. Am Ende dieses Prozesses wiegt die Leber von Enten und Gänsen bis zu zehnmal so viel wie normalerweise. Der dadurch entstehende Druck auf die Organe verursacht Schmerzen und Atemnot.

Zahlreiche Stopfmast-Nebenprodukte

Was jedoch vielen Menschen nicht bewusst ist: Abgesehen von Stopfleber gibt es diverse Nebenprodukte, die ebenfalls aus der tierquälerischen Stopfmast stammen, aber von solchen Verboten nicht tangiert würden. Schlimmer noch: Die Schweiz erhebt nicht einmal Zahlen zum Import dieser Produkte. Meret Schneider erachtet dies als sehr stossend und hat deshalb eine Motion für eine Deklarationspflicht von Nebenprodukten, die aus der Stopfmast stammen, eingereicht. «Gerade weil auch in der Schweiz Enten- und Gänsebrust produziert wird, die nicht aus der Stopfmast stammt, ist es ausgesprochen verwerflich, der eigenen Landwirtschaft hohe Auflagen zu machen, derweil jedoch Qualprodukte aus dem Ausland zu importieren, ohne dass Konsumierende den Unterschied zu hiesigen ungestopften Produkten erkennen können», schreibt Schneider in ihrem parlamentarischen Vorstoss.

Es herrscht Informationsbedarf

Auch andere Produkte wie Pasteten und Mousses können aus der Stopfmast stammen. Magret etwa wird als Brust von gestopften Enten und Gänsen definiert, im Gegensatz zum Filet (Brust von nicht gestopften Tieren). Die Schweizer Zollbehörden machen keinen Unterschied und fassen alles unter der Bezeichnung «Brust» zusammen. Einige Schweizer Produzierende verwenden fälschlicherweise den Begriff Magret, obwohl sie Filet vermarkten. Laut einer Umfrage von VIER PFOTEN aus dem Jahr 2018 essen 16 % der Schweizer Bevölkerung Magret, während 76 % der Befragten, darunter auch Konsumierende, nicht wissen, dass dieses Produkt von gestopften Tieren stammt.

Auch Confit (in seinem Fett gekochtes Enten- oder Gänsefleisch), Entenfett und Gésier (Entenmagen) stammen häufig aus der Stopfmast. Im Jahr 2021 wurden 1‘308 Tonnen Enten- und Gänsefleisch (ohne Stopfleber) in die Schweiz importiert, 49 % davon kamen aus Frankreich. Julia Fischer, Kampagnen Managerin bei VIER PFOTEN Schweiz warnt: «Aus den Daten des Schweizer Zolls geht derzeit nicht hervor, wie hoch der Anteil des importierten Fleisches ist, der von gestopften Tieren stammt. Wir müssen aber davon ausgehen, dass dieser erheblich ist. Auch die Daunen, die in Jacken, Bettwäsche und Schlafsäcken verwendet werden, kommen häufig von gestopften Tieren.» VIER PFOTEN hofft, dass das Parlament den Handlungsbedarf für die notwendige Transparenz im Bereich der Stopflebernebenprodukte anerkennt und der Motion zustimmen wird. Dadurch würde es Konsumierenden überhaupt erst ermöglicht, informierte Kaufentscheidungen zugunsten des Tierschutzes zu treffen.

Über VIER PFOTEN
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.  www.vier-pfoten.ch 

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