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comparis.ch zur aktuellen Diskussion um Managed Care - Differenzierter Selbstbehalt als Geheimrezept

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Zürich (ots)

Information: Die Grafiken können unter
www.presseportal.ch/de/pm/100003671 kostenlos heruntergeladen werden.
Ein Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer kann sich vorstellen,
einem Managed-Care-Versicherungsmodell in seiner heutigen Form 
beizutreten und so persönlich etwas gegen die Kostenexplosion im 
Gesundheitswesen beizutragen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage
des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch. Ergänzt man Managed Care 
mit einem finanziellen Anreiz wie dem differenzierten Selbstbehalt, 
kann sich über die Hälfte der Befragten vorstellen, in ein solches zu
wechseln. Sogar eine Mehrheit der Personen mit hohen 
Gesundheitskosten findet Managed Care mit einem finanziellen Anreiz 
dann attraktiv. Nächste Woche diskutiert der Ständerat über das 
Thema.
Immerhin 43 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer haben den 
Begriff «Managed Care» im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen schon
einmal gehört. Der Begriff ist in der Deutschschweiz (45%) geläufiger
als in der Westschweiz (41%) und im Tessin (37%). Dies zeigt eine 
Umfrage des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch.
1202 Personen in allen Landesteilen wurden im August 2010 
telefonisch befragt. Die Umfrage durchgeführt hat das 
Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von comparis.ch. 89 
Prozent der Befragten haben ihren Gesundheitszustand als gut 
bezeichnet.
Der Ständerat debattiert in der kommenden Woche über 
Managed-Care-Modelle, die weiter gehen als heutige 
Managed-Care-Modelle. Diskutiert wird die Möglichkeit eines 
differenzierten Selbstbehalts. Damit soll die Attraktivität 
derartiger Versicherungsmodelle erhöht werden. Zum Zeitpunkt der 
Befragung war die Rede von 10 Prozent Selbstbehalt bei Managed Care 
beziehungsweise 20 Prozent im Standardmodell (nach dem Willen des 
Nationalrats). Mittlerweile wird auch über 5 respektive 15 Prozent 
Selbstbehalt diskutiert.
Für Managed Care in seiner heutigen Form (z.B. HMO- oder gewisse 
Hausarzt-Modelle) würden sich 21 Prozent der Befragten entscheiden. 
Diese 21 Prozent setzen sich zusammen aus Befragten, die bereits in 
einem Managed-Care-Modell versichert sind und sich weiterhin dafür 
interessieren; aus Befragten, die sich für Managed Care interessieren
und bereit wären, den Hausarzt zu wechseln und aus allen Befragten 
ohne festen Hausarzt, die aber Managed Care zustimmen. Den 
Umfrageteilnehmern wurde zu Beginn der Umfrage erklärt, wie Managed 
Care funktioniert.(1)
Wer nicht mitmacht, soll mehr aus der eigenen Tasche zahlen
Konfrontiert mit der Idee des differenzierten Selbstbehalts, der sich
direkt im Portemonnaie der Versicherten bemerkbar machen würde, 
steigt die Zustimmung für Managed Care bei den Befragten sprunghaft 
an. 57 Prozent würden sich für Managed Care entscheiden, wenn der 
differenzierte Selbstbehalt bei Managed-Care-Modellen eingeführt 
würde. Der differenzierte Selbstbehalt erhält vor allem von den 
Deutschschweizern Zustimmung: 62 Prozent können sich nun vorstellen, 
in ein solches Modell zu wechseln. In der Westschweiz sind es nur 53 
Prozent, in der italienischen Schweiz sogar nur 43 Prozent (vgl. 
Grafik 1). Ältere Versicherte stehen Managed Care grundsätzlich 
kritischer gegenüber als jüngere Versicherte und auch die Zustimmung 
zu Managed Care mit differenziertem Selbstbehalt ist bei den älteren 
Versicherten geringer.
Mehrjährige Verträge sind keine Option
Diskutiert wird auch, ob die Versicherten in Managed-Care-Modellen 
künftig an Verträge mit einer Laufzeit von zwei oder sogar drei 
Jahren gebunden werden können. Diese Knebelverträge lassen bei den 
Schweizerinnen und Schweizern keine Freude aufkommen. Die Zustimmung 
zu Managed Care in Kombination mit Mehrjahresverträgen ist deutlich 
geringer als mit dem differenzierten Selbstbehalt allein: Nur noch 39
Prozent stimmen bei 2-Jahresverträgen Managed Care zu, bei den 
3-Jahresverträgen sind es sogar nur noch 30 Prozent. Zur Erinnerung: 
Die Zustimmung zu Managed Care mit differenziertem Selbstbehalt liegt
