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Lungenliga Schweiz / Ligue pulmonaire Suisse / Lega polmonare svizzera

Lungenliga: Feinstaub belastet die Atemwege

Bern (ots)

Die Atemluft ist dauernd mit kleinen und kleinsten
Staubpartikeln durchsetzt dem Feinstaub. Mit jedem Atemzug gelangt
dieser Feinstaub in die Atemwege und kann früher oder später krank
machen. Die Auswertung der Schweizer Studie zum Thema
Luftverschmutzung und Atemwegserkrankungen, SAPALDIA (siehe
Infos), belegt die negativen Auswirkungen von Feinstaub auf die
Gesundheit.
Als Feinstaub bezeichnet man Luftschwebestoffe mit einem
Durchmesser *10 Mikrometer (PM10). Hauptquellen des Feinstaubs sind
der Strassenverkehr, die Haushalte, das Baugewerbe sowie die Land-
und Forstwirtschaft.
Die Luftreinhalteverordnung schreibt folgende Grenzwerte für PM10
vor:
- Im Jahresmittel höchstens 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft
   - Im Tagesmittel höchstens 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.     
     Dieser Wert darf nur einmal pro Jahr überschritten werden.
Die Grenzwerte für Feinstaub sind zwar in der
Luftreinhalteverordnung festgelegt: In Wirklichkeit leben jedoch über
40 % der Schweizer Bevölkerung in Gebieten mit einer dauernden
Feinstaubbelastung über 20 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Wirkung von Feinstaub auf die Gesundheit
Grössere Staubpartikel (>10 Mikrometer) bleiben nach dem Einatmen
bereits in der Nase hängen und gelangen nur selten in die tieferen
Atemwege. Partikel <10 Mikrometer können sich jedoch in der Luftröhre
und den kleinen Atemwegen (Bronchiolen) festsetzen. Bei geringer
Luftverschmutzung gelingt es den Atemwegen, die Staubteilchen laufend
wieder loszuwerden. Übersteigt die Feinstaubkonzentration die
Kapazität des Reinigungssystems, so bleiben die Partikel liegen und
schädigen mit der Zeit die Atemwege.
Die Resultate von SAPALDIA aus dem Jahr 1997 zeigten, dass die
Lungenfunktion um etwa 3 % abnahm, wenn gleichzeitig die
Feinstaubkonzentration (PM10) um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter
anstieg. Diese Abnahme der Lungenfunktion scheint gering zu sein,
kann jedoch bei empfindlichen Menschen und Patienten mit chronischen
Atemwegskrankheiten ernste gesundheitliche Probleme auslösen.
Mehr Atemwegsbeschwerden an Hauptstrassen
Der Strassenverkehr produziert einen grossen Teil des Feinstaubs.
Die SAPALDIA-Studien belegten: Je näher die Studienteilnehmer an
stark befahrenen Strassen wohnten, desto mehr Atemwegsbeschwerden
hatten sie.
Andere Untersuchungen kamen zu ähnlichen Resultaten: Kinder mit
Asthma litten öfter an Asthmaanfällen, wenn sie nahe an einer
Autobahn wohnten. Bei Kindern hat eine hohe Feinstaubbelastung nicht
nur negative Wirkungen auf ein vorhandenes Asthma. Vielmehr leidet
auch die Entwicklung der Lungen von Heranwachsenden, wenn sie einer
starken Luftverschmutzung ausgesetzt sind.
Bessere Luft - bessere Gesundheit
Weltweit wurden zahlreiche Studien zum Thema Luftverschmutzung und
Gesundheit durchgeführt, die praktisch alle zum selben Resultat
führten: Starke Luftverschmutzung schadet kurz- und langfristig der
Gesundheit. Einige Untersuchungen beschäftigten sich jedoch mit der
umgekehrten Fragestellung: Reduziert saubere Luft die
Gesundheitsprobleme der Bevölkerung? Eine Studie zeigte, dass in
Dublin nach dem Verbot des Kohleverkaufs die Todesfälle aufgrund von
Atemwegs- und Herz-Kreislaufkrankheiten stark zurückgingen. Diesen
Effekt führten die Forscher auf die Reduktion der Feinstaubbelastung
zurück.
Ähnliches konnte anhand eines Streiks in einem amerikanischen
Stahlwerk gezeigt werden. Während des Streiks ging die Staubbelastung
in der Umgebung des Stahlwerks stark zurück. Gleichzeitig reduzierte
sich die Zahl der Spitaleintritte von Kindern aus der Gegend des
Stahlwerks wegen Asthma, Bronchitis und Lungenentzündung dramatisch.
Nach dem Streik erhöhte sich die Zahl der behandlungsbedürftigen
Kinder wieder auf die gleichen Werte wie vor dem Streik.
Info zu SAPALDIA
Was ist SAPALDIA?
SAPALDIA ist die Abkürzung für "Swiss Study on Air Pollution And
Lung Diseases In Adults". SAPALDIA ist eine Langzeitstudie, in deren
Rahmen Lungenspezialisten, Epidemiologen, Allergologen, Meteorologen
und Fachleute für Lufthygiene zusammenarbeiten. Das Ziel der Studie
ist die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Luftschadstoffen und
Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Schweiz während
einer längeren Zeit. Bisher gab es weltweit nur wenige
Langzeitstudien dieser Art.
In den letzten 10 Jahren sind zu SAPALDIA zahlreiche Artikel in
medizinischen Fachzeitschriften erschienen.
SAPALDIA 1
Der erste Teil der Langzeitstudie (SAPALDIA 1) startete 1991 an
acht Orten der Schweiz. Insgesamt nahmen über 9'000 Menschen im Alter
zwischen 18 und 60 Jahren aus diesen Orten an der Studie teil.
SAPALDIA 2
Im Jahr 2001 setzten die Forscher die Studie mit SAPALDIA 2 fort.
Im Zentrum des Interesses stehen nun die Entwicklung der Luftqualität
und deren Einfluss auf die Gesundheit derjenigen Menschen, die
bereits bei SAPALDIA 1 mitmachten.
Das neue Faktenblatt Feinstaub und weitere Informationen unter:
www.luft.lungenliga.ch

Kontakt:

Lungenliga Schweiz
Herr Cornelis Kooijman
Südbahnhofstrasse 14c
3000 Bern 14
Tel.: +41/31/378'20'50

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