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Maler- und Gipserbranche steht vor dem Chaos: Arbeitgeber der Maler- und Gipserbranche brechen Verhandlungen vorzeitig ab

Zürich (ots)

Einen Monat vor dem Auslaufen des bestehenden
Gesamtarbeitsvertrages haben die Arbeitgeber der Maler- und
Gipserbranche der Deutschschweiz die Vertragsverhandlungen ohne
nennenswerte Angebote an ihre Mitarbeiter/-innen abgebrochen und die
weitere Verhandlungstermine ausgesetzt. Damit wird es ab dem 1. April
definitiv zum vertragslosen Zustand kommen. Die Maler- und
Gipser/-innen sind zusammen mit ihrer Gewerkschaft GBI bereit, den
Kampf für einen neuen GAV im April mit harten Massnahmen aufzunehmen.
An der heutigen Verhandlungsrunde haben die Vertreter der
Arbeitgeberseite weder selbst neue, konkrete Vorschläge für einen
neuen GAV unterbreitet, noch sind sie auf ein Angebot der
Gewerkschaften eingetreten, das ihnen einen neuen GAV mit
frühzeitiger Pensionierung, Reallohnerhöhungen und zusätzlichen
Ferientagen für nur 1,5% Lohnsumme ermöglicht hätte. Den Arbeitgebern
sind ihre Mitarbeiter/-innen aber nicht einmal so viel wert. Sie
beharren auf einer Nullrunde, was faktisch zu Reallohnverlusten
führen würde. Aus diesem Grund sind sie nicht einmal auf das Angebot
der Gewerkschaften eingetreten und haben gleich auch - bereits einen
Monat vor Auslaufen des bestehenden Vertrages - die festgelegten
weiteren Verhandlungstermine ausgesetzt.
Mit dieser Arroganz gegenüber ihren Angestellten und den
Gewerkschaften lassen die Maler- und Gipsermeister eine bisher
geordnet funktionierende Branche bewusst und mit Absicht ins Chaos
abgleiten, was sich mit der Einführung der Personenfreizügigkeit mit
der EU noch verschärfen wird. Da das Angebot der Gewerkschaften mit
seinen 1.5 Lohnprozenten durchaus vernünftig und moderat war, muss
davon ausgegangen werden, dass sich die Arbeitgeber bei ihrem
Entscheid, die Branche ins Chaos zu stürzen, allein von
ideologisch-politischen Motiven haben leiten lassen. Dafür haben die
Maler- und Gipser/-innen in der Deutschschweiz aber kein Verständnis.
Die Maler- und Gipser/-innen und ihre Gewerkschaft GBI werden
deshalb diese Verantwortungslosigkeit nicht einfach hinnehmen und mit
harten Kampfmassnahmen für einen neuen, inhaltlich den Bedürfnissen
der Arbeitnehmenden angepassten GAV aufnehmen. Noch in diesem Monat
werden in allen Regionen der Deutschschweiz Protestaktionen an den
Arbeitsplätzen der Maler- und Gipser/-innen stattfinden und am 27.
März werden die von ihren Arbeitgebern betrogenen Berufsleute an
einer grossen Kundgebung in Zürich das verantwortungslose Vorgehen
der Patrons an den Pranger stellen. Diese Kundgebung wird der Auftakt
sein für eine härtere Gangart im April sein, wenn nach Ablauf der
Friedenspflicht der Weg frei wird für Streiks in der ganzen
Deutschschweiz.

Kontakt:

Hansueli Scheidegger
Zentralsekretär GBI
Leiter der gewerkschaftlichen Verhandlungsdelegation
Mobile +41/79/441'74'35

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