bei 57 Prozent. Die Ablehnung von Knebelverträgen zeigt sich in allen
Sprachregionen und allen Altersgruppen.
Interesse für Managed Care auch bei Kranken da
Wichtig für einen Erfolg der aktuellen Managed-Care-Vorlage ist, dass
nicht nur gesunde Versicherte, die kaum Kosten verursachen, in 
Managed-Care-Modelle wechseln, sondern auch Personen mit hohen 
Gesundheitskosten, wie Ausgaben für Arzt, Spital und Medikamente. 
«Nur wenn auch die Kranken bei Managed Care sind, kann der Anstieg 
der Gesundheitskosten gedämpft werden», meint Richard Eisler, 
Geschäftsführer von comparis.ch.
Befragte mit mehr als 3000 Franken Gesundheitskosten pro Jahr 
haben den Begriff «Managed Care» zwar häufiger gehört, zeigen aber 
eine deutlich geringere Zustimmung zu Managed Care in seiner heutigen
Form als Personen mit wenig bis gar keinen Gesundheitskosten: Nur 
gerade 9 Prozent könnten sich vorstellen, in ein derartiges Modell zu
wechseln. Bei Personen mit sehr tiefen Gesundheitskosten (weniger als
CHF 500/Jahr) sind es dagegen 28 Prozent, drei Mal mehr. Die 
Zustimmung zu Managed Care steigt bei Personen mit hohen 
Gesundheitskosten sprunghaft an, wenn man den differenzierten 
Selbstbehalt ins Spiel bringt, und zwar auf 52 Prozent. Bei Personen 
mit tiefen Kosten steigt sie auf 61 Prozent. «Der differenzierte 
Selbstbehalt könnte der Schlüssel zum Erfolg von Managed Care sein - 
auch bei Personen mit hohen Gesundheitskosten», meint Comparis-Chef 
Eisler (vgl. Grafik 2).
Zerstört wird der positive Effekt aber durch die 
Mehrjahresverträge: Bei Personen mit hohen Gesundheitskosten halbiert
sich das Interesse an Managed Care gleich wieder, sowohl bei den 2- 
als auch bei den 3-Jahresverträgen. «Wer krank ist, will sich 
offensichtlich die Möglichkeit offen halten, jederzeit in ein anderes
Versicherungsmodell wechseln zu können», so Eisler. Wer praktisch nie
zum Arzt geht und wenig Kosten verursacht, ist den 
Mehrjahresverträgen gegenüber positiver eingestellt: 44 Prozent 
signalisieren Zustimmung  zu Managed Care bei 2-Jahresverträgen, 34 
Prozent bei 3-Jahresverträgen. «Ein Knebelvertrag ist keine gute 
Idee, um Managed Care bei der breiten Bevölkerung attraktiv zu 
machen», so Eislers Fazit zu den Mehrjahresverträgen. «Die 
Mehrjahresverträge zerstören zu einem grossen Teil den positiven 
Effekt wieder, den der differenzierte Selbstbehalt Managed Care 
bringen würde.»
Weniger Prämien zahlen oder Hausarzt behalten
Der wichtigste Grund für einen Wechsel in ein Managed-Care-Modell ist
klar. Fast die Hälfte befürwortet Managed Care aus finanziellen 
Gründen. Diese Hälfte setzt sich zusammen aus 30 Prozent, die Managed
Care zustimmen, weil sie dann weniger Krankenkassenprämien zahlen 
müssten plus 15 Prozent, die der Meinung sind, dass sie bei Managed 
Care aufgrund eines tieferen Selbstbehalts weniger aus der eigenen 
Tasche zahlen müssten. 21 Prozent der Befragten befürworten Managed 
Care, weil sie dadurch einen persönlichen Beitrag gegen die stetig 
steigenden Gesundheitskosten leisten könnten. Wer in einem 
Managed-Care-Modell versichert ist, verpflichtet sich schon heute zu 
Gunsten tieferer Prämien immer zuerst seinen Hausarzt aufzusuchen. 
Der Verzicht auf die freie Arztwahl ist denn auch der am häufigsten 
genannte Grund, warum die Befragten Managed Care gegenüber negativ 
eingestellt sind: 49 Prozent der Befragten, die Managed Care 
ablehnen, wollen nicht auf ihren Hausarzt verzichten und 27 Prozent 
wollen sich auch weiterhin selbst beim Spezialisten anmelden können.
(1) Die Umfrageteilnehmer erhielten folgende Erklärung: «In einem 
Managed Care Modell schliessen sich Allgemeinmediziner und 
Spezialärzte zusammen. Eine versicherte Person verpflichtet sich, 
immer zuerst zu ihrem Arzt im Managed Care Netzwerk zu gehen. Dieser 
koordiniert die medizinische Behandlung seiner Patienten. Er trägt 
auch eine Mitverantwortung für die Kosten der Betreuung seiner 
Patienten. Der Versicherte kann also keinen Spezialisten aufsuchen, 
ohne dass ihn sein Arzt zu diesem überwiesen hat. Dafür profitiert er
von einem Rabatt auf die Krankenkassenprämie.»

Kontakt:

Richard Eisler
Geschäftsführer
Telefon: 044 360 34 00
E-Mail: media@comparis.ch
http://www.comparis.ch/krankenkassen

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