Medienmitteilung: Die Mehrheit der Bevölkerung kann Krankenkassenprämien ohne Probleme zahlen
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Medienmitteilung
Repräsentative Comparis-Umfrage zur Belastung durch Krankenkassenprämien
Die Mehrheit der Bevölkerung kann Krankenkassenprämien ohne Probleme zahlen
Die steigenden Grundversicherungsprämien sind ein politischer Zankapfel. Eine repräsentative Comparis-Umfrage zeigt allerdings: Die Krankenkassenprämien sind für eine klare Mehrheit der Haushalte gut tragbar. Ein Drittel der Befragten erhält überdies kantonale Prämienverbilligungen. «Wer Prämienverbilligungen bekommt und wer wohlhabend ist, leidet nicht unter der Prämienbelastung. In der Westschweiz und im Tessin leiden mehr Versicherte unter hohen Prämien, weil dort die Prämien höher sind und weil weniger Versicherte mit Hausarzt- und anderen alternativen Versicherungsmodellen Prämien sparen», beobachtet Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.
Zürich, 12. Februar 2026 – Die steigenden Krankenkassenprämien sind ein Dauerthema in Politik, Medien und Umfragen. Diverse politische Vorstösse fordern eine Deckelung der Prämienbelastung. So hat zuletzt die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) an ihrer Delegiertenversammlung vom 25. Oktober 2025 eine Volksinitiative für einkommensabhängige Prämien beschlossen. Eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigt nun allerdings: Die überwiegende Mehrheit der Haushalte (59 Prozent) hat trotz stetiger Prämiensteigerung keine Probleme, die Krankenkassenrechnung zu bezahlen.
Deutschschweizer und Ältere haben am wenigsten Probleme
Dabei gibt es grosse regionale Unterschiede: In der deutschsprachigen Schweiz haben sogar 63 Prozent der Befragten die Prämien fest im Budget eingeplant und keine Probleme mit der Bezahlung. In der französischsprachigen Region sind es lediglich 51 Prozent und in der italienischsprachigen Region nur 40 Prozent.
Bei den Älteren (ab 56 Jahren) ist der Anteil der Personen ohne Finanzierungsprobleme am höchsten: 64 Prozent (gegenüber 55 Prozent bei den 18- bis 35-Jährigen und 58 Prozent bei den 36- bis 55-Jährigen).
Auch Paarhaushalte (66 Prozent) und Haushalte mit einem mittleren (59 Prozent) bis hohen Bruttoeinkommen (78 Prozent) haben anteilig weniger Schwierigkeiten, die Krankenkassenprämien zu bezahlen.
«Wer Prämienverbilligungen bekommt und wer wohlhabend ist, leidet nicht unter der Prämienbelastung. In der Westschweiz und im Tessin leiden mehr Versicherte unter hohen Prämien, weil dort die Prämien höher sind und weil weniger Versicherte mit Hausarzt- und anderen alternativen Versicherungsmodellen Prämien sparen», sagt Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.
Auch 20 Prozent der einkommensstärksten Haushalte erhalten Prämienverbilligungen
32 Prozent der Befragten profitieren von kantonalen Prämienverbilligungen. Darunter sind 57 Prozent der Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von bis 4’000 Franken monatlich und 30 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen von 4’000 bis 8’000 Franken. Ebenfalls 20 Prozent der einkommensstärksten Haushalte (über 8’000 Franken) erhalten Prämienverbilligungen. «Dass Familien mit Kindern auch mit einem Einkommen von 8’000 Franken pro Monat Prämienverbilligungen bekommen, leuchtet ein», findet der Comparis-Experte.
Kantonale Prämienverbilligungen sind zudem bei den jüngeren Generationen stärker verbreitet (18- bis 35 Jahre: 36 Prozent, 36- bis 55 Jahre: 33 Prozent) gegenüber den älteren (ab 56 Jahren: 26 Prozent). Zudem werden deutlich häufiger Prämienverbilligungen an Haushalte mit Kindern gewährt (42 Prozent) gegenüber solchen ohne (27 Prozent).
«Da für Prämienverbilligungen, Kita-Beiträge oder subventionierte Wohnungen das steuerbare Einkommen massgebend ist, stellt sich die Frage, ob damit die finanziellen Anreize für Teilzeitarbeit bei der jungen Mittelschicht nicht zu gross sind.» Das gelte besonders auch im Hinblick auf die Altersvorsorge: «Wer mit einem Vollzeitpensum ohne staatliche Unterstützung nicht über die Runden kommt, soll unterstützt werden. Dass Leute mit Teilzeitarbeit, Prämienverbilligungen und anderen einkommensabhängigen Vergünstigungen mehr im Portemonnaie haben, ist ein Systemfehler unseres Sozialstaats», findet der Comparis-Experte.
9 Prozent der Befragten bezahlen ihre Prämien nicht selbst
9 Prozent der Befragten bezahlen die Krankenkassenprämien nicht selbst. «Mit dem Anstieg der Prämien steigt auch der Anteil der Versicherten, die Prämienverbilligungen bekommen. Nach dem Nein der Stimmbevölkerung zur maximalen Belastung durch Krankenkassenprämien von 10 Prozent tritt in diesem Jahr der indirekte Gegenvorschlag in Kraft. Dieser verpflichtet die Kantone, ihren Anteil der Prämienverbilligungen dem Prämienvolumen anzupassen, wie es der Bund schon lange tut», erklärt Schneuwly.
10 Prozent der Befragten mit niedriger oder mittlerer Bildung und 7 Prozent mit hoher Bildung bekommen Prämienverbilligungen. Wie bei der Bildung ist es beim Einkommen: Mit 23 Prozent bekommen signifikant mehr Befragte in der Einkommensklasse bis 4’000 Franken Prämienverbilligungen, 5 Prozent mit einem Einkommen von 4’000 bis 8’000 Franken und 3 Prozent mit einem Einkommen über 8’000 Franken.
In der Romandie hat jeder fünfte Haushalt regelmässig Schwierigkeiten
16 Prozent der Befragten haben regelmässig Probleme, ihre Krankenkassenprämien zu bezahlen. Deutlich stärker als in der Deutschschweiz (14 Prozent) sind Personen aus der Romandie betroffen (21 Prozent). Ebenfalls kämpfen mehr Einpersonenhaushalte (21 Prozent) mit der Prämienfinanzierung als grössere Haushalte (15 Prozent der Paarhaushalte, 15 Prozent der Haushalte mit mehr Personen).
Und trotz Sozialhilfe und Prämienverbilligung sind es die niedrigsten Einkommen bis 4’000 Franken, die am meisten unter den Krankenkassenprämien leiden (29 Prozent). In der mittleren Einkommensklasse sind nur noch 17 Prozent betroffen. Bei den hohen Einkommen über 8’000 Franken haben noch 9 Prozent regelmässig Probleme mit der Prämienzahlung.
«Prämienverbilligungen lösen bei tiefen Einkommen nicht alle finanziellen Probleme. Zusammen mit den hohen Wohnungsmieten ist besonders die finanzielle Belastung von Alleinerziehenden sehr gross», erklärt Schneuwly.
Methodik
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im Dezember 2025 unter 1’039 erwachsenen Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.
Weitere Informationen:
Felix Schneuwly Krankenkassen-Experte Telefon: 079 600 19 12 E-Mail: media@comparis.ch comparis.ch
Über comparis.ch
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